Kübelpflanzen – schön, nützlich, anspruchsvoll

Zur Kultivierung in Pflanzgefäßen sind fast alle Kräuter, viele Gemüsearten und durch die Säulenobstzüchtungen auch immer mehr Obstsorten sehr gut geeignet.

Der wesentliche Vorteil von Kübelpflanzen gegenüber der Beetkultur ist die Möglichkeit, auch kleine Flächen z.B. auf Balkon und Terrasse zu nutzen und die Pflanzgefäße dort gut erreichbar und mobil aufzustellen. So ist die Tomate bei Regenwetter oder Kälte schnell unters Terrassendach geschoben, oder der mediterrane Kräutertopf einfach ins Winterquartier getragen.

Düngen und gießen, pflegen, schützen

Prinzipiell gilt für Nutzpflanzen in Pflanzgefäßen das gleiche wie für ihre Artgenossen im Beet. D.h. sie benötigen einen geeigneten Boden (Substrat), eine bedarfsgerechte Nährstoff- und Wasserversorgung, genügend Platz, Licht und Luft sowie Schutz vor Schädlingen und Krankheiten und manchmal vor extremer Witterung. Auch bei Kübelpflanzen hilft eine dünne Mulchschicht z.B. aus kleingehäckselten Gartenabfällen oder Mulch aus dem Gartencenter, das Substrat gleichmäßig feucht zu halten.

Pflanzen in Kübeln und anderen Pflanzgefäßen erfordern, für ein gesundes Wachstum, allerdings mehr Aufmerksamkeit als Beetpflanzen, vor allem beim Gießen und Düngen. D.h. für eine möglichst gleichmäßige Versorgung muss öfter gegossen und gedüngt werden.

Als Dünger eignen sich, je nach Kübelgröße, reifer Kompost, organische Streudünger oder organische Flüssigdünger. Kompost sollte jedoch bei Kübelpflanzen in kleinen Kübeln nicht verwendet werden, da dessen Zersetzung durch Bodenorganismen nicht so gut funktioniert wie im Gartenboden.

Bei Gemüsepflanzen und einigen Kräutern in Pflanzgefäßen ist nach dem Vegetationsende ein Fruchtwechsel wichtig. Spätestens nach 3 Jahren sollte man das Substrat komplett austauschen bzw. mehrjährige Pflanzen nach dem Winter in ein größeres Pflanzgefäß mit frischem Substrat umtopfen. Bei großen Pflanzgefäßen reichen auch 4 bis 5 Jahre.

Welche Kübelgröße für eine bestimmte Pflanze die richtige ist, welches Substrat geeignet ist, welche Düngung, Wasserversorgung und Pflege erforderlich ist, ist pro Pflanze in den Kapiteln „Gemüse/Salat“, „Kräuter“ und „Obst“ beschrieben.

Pflanzgefäße

Das Pflanzgefäß soll der Pflanze der Wahl genügend Platz bieten. Die Kübelmaße richten sich nach der zu erwartenden Pflanzengröße und der Wurzelausbreitung (flach oder tief).

Pflanzgefäße bestehen aus Materialien wie Ton, Terrakotta, Holz oder Kunststoff oder Verbundmaterialien. Alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Soll die Pflanze im Freien überwintern, empfiehlt sich ein frostfester Terrakotta- Kübel. Soll die Pflanze ins Winterquartier, bietet sich wegen des leichteren Transports eher Kunststoff an. Tontöpfe (unglasierte) sind nicht frostfest und verdunsten durch die poröse Tonstruktur viel Wasser. Sie eignen sich z.B. gut für mediterrane Kräuter.

Bereits verwendete Pflanzgefäße müssen vor der Wiederverwendung gründlich gereinigt werden. Das geht am besten mit viel Wasser, etwas Schmierseife und einer groben Bürste. Verkalkte Flächen können zusätzlich mit Essigwasser entkalkt werden, danach gut abspülen.

Die meisten Nutzpflanzen vertragen keine Staunässe. Deshalb müssen Pflanzgefäße (mindestens) eine Wasserablauföffnung haben. Damit der Wasserablauf nicht verstopft deckt man ihn mit Tonscherben ab.  Mehr Sicherheit gegen Staunässe bringt eine Drainage, z.B. bestehend aus einer ca. 3 cm hohen Blähtonschicht auf dem Gefäßboden, abgedeckt mit einem Drainage-Vlies. Das Vlies verhindert, dass sich die Drainage-Schicht und die Wasserablauföffnung mit Erde zusetzen.  Die Drainage wirkt feuchtigkeitsausgleichend, sofern wasserspeichernde Materialen wie Ton-Produkte verwendet wurden.

Trockene, unglasierte Tontöpfe können einem frisch eingefüllten Substrat viel Wasser entziehen und sollten deshalb vor dem Befüllen etwa eine Stunde lang in Wasser eintaucht werden. Nach dem Einpflanzen sollte die Substratoberkante mindestens 3 cm unter dem Gefäßrand sein, damit noch genug Platz für eine Mulch-Auflage und für das Gießwasser bleibt. Damit sich unter dem Pflanzgefäß keine Feuchtigkeit hält, stellt man Pflanzgefäße mit etwas Bodenfreiheit auf.

Kübelpflanzen überwintern

Kübelpflanzen sollte man so spät wie möglich, aber so früh wie nötig vor der kalten Jahreszeit schützen. Nicht winterharte Kübelpflanzen benötigen einen hellen, kalten, aber frostfreien Platz zum Überwintern.

Ideal sind ca. 4 bis maximal 8 °C. Bei höheren Temperaturen droht Schädlingsbefall, z.B. durch Spinnmilben oder Schildläuse. Nach dem Winterquartier stellt man die Pflanze zunächst für zwei Wochen im Schatten oder Halbschatten auf, damit sie sich langsam an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen kann.

Winterharte Pflanzen in Pflanzgefäßen überwintern am besten im Freien. Gegen starke Fröste benötigen sie allerdings, besonders im Wurzelbereich zusätzlichen Schutz. Pflanzgefäße stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. eine dicke Holzplatte, damit sie vor Frost vom Boden her geschützt sind und wickelt den gesamten Behälter mit isolierendem Material wie Jute oder Kokosmatten ein. Den Wurzelballen kann man dann noch von oben z.B. mit Laub oder Kokosscheiben abdecken.

Außerdem kann es erforderlich sein, den oberirdischen Teil immergrüner Pflanzen gegen eisigen Wind, starke Temperaturschwankungen und intensiver Wintersonne zu schützen, besonders wenn nach Nächten mit strengen Frösten, Tage mit starker Sonneneinstrahlung folgen. Als Schutz eignet sich beispielsweise Jute oder ein Pflanzenvlies, mit dem man die Pflanze umwickelt.  Gegen die Sonneneinstrahlung hilft natürlich auch die Aufstellung an einem schattigen Platz.

An frostfreien Tagen müssen, besonders die immergrünen Kübelpflanzen gelegentlich etwas gegossen werden, damit die Photosynthese ungestört ablaufen kann und das gesunde Grün erhalten bleibt. Das ist auch eine gute Gelegenheit die Pflanze selbst und den Winterschutz zu kontrollieren und zu lüften.