Unkraut – vielfältige Pflanzenwelt – oft aber störend im Nutzgarten

Den Begriff Unkraut verwende ich nicht so gerne, und nur deshalb, weil er im allgemeinen Verständnis eindeutiger und geläufiger ist als Beikraut oder Wildkraut. In vielen  Fällen sind das, was man als Unkraut bezeichnet sehr schöne, oft wohlduftende, manchmal auch verzehrbare und wohlschmeckende und sogar heilsame Pflanzen, die weder die Silbe „Un“ verdient haben, und oft auch kein Kraut sind – und auf jeden Fall zur wichtigen Artenvielfalt in der Pflanzenwelt beitragen.

Was mit Unkraut gemeint ist sind eben alle Pflanzen, die ungewollt auf den Beeten wachsen, unsere Nutzpflanzen in ihrem Gedeihen stören, ihnen Nahrung, Wasser, Luft und Licht nehmen und sogar Wirtspflanzen für diverse Krankheitserreger sein können. Beispielsweise sind viele Unkräuter Kreuzblütler, wie die Kohlarten und können deshalb Wirtspflanzen für Kohlkrankheiten sein.

Im naturnahen Nutzgarten gibt es nur zwei empfehlenswerte Methoden Unkraut zu bekämpfen. Zum einen das sorgfältige, manuelle Entfernen mit Hilfe von Gartenwerkzeugen und selbstverständlich ohne chemische Unkrautvernichtungsmittel, zum anderen das Mulchen. Bei den meisten Unkräutern genügt es, wenn man die Erde etwas auflockert und die Pflanzen mit der Wurzel herauszieht. Dabei vorsichtig vorgehen, um die Wurzeln der Nutzpflanzen nicht zu verletzen.

Einige Unkräuter breiten sich auch über unterirdische Wurzeltriebe (Rizome) aus. Kappt man diese, wachsen aus den Teilstücken neue Triebe und man hat am Ende mehr Unkraut als zuvor. Hier gilt es gründlich vorzugehen, die Erde mit einer Grabgabel tiefgründig aufzulockern und Pflanze mit allen unterirdischen Trieben, die schon mal einen Meter lang und länger sein können, zu entfernen.

Typische Vertreter dieser Spezies sind z.B. Giersch, Ackerschachtelhalm, die Große Brennnessel, Knöterich und die Quecke.

Unkraut sollte möglichst früh und mit Wurzel entfernt werden, je länger man wartet, desto mehr Arbeit hat man und desto mehr Nahrung und Wasser müssen die Nutzpflanzen mit dem Unkraut teilen.

Unkraut das schon Samen gebildet hat wird besser nicht zum Kompost gegeben, sonst trägt man es über diesem Weg wieder in die Beete. Diese Unkräuter sind in der Biotonne gut aufgehoben, oder noch viel besser im Bokashi-Eimer. Unkraut mit Rhizomen lässt man gut trocknen, dann kann es zum Kompost.