Fruchtfliegen

Linkes Bild, Gärfliege. Lizenzhinweis : André Karwath aka Aka, Drosophila melanogaster – side (aka), CC BY-SA 2.5
Mittleres Bild, Kirschessigfliege.  Lizenzhinweis: Martin Hauser Phycus, D suzukii male1, CC BY 3.0 DE
Rechtes Bild, Kirschfruchtfliege.Lizenzhinweis: ©entomart,https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rhagoletis_cerasi01.jpg

Auch die lästigen, aber harmlosen Gär- oder Essigfliegen, die sich in der Küche gerne über faulende Obst- und Gemüsereste im Bio-Abfall hermachen, werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft als Fruchtfliegen bezeichnet.

Im Garten beschäftigen uns jedoch zwei andere, nicht so harmlose Fliegenarten. Zum einen die Kirschessigfliege aus der Familie der Taufliegen und zum anderen die Kirschfruchtfliege aus der Familie der Bohrfliegen.

Die Kirschessigfliege, auch Obstfliege genannt, befällt außer Kirschen auch anderes weichschaliges Obst wie Pflaumen, Aprikosen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Trauben und Holunderbeeren. Die Kirschessigfliege ist ca. 2 -3 mm lang, hat einen hellbraunen Körper und auffällig große, rote Facettenaugen. Das Insekt legt seine Eier in das heranreifende Obst, sobald sich die Früchte zu färben beginnen. In den Früchten schlüpfen dann sehr schnell die Larven und ernähren sich vom Fruchtfleisch. Durch die Maden und die bei der Eiablage eingebrachte essigsäurebildenden Bakterien werden die Früchte schnell ungenießbar. Bei günstigem Wetter vermehren sich die Schädlinge rasend schnell. Innerhalb von 1-2 Wochen entsteht eine neue Generation, bis zu 8 pro Jahr.  

Frühreifende Obstsorten sind weniger betroffen, da sich der Schädling erst im Laufe des Sommers rasant vermehrt. 

Einem Befall kann man mit engmaschigen Kulturschutznetzen vorbeugen, die angebracht werden, bevor sich die Früchte zu verfärben beginnen. Bei größeren Pflanzen ist das meist schlecht möglich und stört auch etwas bei der Pflanzenpflege und bei der Ernte. Da die Früchte nacheinander reifen und deshalb nicht alle auf einmal geerntet werden, d.h. das Netz zeitweise immer mal wieder geöffnet werden muss, besteht auch immer die Gefahr, dass die Schädlinge einen Weg zu den Früchten finden.

Um ein Befall zu erkennen und einzudämmen eigenen sich Lockstofffallen, die man an einer schattigen Stelle zwischen den Pflanzen aufhängt, bevor sich die Früchte zu verfärben beginnen. Die Fliegen werden vom Duft der Falle angelockt und ertrinken in der Lockstoff- Flüssigkeit. Werden diese Fallen regelmäßig kontrolliert, hat man zunächst die Information, ob ein Befall vorliegt. Bei ausreichender Anzahl und dichter Anordnung der Fallen (max. ca. 2-3m Abstand zwischen den Fallen und möglichst nah bei den Pflanzen) kann ein Befall zwar stark gemindert, aber nicht sicher komplett verhindert werden.

Befallene Früchte erkennt man an winzigen Einstichstellen, an denen anfangs ein winziger Tropfen Fruchtsaft austritt und an kleinen Vertiefungen auf der Schale. Im weiteren Verlauf werden die Früchte matschig. Dann hilft nur noch die befallenen Früchte sorgfältig einzusammeln, auch die heruntergefallenen und in einem geschlossenen Behältnis im Hausmüll zu entsorgen.

Noch gesunde Früchte sollte man dann möglichst bald ernten und ggf. vor dem Verzehr noch etwas nachreifen lassen.

Die Kirschfruchtfliege bleibt ihrem Namen treu und hat sich auf unterschiedliche Kirscharten spezialisiert. Sie ist mit etwa 4-5mm deutlich größer als die Kirschessigfliege und kann leicht mit einer kleinen Stubenfliege verwechselt werden. Bei genauerem Hinsehen erkennt man gelbe Punkte auf ihrem schwarzen Körper und die dunkle Musterung auf ihren sonst durchsichtigen Flügeln. Typisch sind auch ihre grünen Facettenaugen.

Das Insekt tritt etwa ab Ende Mai bis Juli auf und legt seine Eier unter die Schalen der heranreifenden und sich bereits gelb färbenden Früchte. Durch die Entwicklung der Maden innerhalb der Früchte faulen diese und fallen meist herunter. Ein warmer, trockener Frühsommer begünstigt die Vermehrung des Schädlings.

Bei Neupflanzung hat man die Möglichkeit, früh reifende Sorten auszuwählen, bei denen die Umfärbung bereits beginnt, wenn der Schädling noch nicht sehr aktiv ist.

Einem Befall kann man mit Kulturschutznetzen vorbeugen, die angebracht werden, bevor sich die Früchte zu verfärben beginnen. Bei größeren Pflanzen ist das meist schlecht möglich und stört auch etwas bei der Pflanzenpflege und bei der Ernte. Da die Früchte nacheinander reifen und deshalb nicht alle auf einmal geerntet werden, d.h. das Netz zeitweise immer mal wieder geöffnet werden muss, besteht auch immer die Gefahr, dass die Schädlinge einen Weg zu den Früchten finden.

Zur Befallskontrolle eignen sich Gelbtafeln. Diese werden auf der Südseite der Bäume aufgehängt, weil dort die Umfärbung der Früchte als erstes beginnt.  Je mehr Fliegen innerhalb einer bestimmten Zeit daran kleben bleiben, desto größer ist der Befallsdruck. Eine ausreichende Bekämpfung der Fliegen ist durch Gelbtafeln alleine allerdings in der Regel nicht möglich. Damit möglichst wenige nützliche Insekten an den Gelbtafeln kleben bleiben, sollte man sie wieder entfernen, sobald die Früchte reif sind.

Um einen erneuten Befall in den folgenden Jahren zu abzuwenden, sollte man verhindern, dass die Larven zur Verpuppung und Überwinterung in die Erde gelangen. Dazu deckt man den Boden unter befallenen Kirschbäumen mit einer Folie ab. Larven, die die Früchte in Richtung Erde verlassen und auch solche, die sich noch in den herabgefallenen Früchten befinden, werden durch die Folie daran gehindert in den Boden zu gelangen. Larven und Früchte müssen regelmäßig und sorgfältig eingesammelt und in einem geschlossenen Behältnis im Hausmüll entsorgt werden. Das gleiche gilt für Früchte, die eingetrocknet am Baum hängen geblieben sind.

Natürliche Feinde der Kirschfruchtfliege sind beispielsweise Vögel, auch Hühner, Schlupfwespen und Spinnen. Auch Nematoden (Fadenwürmer) wie sie z.B. auch im Ökolandbau eingesetzt werden, versprechen eine erfolgreiche Bekämpfung.