Aprikose, Säulenform

 

Familie: Rosengewächse‎ (Rosaceae
Gattung: ‎Prunus (heute: alle Steinobstgewächse)
Art: Aprikose (Prunus armeniaca)
Sorte(n) in meinem Genussgarten:  Orangered und Armi-Col. Beide Sorten sind widerstandsfähig gegen die Scharka-Krankheit und gegen Monilia-Fruchtfäule.

Aprikosenbäume sind einfach schön. Besonders wenn sie sich malerisch mit üppiger Blüte und farbintensiven Früchten präsentieren. Ein hübsches Bild. Soll es Realität werden gibt es bei Pflege und Schutz, aber auch schon beim Kauf der Bäumchen einiges zu beachten.

Viele, aber eben nicht alle Aprikosensorten sind selbstfruchtbar. Nicht selbstfruchtbare Sorten benötigen einen Befruchtungspartner. Dies kann ein bereits vorhandener Aprikosenbaum sein, der in der Nähe (in Bienenflugweite, maximal ca. 80 – 100m Entfernung) steht. Wer sicher gehen will pflanzt zwei Aprikosenbäumchen (unterschiedliche Sorten, die zur gleichen Zeit blühen), die sich gegenseitig als Befruchtungspartner dienen. Wichtig ist eine geeignete Partner-Sorte auszuwählen. Eine fachkundige Beratung vor dem Kauf ist sehr zu empfehlen.

Für Gegenden mit rauerem Klima empfiehlt sich eine spätblühende Sorte, da die Blüten besonders frostempfindlich sind.

Oft werden im Handel Säulenaprikosen angeboten, die sich schon bald als sehr wuchsfreudig erweisen. Bei diesen Bäumchen erhält man die Säulenform durch einen regelmäßigen Schnitt (siehe weiter unten im Text).

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Die Aprikose braucht viel Sonne und Wärme, ein windgeschützter Platz wäre ideal. Sie sollte allerdings nicht dahin gepflanzt werden, wo in den letzten 3-4 Jahren zuvor ein anderes Steinobstgewächs stand. In der Umgebung der Vorgängerpflanze angesiedelten Schadorganismen und die angereicherten Wurzelausscheidungen könnten sonst dem neuen, jungen Aprikosenbäumchen schaden.

Gute Begleitpflanzen für Aprikosenbäume sind Kapuzinerkresse, Melisse, Pfefferminze und Ringelblume.

Schlechte Nachbarn für Aprikosenbäume sind Kernobst- und Steinobstbäume, Beerensträucher, Fichten und Salbei.

Pflanzung, geeigneter Boden

Aprikosenbäumchen, die man im Fachhandel als Containerpflanze kauft, kann man von März bis Oktober pflanzen, solange es frostfrei bleibt. Beste Pflanzzeit für die Aprikose ist jedoch der März, wenn keine strengen Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Wie man ein Obstbäumchen pflanzt, finden Sie unter dem Thema „Obstbäume pflanzen…“.

Bei Säulenaprikosen sollte man zwischen den Stämmchen einen Abstand von mindestens ca. 1,2 bis 1,5m einhalten.

Aprikosen bevorzugen einen eher nährstoffarmen, humosen und wasserdurchlässigen Boden.

Außer zur Pflanzung in den Garten eignen sich Säulenaprikosen auch sehr gut als Kübelpflanze für Balkon oder Terrasse. Besonders in klimatisch rauen Lagen bietet sich die Pflanzung in einen Kübel an, der vor Wetterkapriolen geschützt, beispielsweise unter einem Terrassendach aufgestellt werden kann.

Der Pflanzbehälter muss natürlich groß genug sein, mindestens 20 Liter Fassungsvermögen sollten es für‘s Erste schon sein.

Als Substrat für Kübelpflanzen eignet sich lockere, kompostreiche Gartenerde. Damit man viele Jahre Freude an der Pflanze hat, sollte man sie alle drei Jahre umtopfen, dabei das Substrat ersetzen und die Wurzeln um ca. ein Drittel einkürzen. Bei sehr großen Kübeln reicht alle 5 Jahre. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema  „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Aprikosen sind sehr genügsam. Zusätzlich zu dieser Grunddüngung bekommen sie von Ende Juni bis Ende August monatlich ein wenig kaliumreichen, organischen Flüssigdünger, vorzugsweise verdünnte Beinwelljauche.

Kübelpflanzen versorgt man im März und im Oktober mit etwas organischen Streudünger oder Kompost und zusätzlich während der Blüten- und Fruchtbildung etwa 14-tägig mit einem kaliumreichen organischen Flüssigdünger. Auch bei Kübelpflanzen hilft eine Mulchdecke z.B. aus kleingehäckseltem Grünschnitt das Substrat gleichmäßig feucht zu halten.

Die Aprikosenbäumchen benötigen ab dem Frühjahr eine mäßige aber regelmäßige Bewässerung, besonders ab der Blütezeit bis zur Fruchtreife. Staunässe unbedingt vermeiden, durch zu viel Nässe können heranreifende Früchte aufplatzen. Bei zu trockenem Boden werden Früchte abgeworfen.

Aprikose, neue Mittelachse Eine Voraussetzung für eine üppige Blüte und einen guten Fruchtertrag ist der regelmäßige Schnitt. Dabei geht es darum, genügend Licht in den Baum bringen. Um die Bildung der fruchtholztragenden Seitentriebe zu fördern, wird die Mittelachse gekürzt und ein endständiger, kräftiger Seitentrieb als neuer Mitteltrieb nach oben gezogen. Dieser neue Mitteltrieb wird dann wiederum beim nächsten Schnitt auf ca. 40 cm gekürzt.
Wenn das Bäumchen nach einigen Jahren zu hoch geworden ist, kann man die Mittelachse auch stärker kürzen, und weiterhin in gleicher Weise vorgehen wie oben beschrieben.

Störende Triebe, die z.B. nach innen oder steil nach oben wachsen werden stummelfrei abgeschnitten. Auch große steile, innere Äste werden stummelfrei entfernt. Schwächere, nach außen strebende Äste bleiben trichterförmig stehen. Abgetragenes Fruchtholz wird stummelfrei entfernt.

Die Seitentriebe werden auf ca. 30 bis 40 cm gekürzt. Die Spitze des Mitteltriebes soll die Spitzen der oberen Seitentriebe um ca. 20-30 cm überragen.

An den 2-jährigen Seitentrieben bildet sich das Fruchtholz (Fruchtspieße), das im Folgejahr die Blüten und die Früchte trägt. Diese kürzt man auf eine Länge von max. 20 cm, oder entfernt einige komplett um die Pflanze auszudünnen.

Für den Schnitt eignen sich zwei Zeitpunkte. Einmal im frühen Frühjahr, kurz vor der Blüte (zum Stadium der weißen Knospe bzw. roten Knospe), oder nach der Ernte – ca. Mitte August bis Ende September, wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist. Zu erkennen daran dass die rötlich gefärbten, jungen Triebspitzen nun satt grün geworden sind.

Die üppige Aprikosenblüte ist optisch ein wahrer Genuss. Hinsichtlich der Fruchtbildung und einer guten Ernte aber nicht optimal. Es würden zu viele Früchte entstehen, die sich weniger gut entwickeln und sogar den Baum überfordern könnten. Deshalb bricht man etwa die Hälfte der Blüten aus. Die richtige Zeit dafür ist kurz vor dem Aufbrechen der Blüte und während der Blüte, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. (Siehe dazu auch „Überwintern“ weiter unten im Text).

Haben sich aus den verbleibenden Blüten später schon kleine Früchte gebildet, entfernt man davon nochmals ca. ein Fünftel. Ideal ist, wenn die verbleibenden Früchte etwa 6-8 cm Abstand zueinander haben. Damit entwickeln sich die Früchte besser, Feuchtigkeit kann schneller abtrocknen, der Baum wird weniger gestresst und bleibt gesund. 

Etwa zu Beginn der Steinbildung, werfen die Bäume dann noch die unzureichend befruchteten und schlecht entwickelten Früchte von selbst ab.

Aprikosenbäume können von unterschiedlichen Schädlingen wie Frostspanner, Spinnmilbe, Gespinstmotte, Schildläuse, Fruchtfliegen befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Monilia Spitzendürre, Monilia Fruchtfäule, Scharka-Krankheit, Verticillium-Welke, Schrotschusskrankheit, Bakterienbrand. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Überwintern

Am gefährlichsten sind sehr kalte und trockene Nächte, denen tagsüber intensive Sonneneinstrahlung folgt. Dadurch können Frostrisse in der Rinde entstehen. Ein Weißanstrich schützt Stamm und Haupttriebe gegen solche Frostrisse und gegen das Eindringen von Krankheitserregern in Rindenverletzungen. Die gemulchte Baumscheibe schützt den Wurzelbereich der Pflanze.

Aprikosenbäume sind nur in ihrer sehr kurzen in der Winterpause frostfest. Sie treiben sehr früh wieder aus. Andauernden strengen Frost verträgt der Aprikosenbaum dann nicht mehr so gut.

Besonders kritisch ist die Situation für die Blüten und jungen Früchte, wenn nach einer Wärmephase im Spätwinter oder im Frühjahr, Nachtfröste folgen. Die Blüten vertragen nur sehr leichten Frost, wenn dieser nicht zu lange anhält. Kleinere Aprikosenbäume, die in Süd- oder Südwestlage stehen, kann man beschatten und damit die Blüte noch etwas hinauszögern. Dazu umwickelt man die Pflanze mit einem Pflanzenvlies, das man bei „normaler“ Witterung wieder abnimmt. Ein Vlies bietet auch während der Blüte ein wenig Schutz gegen eisigen Wind und  leichtere Fröste.  

Kübelpflanzen überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter Platz in Hausnähe. Auf jeden Fall sollte es ein schattiger Platz sein. Den Kübel packt man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein und bedeckt den Wurzelballen mit Laub, Reisig oder einer Kokosscheibe. Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett. Ab und zu, etwa monatlich, an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Je nach Sorte kann ca. Ende Juni bis Mitte August geerntet werden. Die Früchte sollen noch fest sein, und sich leicht vom Stiel lösen lassen. Nicht zu spät ernten, da überreife Früchte mehlig werden.  Angefaulte Aprikosen besser nicht verzehren, sie können gesundheitsschädlich sein. 

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Soll ich nun gleich in diese malerischen, herrlich aromatischen Früchte reinbeißen, oder soll ich sie doch lieber in einer himmlischen Aprikosentarte weiter veredeln? Soll ich sie lieber einlegen und als süßen Sommergruß für den Winter aufbewahren, oder vielleicht doch als raffinierte Zutat zu einem würzigen Couscous-Gericht einen weiteren Stern am Gourmet-Himmel zum Leuchten bringen lassen?

Wie auch immer, Aprikosen inspirieren zu genießerischer Schwärmerei.