Birne, Säulenbirne

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Familie: Rosengewächse‎ (Rosaceae)
Gattung: Birne (Pyrus communis)
Art: Kulturbirne
Sorte(n) in meinem Genussgarten: Condo und Obelisk (Winterbirne)  

Wie der Säulenapfel benötigt auch die Säulenbirne einen Befruchtungspartner. Dies kann ein Birnbaum sein, der in der Nähe (in Bienenflugweite, maximal ca. 80 – 100m Entfernung) steht. Wer sicher gehen will pflanzt zwei Säulenbirnen, die sich gegenseitig als Befruchtungspartner dienen. Wichtig ist, geeignete Partner-Sorten auszuwählen. Eine fachkundige Beratung vor dem Kauf ist sehr zu empfehlen.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Wie ihre großen Verwandten fühlen sich auch die Säulenobstbäumchen an einem sonnigen, luftigen Platz am wohlsten.

Bei Säulenbirnen-Bäumchen sollte man zwischen den Stämmchen einen Abstand von mindestens ca. 100 cm einhalten.

Birnenbäume sollten nicht dahin gepflanzt werden, wo in den letzten 3-4 Jahren bereits eine Kernobstart stand. In der Umgebung der Vorgängerpflanze angesiedelten Schadorganismen und die angereicherten Wurzelausscheidungen könnten der jungen Pflanze schaden.

Gute Begleitpflanzen für Birnenbäume sind Brennnessel, Melisse, Kapuzinerkresse, Löwenzahn, Ringelblume und Studentenblume.

Schlechte Nachbarn für Birnenbäume sind Beerensträucher, Nadelbäume, Wachholder, Wermut und Salbei.

Wächst in der Nähe eines Birnbaums Wacholder, besteht erhöhte Gefahr der Übertragung von Birnengitterrost vom Wacholder (Wirt für Birnengitterrost) auf den Birnbaum.

Pflanzung, geeigneter Boden

Säulenobstbäumchen, die man als Containerpflanzen kauft, kann man von März bis Oktober pflanzen, solange es frostfrei bleibt. Beste Pflanzzeit ist jedoch der Herbst, bis ca. Ende Oktober. Die Pflanze kann sich dann schon vor dem Winter an ihre neue Umgebung gewöhnen und schon neue Wurzeln treiben. Im Frühjahr startet sie dann besser in das neue Vegetationsjahr. Wie man ein Obstbäumchen pflanzt, finden Sie unter dem Thema „Obstbäume pflanzen…“.  

Kern- und Steinobst bevorzugt nährstoffreichen, humosen und wasserdurchlässigen Boden.

Außer zur Pflanzung in den Garten eignet sich Säulenobst auch sehr gut als Kübelpflanze für Balkon oder Terrasse. Der Pflanzbehälter muss natürlich groß genug sein, mindestens 20 Liter Fassungsvermögen sollten es fürs Erste schon sein. Als Substrat für Kübelpflanzen eignet sich lockere, humusreiche Gartenerde.

Damit man viele Jahre Freude an der Pflanze hat, sollte man sie alle drei Jahre umtopfen, dabei das Substrat ersetzen und die Wurzeln um ca. ein Drittel einkürzen. Bei sehr großen Kübeln reicht alle 5 Jahre. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Während der Blüten- und Fruchtbildung bis Ende August bekommt die Pflanze zusätzlich etwa 14-tägig kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Kübelpflanzen versorgt man im März und im Oktober mit einem organischen Streudünger oder Kompost und zusätzlich während der Blüten- und Fruchtbildung etwa 14-tägig mit einem kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Die Bäumchen benötigen nur mäßige, aber regelmäßig Bewässerung, besonders ab der Blütezeit bis zur Fruchtreife. Staunässe unbedingt vermeiden.

Damit der Baum seine Säulenform behält werden Mitte bis Ende Juni alle Seitentriebe auf 10 bis 15 cm gekürzt.

Die Blüten bilden sich im nächsten Frühjahr an den neuen Seitentrieben.

Etwa ab ca. Mitte Mai bis Mitte Juni werfen die Bäume unzureichend befruchtete und schlecht entwickelte Früchte von selbst ab (Junifruchtfall). Bleibt dennoch ein zu reicher Fruchtansatz, sollte man deshalb bis ca. Mitte Juni den Überschuss an Früchten ausdünnen und nur 2 bis 3 Früchte pro Büschel stehen lassen. Hängen die Fruchtbüschel zu dicht aufeinander, kann man einige auch ganz entfernen. Durch das Ausdünnen profitieren die am Baum verbleibenden Früchte, sie werden größer, schöner und aromatischer. Außerdem kann Feuchtigkeit schneller abtrocknen.

Ein zu reicher Fruchtansatz könnte außerdem der Pflanze zu viel Kraft kosten, die Ernte im Folgejahr könnte sogar komplett ausfallen (Alternanz).

Unkraut innerhalb der Baumscheibe regelmäßig und möglichst mit Wurzeln, aber vorsichtig entfernen, um die oberen Wurzeln des Bäumchens nicht zu verletzen.

Birnbäume können von unterschiedlichen Schädlingen wie Apfelwickler, Apfelsägewespe, Blattläuse, Blutläuse, Blattwanzen, Frostspanner, Spinnmilbe befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Birnengitterrost, Monilia Spitzendürre, Monilia Fruchtfäule, Verticillium-Welke. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Überwintern

Am gefährlichsten sind sehr kalte und trockene Nächte, denen tagsüber intensive Sonneneinstrahlung folgt, oder starke Fröste, die einer spätwinterlichen Wärmeperiode folgen.

Säulenobst im Freiland schützt man im Wurzelbereich mit einer Mulchschicht. Ein Weißanstrich schützt Stamm und Haupttriebe gegen Frostrisse und das Eindringen von Krankheitserregern in Rindenverletzungen.

Kübelpflanzen überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter Platz in Hausnähe. Auf jeden Fall sollte es ein schattiger Platz sein. Den Kübel packt man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein und bedeckt den Wurzelballen mit Laub, Reisig oder einer Kokosscheibe.

Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett. Ab und zu, etwa monatlich, an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Je nach Sorte sind Birnen etwa im September / Oktober erntereif. Die Fruchtstiele sollten sich durch eine halbe Drehbewegung leicht vom Zweig lösen, sonst noch hängen lassen.

Sommerbirnen kann man am Baum voll ausreifen lassen und nach der Ernte direkt verzehren oder verarbeiten.

Lagerfähig sind nur die Winterbirnen. Zum Lagern erntet man die Früchte am besten dann, wenn sie noch nicht voll ausgereift sind. Gelagert werden nur Früchte ohne Verletzungen oder Druckstellen, der Stiel bleibt dran. Günstige Lagertemperaturen sind etwa 4 bis 8 °C.

Gelagerte Früchte müssen ab und zu inspiziert werden, weil sich Faulstellen schnell ausbreiten und auch Nachbarfrüchte anstecken können. 2 Tage vor dem Verzehr lässt man die Früchte bei Zimmertemperatur nachreifen.

Einfacher und sicherer ist es die Birnen einzukochen.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Pflücken und reinbeißen ist bei Obst immer eine gute Option. Birnenkuchen mit Rahm, Birne mit Schoko-Eis, Birnenchutney, fruchtigfrische Birnenkaltschale für den Sommer, würziges Birnenkompott für den Winter ….    – hoffentlich sind die Birnen bald reif.