Johannisbeere

Johannisbeere rot

Lizenzhinweis: Jerzy Opioła, Ribes rubrum a1, CC BY-SA 3.0

Familie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Gattung: Johannisbeeren (Ribes)
Art: Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
Weiße und rosa Johannisbeeren sind Unterarten der roten Johannisbeere.

Ob man schwarze, weiße oder rote Johannisbeeren bevorzugt, richtet sich nach der beabsichtigten Verwendung und persönlichem Geschmack.

Die unterschiedlichen Arten haben etwas unterschiedliche Eigenschaften und Ansprüche an Standort und Pflege. Z.B. sind rote Johannisbeeren immer selbstfruchtbar, einige schwarze Sorten nicht, d.h. sie brauchen eine Befruchterpflanze. Auch beim Schnitt gibt es wesentliche Unterschiede, da schwarze Johannisbeeren am einjährigen Holz tragen, und rote am zwei- und dreijährigen Holz.

Die weitere Beschreibung bezieht sich nur auf rote Johannisbeeren (Ribes rubrum), da diese in privaten Gärten mit Abstand am häufigsten zu finden ist.

Für meinem Genussgarten habe ich eine rote Johannisbeere gewählt, nur einen Strauch (rote Johannisbeeren sind selbstfruchtbar), der schon viele Jahre, etwa von Ende Mai bis Mitte Juni, das erste, selbst angebaute Obst im Jahr liefert.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Johannisbeeren bevorzugen einen sonnigen und luftigen, wenn möglich etwas windgeschützten Platz. Rote Sorten kommen auch mit Halbschatten aus, schmecken dann aber etwas saurer. Ein einzelner Strauch braucht etwa 1-2 Quadratmeter Platz.

Gute Begleitpflanzen für Johannisbeeren sind Gartenkresse, Brennnesseln, Ringelblume und Tomaten.

Schlechte Nachbarn für Johannisbeeren sind Apfelbäume, Steinobstbäume, Nadelbäume, Rosen.

Pflanzung, geeigneter Boden

Die beste Zeit zur Pflanzung ist im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Bei Herbstpflanzung kann sich der Strauch dann schon vor dem Winter an seine neue Umgebung gewöhnen und schon neue Wurzeln treiben. Im Frühjahr startet er dann besser in das neue Vegetationsjahr.

Vor der Pflanzung wird der Wurzelballen 10 Minuten mit Wasser getränkt und danach etwas aufgeraut. Die Pflanze wird so eingesetzt, dass der Wurzelballen eben mit dem Boden ist.

Der Boden sollte pH-neutral, humusreich, locker und wasserdurchlässig sein.  Vor der Pflanzung arbeitet man pro Pflanze ca. 2 Liter reifen Kompost ein, bei schwereren Böden mehr.

Johannisbeeren eignen sich wegen ihrer flachen Wurzeln auch gut als Kübelpflanze. Der Strauch bietet allerdings eine relativ große Windangriffsfläche, d.h. das Pflanzgefäß muss so groß und schwer sein, dass es bei Sturm nicht umgeweht wird.

Als Substrat eignet sich humusreiche, lockere Gartenerde. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Während der Blüten- und Fruchtbildung bis Ende August bekommt die Pflanze zusätzlich etwa 14-tägig etwas kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Kübelpflanzen versorgt man im März und im Juni mit einem organischen Beerendünger und zusätzlich während der Blüten- und Fruchtbildung etwa 14-tägig mit einem kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Der Boden sollte nur mäßig feucht sein, Staunässe unbedingt vermeiden. Gießen muss man nur dann, wenn der Boden zu trocken wird. Dabei sollen die Blätter möglichst trocken bleiben.

Rote Johannisbeeren tragen am zwei- und dreijährigen Holz die meisten Früchte. Direkt nach der Ernte sollte man die Bodentriebe, die älter als 4 Jahre sind, kurz über dem Boden abschneiden. Sie sind gut zu erkennen, da sie die dicksten und die dunkelsten sind. Als Ersatz für die entfernten Triebe lässt man zwei bis drei kräftige, gut platzierte, diesjährige Ruten stehen. Die übrigen neuen Bodentriebe werden ebenfalls abgeschnitten.  

So erhält man einen Johannisbeerstrauch, mit 8 bis 12 gut tragenden Leitästen. Alle Verzweigungen dieser Leitäste, unterhalb von ca. 30 cm  (Bodenabstand) schneidet man komplett ab. Auch die nah zu den Leitästen wachsenden Konkurrenztriebe werden abgeschnitten, denn diese tragen selbst keine Früchte.

Alle verbleibenden Seitentriebe, die bereits Früchte getragen haben, schneidet man auf ca. einen Zentimeter lange Stummel zurück. Daraus wachsen die neuen Fruchttriebe, die im nächsten oder übernächsten Jahr Früchte tragen.

Die im laufenden Jahr gewachsenen Seitentriebe sind die fruchttragenden Triebe im kommenden Jahr. Diese werden nicht geschnitten, es sei denn, sie stehen zu dicht übereinander (weniger als eine Beerentraube lang ist). In diesem Fall schneidet man auch sie auf ca. einen Zentimeter lange Stummel zurück.

Rote Johannisbeeren können von unterschiedlichen Schädlingen wie der Johannisbeerblasenlaus, von Schildläusen, Blattwanzen, Fruchtfliegen und Spinnmilben oder Krankheiten wie Mehltau und der Verticillium-Welke befallen werden. Auch Vögel können schon sehr früh im Jahr, durch Knospenverbiss großen Schaden anrichten. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Überwintern

Johannisbeeren sind winterhart. Eine Mulchschicht schützt die Pflanzen zusätzlich vor Frost, und hilft, besonders den noch etwas empfindlichen Neupflanzen, gut über den Winter.

Kübelpflanzen überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter Platz in Hausnähe. Auf jeden Fall sollte es ein schattiger Platz sein. Den Kübel packt man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein und bedeckt den Wurzelballen mit Laub oder Reisig.

Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett. Ab und zu, etwa monatlich, an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Johannisbeeren blühen ab Ende April. Droht dann noch Nachtfrost, muss die Pflanze geschützt werden, z.B. mit einem übergestülpten Pfanzenvlies, das tagsüber wieder abgenommen wird. 

Ernten und haltbar machen

Die frühen Sorten liefern bereits ab ca. Anfang Juni die ersten reifen Früchte. Je nach Verwendung kann man die Beeren ernten, sobald sie Ihre kräftige rote Farbe angenommen haben, aber noch nicht voll ausgereift sind (z.B. zum Einkochen). Lässt man die Beeren noch ein paar Tage länger hängen reifen sie voll aus und werden süßer. Somit sind sie angenehmer für den Rohverzehr.

Zum haltbar machen kann man Johannisbeeren zu Marmelade einkochen, zu Saft verarbeiten oder einfrieren. Die kürzeste Haltbarkeit haben sie üblicherweise, wenn sie in Gestalt eines Johannisbeerkuchens daherkommen.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Durch ihren säuerlich-fruchtigen Geschmack geben Johannisbeeren süßen Desserts den besonderen Kick. Der Kontrast zwischen süß und säuerlich sollte aber nicht zu deutlich sein, sonst wirkt es wie eine Wechseldusche, mag ja nicht jeder. Also möglichst wenig Zucker verwenden, die halbe in zahlreichen Rezepten angegebene Menge reicht üblicherweise aus.