Zwetschge, Säulenzwetschge

Säulenzwetschge
Säulenzwetschge

Familie: ‎Rosengewächse‎ (Rosaceae)
Gattung: Pflaume (‎Prunus)
Art: Hauspflaume‎ (Prunus domestica)
Unterart: Zwetschge (Prunus domestica subsp. domestica)

Sind Erdbeeren, Sommerhimbeeren und Aprikosen abgeerntet und die Äpfel noch nicht reif, kann ein Säulenzwetschgen-Bäumchen mit seinen, ab etwa August erntereifen Früchten, diese Versorgungslücke sehr schön schließen. Säulenzwetschgen sind als selbstfruchtbare, gegen viele Krankheiten widerstandsfähige Sorten erhältlich.

Sorte in meinem Genussgarten: Selbstfruchtbare, Scharka-Virus-resistente Säulenzwetschge „Fruca“.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Zwetschgen fühlen sich an einem warmen, sonnigen bis halbschattigen Platz am wohlsten.  Bei der Säulenzwetschge sollte man zwischen den Stämmchen einen Abstand von ca. 80 cm einhalten.

Gute Begleitpflanzen für Zwetschgenbaüme sind Brennnessel, Kapuzinerkresse, Ringelblume und Studentenblume.

Schlechte Nachbarn für Zwetschgenbaüme sind Beerensträucher, Nadelbäume und Wermut.

Pflanzung, geeigneter Boden

Säulenobstbäumchen, die man als Containerpflanzen kauft, kann man von März bis Oktober pflanzen, solange es frostfrei bleibt. Beste Pflanzzeit ist jedoch der Herbst, bis ca. Ende Oktober. Die Pflanze kann sich dann schon vor dem Winter an ihre neue Umgebung gewöhnen und schon neue Wurzeln treiben. Im Frühjahr startet sie dann besser in das neue Vegetationsjahr. Wie man ein Obstbäumchen pflanzt, finden Sie unter dem Thema „Obstbäume pflanzen…“.  

Kern- und Steinobst bevorzugt nährstoffreichen, humosen und wasserdurchlässigen Boden.

Außer zur Pflanzung in den Garten eignet sich die Säulenzwetschge auch sehr gut als Kübelpflanze für Balkon oder Terrasse. Der Pflanzbehälter muss natürlich groß genug sein, mindestens 20 Liter Fassungsvermögen sollten es fürs Erste schon sein. Als Substrat eignet sich lockere, humusreiche Gartenerde.

Damit man viele Jahre Freude an der Pflanze hat, sollte man sie alle drei Jahre umtopfen, dabei das Substrat ersetzen und die Wurzeln um ca. ein Drittel einkürzen. Bei sehr großen Kübeln reicht alle 5 Jahre. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen…“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Während der Blüten- und Fruchtbildung bis Ende August bekommt die Pflanze zusätzlich etwa 14-tägig kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Kübelpflanzen versorgt man im März und im Oktober mit einem organischen Streudünger oder Kompost und zusätzlich während der Blüten- und Fruchtbildung, etwa 14-tägig mit einem kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Zwetschgen benötigen nur mäßige aber regelmäßig Bewässerung, besonders ab der Blütezeit bis zur Fruchtreife. Staunässe unbedingt vermeiden.

Je nach Sorte bilden sich die Blüten und Früchte meist an den zwei- bis fünfjährigen Seitentrieben. Bei manchen Sorten bereits an den einjährigen. Eine Voraussetzung für eine üppige Blüte und einen guten Fruchtertrag ist ein regelmäßiger Schnitt.

Ein guter Schnittzeitpunkt für die Säulenzwetschge ist der August, nach der Ernte.

Die Seitentriebe werden auf 15-20 cm (3-4 Blattansätze) gekürzt. Aus den Blattansätzen der Seitentriebe wachsen die neuen Triebe, die ebenfalls auf 15-20 cm (3-4 Blattansätze) gekürzt werden.

Störende Triebe, die z.B. nach innen oder steil nach oben wachsen werden stummelfrei abgeschnitten. Einige Jahre nach der Pflanzung, falls das Bäumchen zu hoch wird, kann die Kürzung der Mittelachse erforderlich werden.

Unkraut innerhalb der Baumscheibe regelmäßig und möglichst mit Wurzeln, aber vorsichtig entfernen, um die oberen Wurzeln des Obstbäumchens nicht zu verletzen.

Zwetschgenbäume können von unterschiedlichen Schädlingen wie Frostspanner, Pflaumensägewespe, dem Pflaumenwickler, Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilbe, Fruchtfliegen befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Zwetschegenrost, Schrotschusskrankheit, Scharka-Krankheit, Monilia Fruchtfäule und Monilia  Spitzendürre, Verticillium-Welke. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Überwintern

Am gefährlichsten sind sehr kalte und trockene Nächte, denen tagsüber intensive Sonneneinstrahlung folgt, oder starke Fröste, die einer spätwinterlichen Wärmeperiode folgen.

Säulenobst im Freiland schützt man im Wurzelbereich mit einer Mulchschicht.

Nach eisigen Nächten und starker Sonneneinstrahlung am Tag könne Frostrisse in der Rinde entstehen. Ein Weißanstrich schützt Stamm und Haupttriebe gegen Frostrisse und das Eindringen von Krankheitserregern in Rindenverletzungen.

Kübelpflanzen überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter Platz in Hausnähe. Auf jeden Fall sollte es ein schattiger Platz sein. Den Kübel packt man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein und bedeckt den Wurzelballen mit Laub, Reisig oder einer Kokosscheibe.

Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett. Ab und zu, etwa monatlich , an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Die Früchte sind ca.  Anfang September erntereif, wenn sich die Fruchtstiele mit einer halben Drehbewegung leicht vom Zweig lösen.

Zum haltbar machen eignen sich die altbekannten Methoden – Dörren, Einwecken und die Verarbeitung zu Marmelade oder Mus, zu denen es zahlreiche Rezepte gibt.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Zum Reinbeisen sind natürlich die frisch gepflückten, voll ausgereiften, aber nicht überreifen Früchte die Besten. Zum Kuchen backen oder zu sonstiger Weiterverarbeitung verwende ich lieber Früchte kurz vor der Vollreife, weil deren Fruchtfleisch noch etwas fester ist und etwas mehr angenehme Fruchtsäure einbringt.