Substrate, gute Grundlage für spezielle Fälle

Für Gewächse in Pflanzgefäßen kann es sinnvoll sein ein passendes, professionell gemischtes Substrat zu verwenden. Die Alternative wäre, sich Substrate aus lockerer humusreicher Erde, Kompost und Sand in unterschiedlichen Mengenanteilen selbst zu mischen.

Im Handel erhältliche Substrate werden in der Regel industriell hergestellt. Dazu werden, speziell für unterschiedliche Anwendungsfälle, natürliche Materialien und weitere Zusätze passend gemischt. Für den naturnahen Garten sollte man bevorzugt Substrate in Bio-Qualität verwenden. Hauptbestandteile sind humusreiche Erde und leider immer noch Torf. Inzwischen gibt es in Handel auch viele torffreie Substrate, die man als umweltbewusster Gärtner bevorzugen kann. Gute Substrate sind praktisch frei von Schadstoffen, Krankheitserregern oder Schädlingen.

Im Handel gekaufte Substrate sind entsprechend ihrem Verwendungszweck bereits gedüngt. Für einige Wochen nach der Pflanzung kann man deshalb auf weitere Düngung verzichten.

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Anzuchterde, Aussaaterde

Pikiererde

Kräutererde

Kübelpflanzenerde / Topfpflanzenerde / Balkonkastenerde

Tomaten- und Gemüseerde

Pflanzerde

Torf


Anzuchterde, Aussaaterde

Zum Vorziehen von Jungpflanzen aus Saatgut empfehle ich auf jeden Fall die Verwendung einer fertigen Anzuchterde aus dem Handel. Anzuchterden enthalten sehr wenig Nährstoffe, damit die empfindlichen Wurzeln der Keimlinge nicht gestresst werden und sich auf der Suche nach Nahrung gut entwickeln.  

Anzuchterden/Aussaaterden sind sehr feinkrümelig, locker und zur Vermeidung von Staunässe wasserdurchlässig. Außerdem enthalten sie praktisch keine Krankheitserreger und Schädlinge, damit die jungen Pflänzchen einen beschwerdefreien Start haben.

Siehe auch Kapitel „säen und pflanzen“.

Pikiererde

Pikiererden sind leicht aufgedüngt. Sind die in Anzuchtschalen vorgezogenen Sämlinge kräftig genug, können sie für ihre nächste Entwicklungsphase in einzelne, mit Pikiererde gefüllten Anzuchttöpfchen umgepflanzt (pikiert) werden. In der Pikiererde finden sie ausreichend Nährstoffe, um sich gut weiter zu entwickeln.

Siehe auch Kapitel „säen und pflanzen“.

Kräutererde

Kräutererde aus dem Handel kann für Anbau bestimmter Kräuter in Pflanzgefäßen sinnvoll sein. Beim Kauf einer Kräutererde muss man jedoch genauer hinschauen. Denn die unterschiedlichen Kräuter, haben unterschiedliche Bedürfnisse, die nicht ausreichend mit nur einem Substrat befriedigt werden können.

Beispielsweise fühlen sich viele Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei in einem nährstoffarmen, gut wasserdurchlässigen Substrat am wohlsten. Für diese Kräuter kann als Substrat auch eine selbst hergestellte Mischung aus Gartenerde und Sand verwendet werden.

Andere Kräuter wie Basilikum, Estragon, Petersilie, Schnittlauch und einige mehr mögen lieber lockere humose, nährstoffreichere Substrate, die auch Wasser und Nährstoffe speichern können. Diese Kräuter sind in einer lockeren, humosen  Gartenerde gut aufgehoben.

Kübelpflanzenerde / Topfpflanzenerde / Balkonkastenerde

Diese Substrate für Pflanzgefäße haben eine gleichbleibend stabile und dennoch lockere  Struktur. Sie neigen nicht so schnell zum Verschlämmen und Verklumpen, wodurch die Gefahr von Staunässe gemindert wird. Trotzdem können sie Wasser gut speichern, eine wichtige Eigenschaft, gerade bei Verwendung in kleinen Pflanzgefäßen.

Tomaten- und Gemüseerde

Diese Substrate können für Gemüse einige Küchenkräuter in Pflanzgefäßen sinnvoll sein. Die meisten Gemüsearten, auch Salat, benötigen ein lockere und humusreiche Erde mit guter Nährstoff- und Wasserspeicherfähigkeit.

Gute, im Handel erhältlichen Substrate erfüllen diese Anforderung. Sie enthalten außerdem Pflanzennährstoffe für die ersten Wochen nach der Pflanzung. Danach müssen die Pflanzen für ein gesundes Wachstum, entsprechend der Bedürfnisse der jeweiligen Gemüseart, regelmäßig gedüngt werden. 

Pflanzerde

Pflanzerden sind universelle Substrate zur Pflanzung von Sträuchern, Bäumen und Stauden im Freiland oder in Pflanzgefäßen. Die aufgedüngte, humusreiche Mischung sorgt für gute Bedingungen zur Wurzelbildung der frisch gepflanzten Gewächse.

Torf

Torf besteht im Wesentlichen aus abgestorbenen Pflanzenteilen, die sich im Laufe von vielen tausend Jahren in Moorgebieten aufgeschichtet haben, ca. 10 cm pro 100 Jahre. Im Laufe von wenigen Jahrzehnten wurde Torf dann sehr rücksichtslos abgebaut. Es wurde und wird heute leider immer noch als Bodenverbesserer und als Humus-Komponente in Substraten eingesetzt.

Durch den Torfabbau werden natürliche Lebensräume für viele Tierarten zerstört. Mit Rücksicht auf Natur und Umwelt sollte man deshalb auf Torf und torfhaltige Produkte verzichten. Im Handel werden zahlreiche Produkt auf Basis von Kompost, Holzfasern, Kokosfasern oder Rinden angeboten, die Torf sehr gut ersetzen.