Apfel, Säulenapfel

Säulenapfel
Säulenapfel

Familie: ‎Rosengewächse‎ (Rosaceae)
Gattung: ‎Äpfel (Malus)
Art: Kulturapfel (Malus domestica…)

Warum sind Äpfel so beliebt? – 3 gute Gründe

Äpfel sind praktisch. Sie lassen sich auch im „normalen Haushalt“ gut lagern und transportieren, im einfachsten Fall in die Hosentasche stecken und mit in die Schule oder zu Arbeit nehmen – Machen Sie das mal mit Erdbeeren.

Äpfel sind vitamin- mineralstoff- und ballaststoffreich und deshalb gesund.

Äpfel schmecken gut, und das sowohl unverarbeitet als auch in zahlreichen Zubereitungen. Dabei stellt der erstaunliche Sortenreichtum sicher, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

In meinem Genussgarten wachsen die Säulenapfelsorten Rhapsodie und Rondo, die sich gegenseitig als Befruchtungspartner dienen.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Wie ihre großen Verwandten fühlen sich auch die Säulenobstbäumchen an einem sonnigen, luftigen Platz am wohlsten.

Beim Säulenapfel sollte man zwischen den Stämmchen einen Abstand von mindestens ca. 80 cm einhalten.

Apfelbäume sollten nicht dahin gepflanzt werden, wo in den letzten 3-4 Jahren bereits eine Kernobstart stand. In der Umgebung der Vorgängerpflanze angesiedelten Schadorganismen und die angereicherten Wurzelausscheidungen könnten der neuen, jungen Pflanze schaden.

Gute Begleitpflanzen für Apfelbäume sind Brennnesseln, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Löwenzahn, Melisse, Pfefferminze und Ringelblumen.

Schlechte Nachbarn für Apfelbäume sind Beerensträucher, Nadelbäume und Wermut.

Pflanzung, geeigneter Boden

Säulenobstbäumchen, die man als Containerpflanzen kauft, kann man von März bis Oktober pflanzen, solange es frostfrei bleibt. Beste Pflanzzeit ist jedoch der Herbst, bis ca. Ende Oktober. Die Pflanze kann sich dann schon vor dem Winter an ihre neue Umgebung gewöhnen und schon neue Wurzeln treiben. Im Frühjahr startet sie dann besser in das neue Vegetationsjahr.

Wie man ein Obstbäumchen pflanzt, finden Sie unter dem Thema „säen und pflanzen…“.

Apfelbäume bevorzugen nährstoffreichen, humosen und wasserdurchlässigen Boden.

Außer zur Pflanzung in den Garten eignet sich Säulenobst auch sehr gut als Kübelpflanze für Balkon oder Terrasse. Der Pflanzbehälter muss natürlich groß genug sein, mindestens 20 Liter Fassungsvermögen sollten es fürs Erste schon sein. Als Substrat eignet sich lockere, kompostreiche Gartenerde.

Damit man viele Jahre Freude an der Pflanze hat, sollte man sie alle drei Jahre im Herbst umtopfen, dabei das Substrat ersetzen und die Wurzeln um ca. ein Drittel einkürzen. Bei sehr großen Kübeln reicht alle 5 Jahre. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Während der Blüten- und Fruchtbildung bis Ende August bekommt die Pflanze zusätzlich etwa 14-tägig etwas kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Kübelpflanzen versorgt man im März und im Oktober mit einem organischen Streudünger oder Kompost und zusätzlich während der Blüten- und Fruchtbildung etwa 14-tägig mit einem kaliumreichen, organischen Flüssigdünger. Auch bei Kübelpflanzen hilft eine dünne Mulchschicht z.B. aus kleingehäckselten Gartenabfällen, das Substrat gleichmäßig feucht zu halten.

Die Apfelbäumchen benötigen nur mäßige, aber regelmäßig Bewässerung, besonders ab der Blütezeit bis zur Fruchtreife. Staunässe unbedingt vermeiden.

Etwa ab Anfang Mai bis Mitte Juni werfen die Bäume unzureichend befruchtete und schlecht entwickelte Früchte von selbst ab (Junifruchtfall).

Bleibt dennoch ein zu reicher Fruchtansatz sollte man bis ca. Mitte Juni den Überschuss an Früchten ausdünnen und nur wenige Früchte pro Büschel stehen lassen. Hängen die Fruchtbüschel zu dicht aufeinander kann man auch einige ganz entfernen. Durch das Ausdünnen profitieren die am Baum verbleibenden Früchte, sie werden größer, schöner und aromatischer. Außerdem kann Feuchtigkeit schneller abtrocknen.

Ein zu reicher Fruchtansatz könnte außerdem der Pflanze zu viel Kraft kosten, die Ernte im Folgejahr könnte sogar komplett ausfallen. Beim Säulenapfel lasse ich maximal ca. 30 Äpfel am gesamten Bäumchen ausreifen.

Säulenobstbäumchen sollten regelmäßig geschnitten werden. Als Schnittzeitpunkt eignet sich ein frostfreier Tag im späten Winter (Winterschnitt), oder Mitte bis Ende Juni (Sommerschnitt), den ich bevorzuge.  Seitentriebe werden auf 2-3 Knospen bzw. Blattansätze oder Blattbüschel zurückgeschnitten. Parallel wachsende (konkurrierende) und nach innen wachsende Triebe, sowie ggf. die steil nach oben wachsenden Triebe werden entfernt.  Längere Seitenzweige (länger als ca. 25 cm) direkt am Stamm stummelfrei abschneiden.

Einige Jahre nach der Pflanzung, falls das Bäumchen zu hoch wird, kann die Kürzung der Mittelachse erforderlich werden. Als Schnittzeitpunkt empfiehlt sich der August. Dann ist der Saftdruck schon geringer und die Wunde verschließt sich schneller als bei einem Spätwinterschnitt.

Unkraut innerhalb der Baumscheibe regelmäßig und möglichst mit Wurzeln, aber vorsichtig entfernen, um die oberen Wurzeln des Bäumchens nicht zu verletzen.

Apfelbäume können von unterschiedlichen Schädlingen wie Frostspanner, Apfelblütenstecher, Apfelwickler, Apfelsägewespe, grüne Apfelblattlaus, Blutlaus, Minierfliege, Miniermotte, Apfelwanze und Spinnmilbe befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Monilia Spitzendürre, Kelchfäule, Kragenfäule, Monilia Fruchtfäule, Verticillium-Welke, und Apfelschorf.

Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Überwintern

Am gefährlichsten sind sehr kalte und trockene Nächte, denen tagsüber intensive Sonneneinstrahlung folgt, oder starke Fröste, die einer spätwinterlichen Wärmeperiode folgen.

Säulenobst im Freiland schützt man im Wurzelbereich mit einer Mulchschicht. Ein Weißanstrich schützt Stamm und Haupttriebe gegen Frostrisse und das Eindringen von Krankheitserregern in Rindenverletzungen.

Kübelpflanzen überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter und schattiger Platz in Hausnähe. Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett und packt ihn man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein.  und Der Wurzelballen wird mit Laub, Reisig oder einer Kokosscheibe bedeckt.

Ab und zu, etwa monatlich an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Je nach Sorte kann ab ca. Anfang September bis Mitte Oktober geerntet werden.  Die Fruchtstiele sollten sich durch eine halbe Drehbewegung leicht vom Zweig lösen, sonst noch hängen lassen.

Die Lagerfähigkeit ist stark sortenabhängig. Gelagert werden nur Früchte ohne Verletzungen oder Druckstellen, der Stiel bleibt dran. Günstige Lagertemperaturen sind etwa 4 bis 8 °C. Eine hohe Luftfeuchtigkeit verlangsamt die Austrocknung der Früchte.

Äpfel werden am besten sortenrein in sauberen Kisten und nicht neben anderem Obst gelagert. Das durch die Nachreifung der Äpfel austretende Äthylen beschleunigt die Reifung der Nachbarn.

Gelagerte Früchte müssen ab und zu inspiziert werden, weil sich Faulstellen schnell ausbreiten und auch Nachbarfrüchte anstecken können.

Länger und sicherer kann man Äpfel in verarbeiteter Form lagern, z.B. als Apfelmus, Apfelkompott oder getrocknete Apfelringe.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Pflücken und reinbeißen, oder doch lieber eins der unzähligen Apfelkuchenrezepte ausprobieren? Am besten beides, und oft, dann erledigt sich das mit der Lagerung von selbst.