Himbeere

Familie: Rosengewächse‎ (Rosaceae)
Gattung: Rubus
Art: Himbeere (Rubus idaeus)

Falls Himbeere die Kurzform von „himmlische Beere“ ist, wäre das genau die richtige Wortsynthese für diese herrlich aromatische Frucht. Schön wäre auch Sinbeere – von „sinnliche Beere“ oder Glücksbeere, weil ihr Genuss einen zarten glücklichen Moment bescheren kann.

Um möglichst lange Himbeeren ernten zu können kann man früh tragende Sorten (Sommerhimbeeren) und spät tragende Sorten (Herbsthimbeeren) oder auch  zweimaltragende Sorten (Sommer- und Herbsthimbeeren) anbauen.

Ein Vorteil von Herbsthimbeeren ist, dass sie nicht von Himbeerkäfer- Larven befallen werden, da der Käfer zur Blütezeit im Juli/August keine Eier mehr ablegt.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Himbeeren fühlen sich an einem sonnigen bis halbschattigen, etwas windgeschützten Platz am wohlsten. Eine einzelne Himbeerpflanze benötigt etwa (Breite x Tiefe) 80×40 cm Anbaufläche und wächst bis ca. 1,80m hoch.

Zwischen zwei Pflanzenreihen ist ein Abstand von ca. 1 m sinnvoll, damit man genügend Platz für die Pflanzenpflege hat und die Pflanzen ausreichend Luft und Licht bekommen.

Himbeeren sollten nicht dahin gepflanzt werden, wo in den letzten 4 Jahren bereits Beeren aus der Familie der Rosengewächse standen. Von Kern- und Steinobstbäumen sollten sie einige Meter Abstand haben.

Gute Begleitpflanzen für Himbeeren sind Feldsalat, Lavendel, Melisse, Pflücksalat, Ringelblume, Schnittlauch, Studentenblume und Thymian.

Pflanzung, geeigneter Boden

Himbeeren bilden im Umkreis von ca. 2 Metern Rhizome, also unterirdische Wurzelausläufer, aus denen neue Triebe wachsen und andere Pflanzen verdrängen können. Will man das verhindern, kann man vor der Pflanzung eine Wurzelsperre in den Boden einbringen. Ca. 40 cm breit, etwas länger als die Pflanzenreihe und 40 cm tief.

Die beste Zeit zur Pflanzung ist im zeitigen Frühjahr oder im Herbst, spätestens im Oktober. Bei Herbstpflanzung muss das Gehölz im Wurzelbereich vor Kälte geschützt werden, z.B. durch anhäufeln von Erde, Laub oder Stroh.

Der Boden sollte humusreich, locker und wasserdurchlässig sein. Mit der Pflanzung sollte man pro Pflanze ca. 2 Liter reifen Kompost einarbeiten, bei schwereren Böden mehr. Da die Himbeere flach wurzelt, bietet sich bei schweren Böden auch eine Dammpflanzung an.

Vor der Pflanzung wird der Wurzelballen 10 Minuten mit Wasser getränkt und danach etwas aufgelockert. Die Pflanze wird so eingesetzt, dass der Wurzelballen mit etwa 3-5 cm Erde bedeckt ist. Mulchen ist bei Himbeeren besonders wichtig, da die Wurzeln sehr flach unter der Bodenoberfläche verlaufen und hacken zum Auflockern der Erde oder zur Unkrautbekämpfung die Wurzeln verletzen könnte. Sie auch Kapitel „Mulchen und Düngen kombinert …“.

Himbeeren benötigen ein Stützgerüst, das im einfachsten Fall aus Bambusstäben bestehen kann, oder aus einer Doppelpfahlkonstruktion, bei der die Triebe eines Jahres auf einer Seite, die des Folgejahres auf der anderen Seite hochgebunden werden (Näheres folgt weiter unten im Text).

Himbeeren eignen sich auch sehr gut für Kübelpflanzung. Als Stützhilfe können hier Bambusstäbe dienen. Geeignet ist ein Pflanzgefäß ab ca. 20 Liter. Als Substrat eignet sich humusreiche, lockere Gartenerde. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Während der Blüten- und Fruchtbildung bis zum Beginn der Fruchtreife bekommt die Pflanze zusätzlich etwa 14-tägig ein wenig kaliumreichen, organischen Flüssigdünger, vorzugsweise verdünnte Beinwelljauche.

Kübelpflanzen versorgt man im März und im Juni mit einem organischen Beerendünger und zusätzlich während der Blüten- und Fruchtbildung etwa 14-tägig mit einem kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Ein gleichmäßig, leicht feucht gehaltener Boden ist für Himbeeren ideal, da sie weder zu nasse, noch zu trockene Böden vertragen.

Der Boden um die Pflanzen sollte immer unkrautfrei sein. Vorsicht jedoch beim Jäten. Die flach wachsenden Himbeerwurzeln können leicht verletzt werden, mit unangenehmen Folgen. Also nicht hacken, sondern das Unkraut herausziehen, möglichst mit den Wurzeln.

Frühtragende Sorten (Sommerhimbeeren) tragen ihre Früchte an den vorjährigen Ruten, während die diesjährigen Ruten nachwachsen. Sinnvoll ist die Verwendung eines Doppelpfahlstützgerüstes, an dem die vorjährigen Ruten an einer Seite und die diesjährigen Ruten auf der anderen Seite hochgebunden werden. Die abgetragenen Ruten werden jeweils nach der Ernte ca. 3cm über dem Boden abgeschnitten

Spättragende Sorten (Herbsthimbeeren) tragen ihre Früchte an den diesjährigen Ruten. Die abgetragenen Ruten werden jeweils nach der Ernte ca. 3cm über dem Boden abgeschnitten.

Bei zweimal tragenden Sorten (Sommer- und Herbsthimbeeren) werden, nach der Sommerernte, die vorjährigen Triebe ebenfalls bodennah abgeschnitten. Bei den diesjährigen Ruten wird erst ca. Anfang März des folgenden Frühjahrs der Teil abgeschnitten, der im Herbst bereits Früchte trug (zu erkennen an den verbliebenen Stielen und Fruchtresten im oberen Rutenbereich).  Der Schnitt erfolgt über dem ersten Auge des Rutenteils, der noch keine Früchte trug. Der untere Rutenteil trägt im kommenden Sommer Früchte.

Seitentriebe werden bis auf ein Auge zurückgeschnitten. Sinnvoll ist auch hier die Verwendung eines Doppelpfahlstützgerüstes, an dem die vorjährigen Ruten an einer Seite und die diesjährigen Ruten auf der anderen Seite hochgebunden sind.

Beschädigte, schief wachsende und schwache Ruten werden großzügig entfernt. Pro Pflanze lässt man nicht mehr als 4-5 Ruten stehen, damit sie nicht zu dicht wächst, in einer Himbeerreihe maximal 8-10 Ruten pro Meter. Schwache oder störende Neutriebe können auch im Juni nochmals nachgeschnitten werden.

In höherem Alter werden Himbeeren krankheitsanfälliger. Deshalb ist es ratsam sie alle 10-12 Jahre zu erneuern.

Himbeeren können von unterschiedlichen Schädlingen wie Blattläusen, Schildläusen, Blattwanzen, Himbeerkäfer, Fruchtfliegen befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Grauschimmel, Fruchtfäule, Wurzelfäule, Rutenkrankheit, Himbeermosaik oder Verticillium-Welke. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Überwintern

Himbeeren sind winterhart. Eine Mulchschicht schützt die Pflanzen zusätzlich vor Frost, und hilft, besonders den noch etwas empfindlichen Neupflanzen, gut über den Winter.

Kübelpflanzen überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter Platz in Hausnähe. Auf jeden Fall sollte es ein schattiger Platz sein. Den Kübel packt man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein und bedeckt den Wurzelballen mit Laub oder Reisig.

Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett. Ab und zu, etwa monatlich, an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Sommerhimbeeren sind ab Mitte Juni erntereif, Herbsthimbeeren ab Mitte August bis Oktober.

Zum haltbar machen lassen sich Himbeeren gut einfrieren und natürlich zu Marmelade oder Konfitüre verarbeiten.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Für Himbeeren gilt Ähnliches wie für Erdbeeren, deshalb hier ein ähnlicher Text.
Frische Himbeeren, direkt aus dem eigenen Garten schaffen es oft gar nicht bis in die Küche. Falls doch, sollte man sie sehr bald verzehren oder verarbeiten. Immerhin würden sie wenige Tage im Kühlschrank überstehen können, was man Himbeeren aus dem Supermarkt nicht uneingeschränkt unterstellen kann.

Geschmacklich sind Himbeeren traumhaft. Himmlisch sind zerstampfte Himbeeren unter frischgeschlagene Sahne gemischt und auf einer frisch gebackenen Waffel serviert.

Sehr besonders sind frische Blattsalate oder Rote Bete Salat, deren Salatsoßen mit ein paar zerquetschten Himbeeren verfeinert sind.