Organische Flüssigdünger

Organische Flüssigdünger sind gut geeignet zur Nachdüngung während der Hauptvegetationszeit (Blüte, Fruchtbildung- und Reife), besonders weil sie auch auf gemulchten Beeten ihr Ziel schnell erreichen. Die enthaltenen Nährstoffe sind für die Pflanzen schnell verfügbar. Organische Flüssigdünger kann man auch recht einfach selbst herstellen.

Brennnesseljauche

Hinweis: Nicht zu verwechseln mit Brennnesseltee, Brennnesselauszug, Brennnesselbrühe, siehe dazu Kapitel „pflanzliche Spritzmittel

Brennnesseljauche ist ein stickstoffreicher Dünger, der auch weitere Nährstoffe wie Kalium, Kieselsäure und weitere Mineralien und Spurenelemente enthält.

Beide, in Europa weit verbreiteten Arten, die „Große Brennnessel“ und die „Kleine Brennnessel“ sind zur Jauchenherstellung geeignet. Erntet man sie vor der Blüte, sind sie besonders reich an wertvollen ätherischen Ölen.

Anwendungsempfehlung

Brennnesseljauche ist eine sinnvolle Ergänzung zur Grunddüngung mit Kompost. Sie kann für alle Nutzpflanzen verwendet werden, besonders für die starkzehrenden Pflanzen.

Zum Düngen wird die Jauche 1:20 mit Wasser verdünnt. Die Pflanzen sollten am Morgen oder an bedeckten Tagen gegossen werden, immer wurzelnah, sodass das Blattwerk möglichst trocken bleibt.

Je nach Zehrverhalten der Nutzpflanzen 1- bis 4-wöchentlich gießen. Genaue Düngeempfehlungen pro Pflanzenart finden sie im Kapitel „KräuterGemüse/Salat“ und „Obst.

Brennnesseljauche selbst herstellen ist einfach, kann aber geruchsintensiv sein.

Für die Herstellung von ca. 10L Brennnesseljauche benötigt man

  • Einen entsprechend großen Kunststoffeimer mit luftdurchlässiger Abdeckung (z.B. lose aufliegender Deckel oder Löcher im Deckel). Der Behälter wird an einem möglichst warmen Platz im Freien aufgestellt.
  • 10 L Wasser, möglichst sonnenerwärmtes Regenwasser
  • 250g Gesteinsmehl zur Geruchsminderung
  • 1 kg frische Brennnesseln

Brennnesseln und Wasser in den Behälter geben, das Kraut soll komplett mit Wasser bedeckt sein, ggf. etwas stampfen, Gesteinsmehl drüberstreuen und gut umrühren. Nach wenigen Tagen beginnt die Gärung, zu erkennen an der Schaum- und Blasenbildung. Bis zum Beginn der Gärung täglich kräftig umrühren, während der Gärung reicht alle 2 Tage. Dies dient zur Sauerstoffversorgung für den Gärprozess und wirbelt nebenbei das Gesteinsmehl immer wieder auf.

Die Jauche ist fertig, wenn sich kein Schaum mehr bildet, je nach Witterung nach ca. 2-3 Wochen. Nun kann man die Stängel entnehmen und zum Kompost geben und die Jauche verwenden.

Beinwelljauche

Hinweis: Nicht zu verwechseln mit Beinwelltee, Beinwellauszug, Beinwellbrühe siehe dazu Kapitel „pflanzliche Spritzmittel

Beinwelljauche ist ein kaliumreicher Dünger, der auch weitere Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat, Kieselsäure und weitere Mineralien und Spurenelemente enthält.

In Europa weit verbreitete Beinwellarten sind „Echter Beinwell“, „Hoher Beinwell“ und „Kaukasus Beinwell“. Alle Arten des Beinwells eignen sich zur Herstellung von Beinwelljauche.

Anwendungsempfehlung

Beinwelljauche ist eine sinnvolle Ergänzung zur Grunddüngung mit Kompost. Sie kann für alle Nutzpflanzen verwendet werden, auch in Kombination mit Brennnesseljauche. Besonders wertvoll ist sie für fruchtbildendes Gemüse und Kohl sowie für Kern- und Steinobst und Beerensträucher.

Zum Düngen wird die Jauche 1:20 mit Wasser verdünnt. Die Pflanzen sollten am Morgen oder an bedeckten Tagen gegossen werden, immer wurzelnah, sodass das Blattwerk möglichst trocken bleibt.

Je nach Zehrverhalten der Nutzpflanzen 1- bis 4-wöchentlich gießen. Genaue Düngeempfehlungen pro Pflanzenart finden sie im Kapitel „KräuterGemüse/Salat“ und „Obst.

Beinwelljauche selbst herstellen ist einfach, kann aber geruchsintensiv sein.

Für die Herstellung von ca. 10L Beinwelljauche benötigt man

  • Einen entsprechend großen Kunststoffeimer mit luftdurchlässiger Abdeckung (z.B. lose aufliegender Deckel oder Löcher im Deckel). Der Behälter wird an einem möglichst warmen Platz im Freien aufgestellt.
  • 10 L Wasser, möglichst sonnenerwärmtes Regenwasser
  • 250g Gesteinsmehl zur Geruchsminderung
  • 1 kg frische Beinwelltriebe. Zum gesunden Fortbestand der Pflanzen blühende Triebe stehen lassen, Beinwell- Ernte nur bis Ende August.

Beinwell und Wasser in den Behälter geben, das Kraut soll komplett mit Wasser bedeckt sein, ggf. etwas stampfen, Gesteinsmehl drüberstreuen und gut umrühren. Nach wenigen Tagen beginnt die Gärung, zu erkennen an der Schaum- und Blasenbildung. Bis zum Beginn der Gärung täglich kräftig umrühren, während der Gärung reicht alle 2 Tage. Dies dient zur Sauerstoffversorgung für den Gärprozess und wirbelt nebenbei das Gesteinsmehl immer wieder auf.

Die Jauche ist fertig, wenn sich kein Schaum mehr bildet, je nach Witterung nach ca. 2-3 Wochen. Nun kann man die Stängel entnehmen und zum Kompost geben und die Jauche verwenden.

Bokashi- Saft

Siehe Bokashi

Industriell hergestellte organische Flüssigdünger

Im Handel werden sowohl universelle Flüssigdünger für Gemüse und Obst, als auch auf bestimmte Pflanzengruppen abgestimmte, spezielle Dünger, wie z.B. Tomatendünger, Beerendünger, Obstbaumdünger und Kräuterdünger angeboten. Sie bestehen meist aus pflanzlichen Nebenprodukten der Lebensmittel- und Futtermittelherstellung, sowie natürlichen, mineralischen Zusätzen. Beispiele sind die flüssigen Obst- und Gemüsedünger auf Basis von Zuckerrübenvinasse (Nebenprodukt aus der Zuckerrübenverarbeitung).

Auch diese Flüssigdünger können, ergänzend zur Grunddüngung mit Kompost, generell für alle Nutzpflanzen verwendet werden.