Feige

Feige

Familie: Maulbeergewächse‎ (Moraceae)
Gattung: ‎Feigen‎ (Ficus carica)
Art: Echte Feige

In milden Regionen und geschützten Plätzen gedeiht auch in Mitteleuropa ein Feigenbaum recht gut. Er entwickelt sich zwar langsamer und wird in der Regel bei weitem nicht so groß wie in den warmen Gebieten rund ums Mittelmeer, trägt aber, bei guter Pflege, auch bei uns reichlich Früchte mit vollem Aroma.

Womit die sonst recht dekorative Pflanze nicht dienen kann sind auffallende Blüten. Feigen haben nämlich einen „hohlen Blütenstand“, d.h. die Blüten liegen sozusagen an den Innenwänden der jungen Frucht und sind von außen nicht sichtbar.

Bei der Auswahl der passenden Sorte ist eine fachliche Beratung, besonders bezüglich der Winterhärte und ggf. Eignung zur Kübelhaltung, hilfreich.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Feigen brauchen viel Sonne, Wärme und möglichst einen windgeschützten Standort. Besonders in klimatisch raueren Lagen bietet sich die Pflanzung in einen Kübel an, der geschützt, beispielsweise unter einem Terrassendach aufgestellt werden kann.

Pflanzung, geeigneter Boden

Feigenbäumchen die man als Containerpflanzen kauft, kann man von März bis Oktober pflanzen, solange es frostfrei bleibt. Beste Pflanzzeit ist jedoch der März, wenn keine strengen Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Wie man ein Obstbäumchen pflanzt, finden Sie unter dem Thema „Obstbäume pflanzen…“.

Sehr junge Bäumchen lässt man besser noch ein oder zwei Jahre in einem Kübel wachsen. Das erleichtert den Winterschutz, siehe „Überwintern“

Feigen bevorzugen einen humosen lockeren und wasserdurchlässigen Boden.

Will man die Feige dauerhaft in einem Kübel halten, wählt man am besten ein Feigenbaum-Stämmchen. Dann hat das Blattwerk gleich genug Bodenfreiheit und der Kübel lässt sich zum Überwintern leichter einpacken.

Der Pflanzbehälter muss natürlich groß genug sein, mindestens ca. 20 Liter Fassungsvermögen sollten es fürs Erste schon sein. Als Substrat eignet sich lockere, humusreiche Gartenerde, der man noch ca. 20 % Sand beimengt.

Damit man viele Jahre Freude an der Pflanze hat, sollte man sie alle drei Jahre umtopfen, und dabei das Substrat ersetzen. Ein geeigneter Zeitpunkt ist der März, bevor die Pflanze austreibt. Bei sehr großen Kübeln reicht alle 5 Jahre. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Zusätzlich bekommen die genügsamen Feigenbäume von April bis August, monatlich etwas kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Kübelpflanzen versorgt man im zeitigen Frühjahr und im Juni mit etwas organischem Streudünger oder Kompost und zusätzlich, von April bis August, 14-tägig mit einem kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Ein Feigenbaum benötigt nur mäßige Wassergaben. Der Boden bzw. das Substrat im Pflanzkübel sollten aber nicht über mehrere Tage zu trocken sein.  Bei üppigem Blattaustrieb und an heißen Sommertagen ist der Wasserbedarf natürlich am höchsten.

Die ideale Wuchsform einer Feige ist die Trichterform. Aus wenigen Haupttrieben, die idealerweise trichterförmig nach oben wachsen, verzweigen sich mehrere Nebentriebe mit dichtem Blattwerk.  Durch die trichterförmige Anordnung der Haupttriebe, bekommt auch das nach innen gerichtete Blattwerk ein Optimum an Sonne. Damit dieser Sonnentrichter gut funktioniert, können folgende Schnittmaßnahmen nötig werden, die der Pflanze Licht und Luft verschaffen: (dabei immer an den Sonnentrichter denken)

  • Die Haupttriebe sollten etwa gleich lang sein, ggf. kürzen.
  • Nebentriebe nicht zu lang werden lassen, bodennahe Nebentriebe ganz entfernen.
  • Konkurrierende (parallel wachsende) Triebe entfernen.
  • Nach innen wachsende Triebe kürzen oder entfernen.
  • Bei sich kreuzenden Trieben einen davon entfernen.
  • Nach Jahren ggf. zu lang gewordene Haupttriebe kürzen.

Was beim Schneiden auch noch wichtig ist:

  • Austretender Pflanzensaft reizt bei Berührung Haut, Schleimhäute und Augen. Deshalb empfiehlt es sich Handschuhe tragen und nichts in die Augen zu bringen. Allergiker sollten besonders vorsichtig sein.
  • Scharfes und sauberes Schnittwerkzeug verwenden.
  • Falls ein Trieb komplett entfernt wird, möglichst stummelfrei schneiden.
  • Der ideale Schnitt-Zeitpunkt ist Februar, bevor das neue Laub austreibt. Ggf. Winterschutz wieder anbringen.
  • Erfrorene und abgestorbene Triebe, verfärbte Blätter, verkümmerte Früchte, sollten bald und können jederzeit entfernt werden.
  • Die Früchte wachsen an den Trieben aus dem Vorjahr und an den neuen Trieben. Ein kräftiger Rückschnitt wirkt sich also auch kräftig auf den Ertrag aus.
  • So schneiden, dass schräge Schnittflächen entstehen von denen Regenwasser ablaufen kann.
  • Der Schnitt erfolgt immer direkt über einer nach außen gerichteten Knospe oder Verzweigung.

Feigenbäume können von unterschiedlichen Schädlingen wie Blattläusen, Spinnmilben, und dem Feigen-Spreizflügelfalter (Feigenblattmotte) befallen werden, oder von Krankheiten z.B. vom Feigenmosaikvirus und dem Feigenrost. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Lebensdauer und Überwintern

Bei sehr jungen Bäumchen ist es sinnvoll diese noch ein oder zwei Jahre in einem Kübel zu halten, und über Winter an einem vor starkem Frost geschützten, schattigen Platz aufzustellen.

Am gefährlichsten sind sehr kalte und trockene Nächte, denen tagsüber intensive Sonneneinstrahlung folgt, oder starke Fröste, die einer spätwinterlichen Wärmeperiode folgen.

Nach eisigen Nächten und starker Sonneneinstrahlung am Tag könne Frostrisse in der Rinde entstehen. Ein Weißanstrich schützt Stamm und Haupttriebe gegen solche Frostrisse und gegen das Eindringen von Krankheitserregern in Rindenverletzungen.

Freilandpflanzen schützt man im Wurzelbereich mit einer Mulchschicht. An einem rauen Standort eignet sich ein Pflanzenvlies zum Schutz Krone gegen eisigen Wind und intensive Wintersonne.

Kübelpflanzen überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter Platz in Hausnähe. Auf jeden Fall sollte es ein schattiger Platz sein. Den Kübel packt man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein und bedeckt den Wurzelballen mit Laub, Reisig oder einer Kokosscheibe.

Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett. Ab und zu, etwa monatlich, an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Frühe Sorten können bereits ab ca. Ende Juni geerntet werden, die (normal)-späten Sorten ab dem Spätsommer. Sie reifen nach und nach, sodass sich die Ernteperiode einige Wochen ausdehnen kann, bei milden Temperaturen bis Ende November.

Die Zeit der Reife kündigt sich an, wenn die Früchte innerhalb weniger Tage deutlich dicker werden. Die Feigen sind ausgereift, wenn die Haut schon beginnt leicht schrumpelig zu werden und sich leicht eindrücken lässt. Je nach Sorte haben sie sich dann von grün nach bräunlich-violett, bläulich, gelblich oder fast schwarz verfärbt, manche bleiben auch fast grün. Häufig platzen reife Feigen auch auf, dann hilft nur baldige Ernte und Verzehr oder Verarbeitung der Früchte.

Lässt man die reifen Früchte hängen, finden sich schnell Interessenten wie Wespen oder Ameisen ein.

Bei sehr geschützt (frostfrei) wachsenden Feigenbäumen können die Früchte, die im Herbst nicht ausgereift sind, über Winter hängen bleiben. Sie wachsen im Frühjahr weiter und liefern eine frühe Ernte.

Zum haltbar machen lassen sich Feigen gut trocknen. Am besten gelingt das mit einem Dörrgerät. Die getrockneten Früchte lagert man dann, kühl und dunkel in einem luftdicht verschlossenen Behälter.  Oder man verarbeitet sie beispielsweise zu Feigenmarmelade oder Feigenchutney.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

In reife, frisch gepflückte Feigen kann man einfach genießerisch reinbeißen und auch die zarte Schale mitessen. Wer die Schale nicht mag halbiert die Frucht und löffelt das Fruchtfleisch aus. Das zarte, harmonische Aroma der Feige gibt sowohl fruchtig-süßen als auch herzhaften Salaten, Naschereien mit Frischkäse oder Joghurt und Getreide-Gemüsezubereitungen eine sinnlich- geheimnisvolle Note.