Kompost

Kompost ist ein sehr wertvoller, organischer Dünger mit Langzeitwirkung, der ein reichhaltiges Nährstoffangebot an Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Mineralien und Spurenelementen bereitstellt. Die Konzentration der Nährstoffe und das Verhältnis der Hauptnährstoffe (N-P-K) zueinander wird durch das kompostierte Material bestimmt, wobei die Schwankungsbreite sehr hoch sein kann. Am besten ist eine Mischung von krautigen Gartenabfällen, holzigen Gartenabfällen, Grünschnitt, Rasenschnitt, Laub und pflanzlichen Küchenabfällen.

Kompost sorgt auch für wertvolle Humus- Anteile im Boden und dadurch für einen gesunden, natürlichen Gartenboden. 

Kompost ist im Nutzgarten zur Düngung für alle Pflanzenarten bestens geeignet. Je nach den spezifischen Eigenschaften der Pflanzenarten, z.B. schwach-, mittel-, stark zehrend, stark laubbildend, stark blühend und fruchtbildend, kann eine Grunddüngung mit Kompost durch weitere biologische Dünger ergänzt werden.

Ideal, wenn man Platz zur Kompostherstellung im eigenen Garten hat. Art und Anzahl der Komposter, die man verwenden will richtet sich nach dem verfügbaren Platz, der benötigten Kompostmenge und der Kompostierungsmethode.  Ich verwende einen einfachen Komposter aus Holz, zusätzlich einen Sammelbehälter für frische Gartenabfälle und einen Behälter ohne Boden, in den ich den reifen Kompost siebe.

Folgende Hinweise helfen, wertvollen Kompost aus Grünabfällen für den eigenen Nutzgarten herzustellen.

  • Komposter nicht in der vollen Sonne, sondern an einem möglichst warmen Platz, im lichten Schatten aufstellen.
  • Komposter direkt auf die Erde stellen (nicht auf versiegelte Flächen) damit überschüssige Feuchtigkeit gut absickern kann und die Bodenorganismen (Kompostarbeiter) besser einwandern können.
  • Gartenabfälle vor dem Kompostieren gut zerkleinern damit der Umsetzungsvorgang schneller abläuft.
  • Das Kompostiermaterial locker aufschichten. Material mit unterschiedlichen Eigenschaften mischen oder in dünnen Schichten einbringen. Lockere Bestandteile (z.B. Laub) und kompaktere (z.B. Rasenschnitt), nährstoffreiche, krautige (z.B. Gemüsereste) und kohlenstoffreiche (z.B. gehäckselte Zweige), feuchte und trockene Bestandteile.
  • Den Kompost immer leicht feucht halten, die fleißigen tierischen Helfer fühlen sich nur in feuchtem Milieu wohl.
  • Kompost in offenen Kompostern mit einer dünnen Schicht Erde, ca. 3-5cm, abdecken.
  • Für den Zersetzungsprozess wird ausreichend Sauerstoff und somit eine gute Belüftung benötigt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Fäulnis bildet. Von Zeit zu Zeit kann man die Miete mit einer Grabgabel leicht auflockern.

Das darf alles rein:

  • Nicht gegarte, ungewürzte, pflanzenschutzmittelfreie und gesunde, pflanzliche Abfälle. Dazu gehören alle krautigen Pflanzenteile, Obst- und Gemüseschalen, kleingehäckselte holzige Pflanzenteile. Die Holzanteile sorgen für die Langzeitwirkung bei Kompostierung und gute Humusbildung.
  • Laub von Obstbäumen und -Sträuchern. Einige Laubarten verrotten nur sehr langsam, oder die Verrottung wird durch freiwerdende Gerbsäure gebremst. Beispiele dafür sind Blätter vom Kirschlorbeer, Kastanienblätter, Blätter von Nussbäumen und -Sträuchern. Diese Blätter nicht, oder nur in geringen Mengen zugeben. Generell ist es ratsam Blätter zu zerkleinern, entweder in einem Häcksler, oder mit dem Rasenmäher drüberfahren.
  • Rasenschnitt, diesen sollte man antrocknen lassen, bevor man ihn zum Kompost gibt und gut mit anderen Grünabfällen mischen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich eine dicke, filzige, luftundurchlässige Schicht bildet und Fäulnis entsteht.
  • Unkräuter, aber nur, wenn sie noch keinen Samen tragen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie über den Kompost wieder in die Beete trägt. Manche Unkräuter, wie z.B. Giersch vermehren sich durch die Bildung unterirdischer Rhizome (Wurzeltriebe). Solche Unkräuter und besonders deren Wurzeln erstmal gut austrocknen lassen.
  • Bokashi und Bokashi-Saft
  • Kaffeetrester.
  • Gut zerkleinerte Eierschalen.

Was besser draußen bleibt:

  • Tierische Produkte (außer Eierschalen), sonst besteht die Gefahr, dass unliebsame Gäste wie Ratten angelockt werden.
  • Samentragendes Unkraut
  • Rhizombildendes Unkraut (nur getrocknet zum Kompost geben)
  • Gekochte Speisereste, zuckerhaltige Speisereste, fetthaltige Speisereste.
  • Soll ich das jetzt schreiben?
    ((Es gibt noch sehr viel mehr, was selbstverständlich nichts im Kompost zu suchen hat. Z.B. bedrucktes Papier, Exkremente, unverrottbare Materialien wie Metalle, Steine, Kunststoffe))

Um den Kompostiervorgang zu unterstützen und die Nährstoffbalance zu verbessern, können bei Bedarf Kompostzusätze maßvoll eingestreut werden.

  • Hornmehl unterstützt die Mikroorganismen durch Stickstoff.  Empfehlenswert bei überwiegend stickstoffarmen Zutaten wie Heckenschnitt und Holzhäcksel.
  • Steinmehl erhöht den Gehalt an Mineralien und Spurenelementen, neutralisiert Gerbsäuren und hebt den pH-Wert leicht an.
  • Kompostbeschleuniger sind auch im Handel erhältlich, als fertige Mischungen aus mehreren Bestandteilen wie Hornmehl, Steinmehl, Bentonit und Gartenkalk. Sie unterstützen den Umsetzungsprozess durch Stickstoff, Mineralien und Spurenelemente und heben den pH-Wert leicht an.
  • Effektive Mikroorganismen (im Handel erhältlich), werden mit Wasser verdünnt und über den Kompost gegossen.

Die zur Umwandlung der Grünabfälle zu Kompost benötigte Zeit ist stark abhängig von den verwendeten Materialien, Temperatur, Feuchtigkeit und Sauerstoffversorgung in der Kompostmiete.

Halbreifen Kompost (Frischkompost) erhält man nach ca. 6-8 Monaten. Er enthält noch grobe Bestandteile, die Zersetzungsvorgänge sind noch nicht abgeschlossen, die Nährstoffkonzentration ist hoch. In diesem Stadium eignet er sich zum Mulchen der Beete im Herbst. Dazu das Material auf der Beet Oberfläche verteilen und nicht einarbeiten.

Reifen Kompost erhält man nach ca. 10-14 Monaten. Er ist feinkrümelig, kann aber auch noch gröbere Bestandteile enthalten. Die Zersetzungsvorgänge sind weitgehend abgeschlossen. Reifer Kompost wird zur Düngung im Frühjahr und zur Nachdüngung in der laufenden Vegetationsphase verwendet. Dazu wird er auf die Beetoberfläche aufgetragen und oberflächlich eigearbeitet.

Wird der Kompost zu früh (unreif) verwendet, können besonders die empfindlichen Jungpflanzenwurzeln beschädigt werden. Bei Bedarf kann man einen Reifetest durchführen. Dazu Kresse auf den Kompost säen. Ist der Kompost reif, hat die Kresse nach ca. 1 Woche satte, grüne Blätter. Sind die Blätter eher gelb, ist der Kompost noch nicht soweit.  

Wie im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert, eine praxisbewährte Methode“ beschriebenen benutze ich Kompost nur für die Grunddüngung und für die Frühjahrsdüngung. Für zusätzliche, pro Pflanzenart individuelle Düngungen, verwende ich überwiegend organische Flüssigdünger, weil diese in der Hauptwachstumszeit, besonders bei gemulchten Böden, einfacher zu handhaben sind.

Falls man dennoch zur Düngung der Nutzpflanzen ausschließlich reifen Kompost verwenden will, kann man folgende Mengen- Richtwerte annehmen:

Schwachzehrer: ca. 1-2 L reifen Kompost pro m2 über die Düngeperiode verteilt

Mittelzehrer:     ca. 2-4 L reifen Kompost pro m2 über die Düngeperiode verteilt

Starkzehrer:       ca. 5-7 L reifen Kompost pro m2 über die Düngeperiode verteilt