Mulchen und Düngen kombiniert

Eine praxisbewährte Methode

Vor dem Mulchen sollten die Beete mäßig feucht und frei von Unkraut und groben Materialien sein. Die Gemüsebeete lockere ich vor dem Mulchen vorsichtig mit einer Grabgabel auf (nur lüften). Keinesfalls umgraben dies würde nur das Bodenleben unnötig stören.

Zunächst verteile ich pro m2 ca. 10L halbreifen Kompost auf den Beeten. Diesen ergänze ich mit frischen Gartenabfällen zu einer lockeren, ca. 4-5 cm dicken Schicht. Dazu geeignet sind gehäckselter Baum- und Strauchrückschnitt, klein geschnittene krautige Abfälle wie Tomatenblätter, Kartoffelkraut, Brennnesseln und Kräuter-Rückschnitt sowie Rasenschnitt, je nach dem was gerade verfügbar ist. Das krautige Material und den Rasenschnitt lasse ich vor der Verwendung etwas antrocknen, damit es nicht zu einer luftundurchlässigen Schicht verklebt, oder ich vermische es mit trockenem gehäckseltem Material. Zur Förderung der Verrottung streue ich noch pro m2 ca. 20g Hornspäne und 100g Gesteinsmehl über die Mulchdecke. Hornspäne liefern den für die Verrottung erforderlichen Stickstoff, das Gesteinsmehl liefert Mineralien und Spurenelemente und hebt den Boden pH-Wert leicht an.

Die Mulchschicht dient sowohl zur Pflege des Bodens als auch zum Winterschutz und als Grunddüngung für das nächste Jahr.

Wichtiger Hinweis: Verwendet man zum Mulchen statt halbreifem Kompost ein weniger nährstoffreiches Material, sollte man die Grunddüngung mit anderen organischen Düngern sicherstellen. Wegen ihrer Langzeitwirkung dafür gut geeignet sind z.B. organische Streudünger aus dem Fachhandel.

Die Gemüsebeete mulche ich im Oktober. Zur Frühjahrsdüngung mit Kompost (siehe Pflanzenbeschreibungen), entferne ich die noch groben Bestandteile des vorjährigen Mulchmaterials und arbeite den reifen Kompost und nochmals 100g Gesteinsmehl pro Quadratmeter, oberflächlich in den Boden ein. Danach verteile ich altes, zusammen mit frischem Mulchmaterial wieder auf den Beeten.

Zum Säen und Pflanzen wird die Mulchdecke nur soweit wie nötig entfernt und, wenn die Jungpflanzen groß genug sind (ca. 10 cm hoch), zur Pflanze hin auslaufend, bis unter die unteren Blätter verteilt, sodass Stiele und Blätter frei bleiben.

Die Mulchdecke ergänze ich im Laufe des Jahres immer wieder mit frischem Mulchmaterial, damit die Gesamtdicke von 4-5 cm erhalten bleibt.

Im Oktober geht es dann von vorne los, altes Mulchmaterial von den Gemüsebeeten entfernen, Boden etwas lüften, pro m2 ca. 10L halbreifen Kompost und 100g Gesteinsmehl auf die Beete, vorher entferntes Mulchmaterial wieder drauf und ggf. ergänzen.

Den Boden um die Obstbäume (in meinem Genussgarten nur Säulenobstbäumchen bzw. klein gehaltene Obstbäumchen) und Beerensträucher mulche ich gleich nach jeder Pflanzung, zu den Stämmchen der jungen Pflanzen hin etwas auslaufend.

Jährlich im März entferne ich die noch groben Bestandteile des vorjährigen Mulchmaterials und arbeite pro m2 ca. 3L reifen Kompost und nochmals 100g Gesteinsmehl oberflächlich in den Boden ein. Danach verteile ich das alte, zusammen mit frischem Mulchmaterial wieder zu einer Gesamtdicke von ca. 4-5 cm. Diese Mulchdecke ergänze ich im Laufe des Jahres immer wieder, so dass die Gesamtdicke immer erhalten bleibt.

Zusätzlich säe oder pflanze ich noch einige Begleitpflanzen. Mehr dazu im Kapitel “Mischkultur…“ und in den Beschreibungen der einzelnen Pflanzen im Kapitel „Obst“.

Mit der beschriebenen Methode ist für alle Nutzpflanzen für eine gute Grunddüngung und für eine gute Bodenpflege gesorgt. Zusätzliche, pro Pflanzenart individuelle Düngungen, sind in den Kapiteln „KräuterGemüse/Salat“ und „Obst“ für jede Pflanze beschrieben.