Vorbeugen ist besser als Heilen

Pflanzenauswahl, Pflanzenversorgung, Pflanzenpflege und Pflanzenschutz stehen in untrennbarer Wechselwirkung zueinander. Nachfolgende Auflistung enthält wichtige Empfehlungen und Hinweise zum vorbeugenden Pflanzenschutz.

  • Herstellen und erhalten eines vitalen, humusreichen und wasserdurchlässigen Bodens mit geeignetem pH-Wert (ca. 6,5)

  • Förderung des dienlichen Bodenlebens durch Verwendung ausschließlich natürlicher Düngemittel.

  • Absoluter Verzicht auf Pestizide zur Unkrautbekämpfung, Schädlings- und Krankheitsbekämpfung.

  • Förderung der bei der Schädlingsabwehr nützlichen Helfer wie Marienkäfer, Florfliegen, Bienen, Hornissen, Vögel und Igel.

  • Nur Standorte für die Pflanzen wählen, die ausreichend Wärme, Licht und Luft bieten. Durch größere Pflanzabstände kann das Blattwerk schneller abtrocknen, was das Infektionsrisiko reduziert.

  • Für Neupflanzungen und Aussaaten resistente oder wenig anfällige Sorte wählen.

  • Saatgut mit guter Qualität einsetzen. Minderwertiges Saatgut hat meist oft eine schlechte Keimfähigkeit. Außerdem können dem Saatgut bereits schädliche Mikroorganismen anhaften.

  • Anbau in Mischkulturen, regelmäßiger Fruchtwechsel und Einhaltung von Fruchtfolgen mindert die Gefahr eines Befalls mit Schädlingen und Krankheiten.

  • Bedarfsgerecht düngen ausschließlich mit natürlichem Dünger wie Kompost, Pflanzenjauchen und weitere für den ökologischen Anbau zugelassenen Düngemitteln aus dem Fachhandel. Überdüngung, besonders mit Stickstoff, vermeiden.

  • Gießwasser nur bodennah ausbringen, Blattwerk beim Gießen trocken halten. Boden- Trockenheit und Staunässe vermeiden.

  • Pflanzen regelmäßig mit Stärkungsmitteln wie Ackerschachtelhalmbrühe besprühen. Diese kieselsäurehaltigen Präparate stärken die Pflanzen und machen sie widerstandsfähig gegen Krankheiten.

  • Alle Beete Anfang März und Ende Oktober mit Ackerschachtelhalmbrühe gießen

  • Empfindliche Pflanzen wie einige Tomatensorten, Gurken, Paprika bei nassem Wetter durch ein Regendach schützen.

  • Erde regelmäßig leicht auflockern (nur lüften, nicht umgraben) und mulchen.

  • Beete und Baumscheiben unkrautfrei, und damit frei von Nahrungskonkurrenz und möglichen Wirtspflanzen für Pilze, Viren und Bakterien halten. Unkraut vorsichtig entfernen, um die Wurzeln der Nutzpflanzen nicht zu verletzen.

  • Zu dicht stehende Früchte und Blattwerk auslichten, damit nach Niederschlägen die Feuchtigkeit gut austrocknen kann.

  • Gewächshäuser täglich lüften. Am besten nur dann schließen, wenn aktuell Schutz gegen Kälte, Nässe und Sturm benötigt wird.

  • Rinden von Obstbäumen nicht verletzen, sonst besteht Infektionsgefahr.

  • Weißanstrich an Obstbäumen anbringen, besonders in südlichen oder südwestlichen Standorten. Das schützt gegen Frostrisse in der Rinde und vermindert die Gefahr einer Infektion.

  • Früchte mit Verletzungen, z.B. durch Hagel oder Fraß, sofort entfernen.

  • Alle Pflanzen regelmäßig auf Schädlings- und Krankheitsbefall inspizieren, frühes Handeln verspricht Erfolg.

  • Möglichst bei trockener Witterung: Erkrankte Pflanzenteile, auch heruntergefallene, sofort entfernen und in einem geschlossenen Behältnis im Hausmüll entsorgen. Keinesfalls zum Kompost geben, da dort die Krankheitserreger überleben und sich vermehren können. Bei starken Symptomen die gesamte Pflanze mit Wurzel zurückschneiden bzw. entfernen und entsorgen.

  • Sorgfältig und hygienisch arbeiten, um die Erreger nicht zu verschleppen. Nach dem Arbeiten an erkrankten Pflanzen, Werkzeuge und Behälter gut reinigen, Schneidwerkzeuge desinfizieren (z.B. mit Spiritus), Schuhe reinigen und Hände gut waschen.