Fäulen

Unter dem Begriff Fäule kann man Erkrankungen zusammenfassen, die von unterschiedlichen Pilzen verursacht werden. Teilweise sind diese auf bestimmte Pflanzenfamilien, Gattungen oder Arten spezialisiert, teilweise aber auch recht universell.

Zu den im Nutzgarten bedeutenden Fäulen gehören

  • Fusarium Wurzelfäule
  • Gummistängelkrankheit
  • Kelchfäule und die Kragenfäule bei Apfelbäumen
  • Kraut- und Braunfäule, Kraut und Knollenfäule
  • Monilia Fruchtfäule

Fusarium Wurzelfäule

Fusarium Wurzelfäule

Lizenzhinweis: Jerzy Opioła, Fusarium sp (4), CC BY-SA 4.0

Fusariumpilze sind Bodenpilze, die durch Nässe und Temperaturen um ca. 23 °C begünstigt werden. Der Pilz greift Wurzeln und Stängelbasis an. Der untere Stängelbereich verfärbt sich rötlich-braun. Die Pflanze beginnt von unten nach oben zu verwelken. Es können die komplette Pflanze oder nur einzelne Triebe betroffen sein. Bei Tomaten bildet sich zusätzlich ein wattiger Belag auf den Stielen.

Vorbeugung siehe: „Vorbeugen ist besser als Heilen

Gummistängelkrankheit (Stängelbrand, Stängelfäule)

Gummistängelkrankheit

Lizenzhinweis:   David B. Langston, Didymella bryoniae, CC BY 3.0

Die Gummistängelkrankheit wird begünstigt durch langanhaltende Nässe, hohe Luftfeuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen.  Eintrittspforten für den Pilz können Verletzungen an den Pflanzen und auch welkende Blütenblätter sein.

Es bilden sich Blattflecken und Nekrosen, die Stängel weichen gummiartig auf.

Die Krankheit tritt häufig bei Kürbisgewächsen auf.

Vorbeugung siehe: „Vorbeugen ist besser als Heilen

Kelchfäule (Kernhausfäule)

Kelchfäule

Lizenzhinweis:   © Jörgens.mi / CC BY-SA 3.0, Apfel Fehlstelle jm26978, CC BY-SA 3.0

Die Kelchfäule ist eine Infektion bei Apfelbäumen. Der Pilz befällt nur die Früchte. Die Infektionsgefahr steigt mit anhaltender Feuchtigkeit. Infiziert werden bereits die Blüten. Die Fäule beginnt im Kerngehäuse.

Die Pilzerkrankung wird oft spät erkannt, da äußerlich nur im Bereich der Stielgrube und der Kelchgrube braune Faulflecken sichtbar werden können. Schneidet man die Faulstellen heraus, kann man das gesunde Fruchtfleisch bedenkenlos verzehren.

Besonders während der Lagerung kann sich die Fäule schnell auf das Fruchtfleisch ausbreiten.

Vorbeugung siehe: „Vorbeugen ist besser als Heilen

Kragenfäule

Die Kragenfäule ist eine bei einigen Apfelsorten häufige Pilzinfektion. Infektionsgefahr besteht besonders bei langen Regenperioden. Der Pilz hält sich im Boden auf.

Bodennah wachsende Pflanzenteile können durch hochspritzendes Gießwasser oder Regenwasser mit Pilzsporen infiziert werden. Durch Verletzungen der Rinde können Pilzsporen auch in den Stamm eindringen.

Bei einer Infektion zeigen sich zunächst am bodennahen Teil des Stammes violette Verfärbungen. Im weiteren Verlauf entstehen Faulstellen am Stamm, das Baumwachstum wird gehemmt, Früchte bleiben klein. Blätter verfärben sich rötlich und fallen vorzeitig ab.

Damit ein infizierter Baum noch gerettet werden kann, müssen befallenen Stellen sofort entfernt oder ausgeschnitten werden. Das Auftragen von Wundwachs kann ein erneutes Eindringen des Pilzes an den Schnittstellen verhindern.

Vorbeugung siehe: „Vorbeugen ist besser als Heilen

Kraut- und Braunfäule

Krautfäule

Lizenzhinweis:   Scot Nelson from Honolulu, Hawaii, USA, Tomato late blight fruit damage (5816738680), CC BY-SA 2.0

Die Kraut- und Braunfäule kann Tomaten und Kartoffeln befallen. Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen unter 18 Grad Celsius begünstigen die Ausbreitung der Pilzkrankheit, die sich nach Ausbruch kaum behandeln lässt.

Die Pflanzen bekommen braune Flecken, zunächst auf den unteren Blättern und einen weißlichen Pilzbelag. Die Pflanzenteile, auch die Früchte und Knollen, verfärben sich braun und verfaulen, Stängel faulen ab.

Vorbeugung siehe: „Vorbeugen ist besser als Heilen

Bei Befall helfen Spritzungen mit Knoblauchtee

Monilia Fruchtfäule

Monilia Fruchtfäule

Lizenzhinweis:   Slick, Bereits am Baum verfaulter Apfel, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Die Monilia Fruchtfäule tritt an Kern- und Steinobst- Früchten auf. Die Übertragung der Pilzsporen kann durch Wind, durch Regen, durch Insekten und Vögel oder durch den unvorsichtigen Gärtner erfolgen.

Infektionsgefahr besteht bei Verletzungen der Fruchtschale, z.B. durch Hagel- oder Fraßschäden.

Auf den infizierten Früchten bilden sich Faulstellen mit Schimmelbelägen, bis zum kompletten Verfaulen und Eintrocknen der Frucht. Die Früchte, auf denen der Pilz überwintert, fallen zum Teil herunter, andere bleiben am Baum hängen und schrumpeln komplett ein.

Vorbeugung siehe: „Vorbeugen ist besser als Heilen