Saatgut – große Vielfalt, lange Kultur

Die Sortenvielfalt ist bei Saatgut wesentlich größer als die bei Jungpflanzen aus dem Gartencenter. Beim Kauf von Saatgut empfiehlt es sich, wie auch beim Kauf einer Jungpflanze, krankheitsresistente oder weniger anfällige Sorten zu bevorzugen. Damit hat man es mit dem Pflanzenschutz wesentlich einfacher. Entsprechende Angaben findet man online in den Saatgutbeschreibungen und auf den Samentütchen.

In meinem Genussgarten verwende ich ausschließlich samenfestes Saatgut (auch als Bio-Saatgut oder Kultursaatgut bezeichnet). Das bedeutet, dass die daraus wachsenden Pflanzen über Generationen hinweg die gleichen typische Eigenschaften und Merkmale haben wie ihre Vorfahren.

Im Gegensatz zu samenfestem Saatgut gibt es das Hybrid-Saatgut (F1), das aus Elternpflanzen unterschiedlicher Sorten hergestellt wurde. Bei der Verwendung von F1- Saatgut hat man zwar im ersten Jahr Pflanzen mit sehr guten Eigenschaften, kann aber aus diesen Pflanzen kein brauchbares Saatgut gewinnen. Die Eigenschaften der Pflanzen aus solchem Saatgut wären, gegenüber der Elternpflanze, deutlich verändert, unvorhersehbar und in der Regel nicht erwünscht.

Der Grund, weshalb ich samenfeste Sorten anbaue liegt aber nicht in der Möglichkeit Saatgut daraus zu gewinnen. Vielmehr störe ich mich an dem Eingriff in die Natur durch labortechnische Mittel, und daran, dass, nach meiner Meinung, die Verbreitung der Hybrid- Sorten vor allem den wirtschaftlichen Interessen der F1- Saatgut-Hersteller dient, zum Nachteil eines unabhängigen Anbaus von Nutzpflanzen. Gärtner und Landwirte, die F1- Samen benutzen versperren sich den Weg eigenes Saatgut zu gewinnen und machen sich abhängig von industriellen Saatgutherstellern. Die wachsende Abhängigkeit zeigt sich auch daran, dass die samenfesten Sorten mehr und mehr durch die Hybrid-Sorten zurückgedrängt wurden. Zwar kann ich diese Entwicklung nicht aufhalten, möchte sie aber auch nicht unterstützen.