Thymian, echter

Familie: Lippenblütler
Gattung: Thymiane
Art: Küchenthymian (Echter Thymian – Thymus vulgaris)

Thymian gehört zu den bekanntesten Würz- und Heilkräutern aus den warmen Gefielden im Süden Europas. Für die Zubereitung mediterraner Gerichte ist er unvergleichlich und unersetzlich. Außer dem klassischen Küchenthymian sind der Orangenthymian und der Zitronenthymian interessante Varianten für alle die gerne mit Aromen experimentieren.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Thymian liebt vollsonnige Standorte. Mit einem Platzangebot von etwa 25 cm im Durchmesser kommt er in der Regel gut aus. Als Mischkultur- Partner setzt man die mehrjährige Pflanze am besten an den Rand der Gemüsebeete. 

Gute Nachbarn für Thymian sind Möhren, Kohlarten und Ysop. Schlecht vertragen sich Thymian und Wermut.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Wie die meisten mehrjährigen Gewürzkräuter kaufe ich auch Thymian als Jungpflanze im Fachhandel und spare mir somit die Anzucht aus Saatgut.

Ab etwa Anfang Mai darf Thymian ins Freiland, in lockeren, gut wasserdurchlässigen und nährstoffarmen Boden, in den man eine Handvoll Kompost und etwas Gartenkalk einarbeitet.

Vor dem Einpflanzen den Wurzelballen zunächst gut mit Wasser tränken. Am besten man stellt die Pflanze mitsamt dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Nach einige Minuten aus dem Wasserbad nehmen, den Topf entfernen und den Wurzelballen etwas auflockern.  Dann wird die Pflanze so eingesetzt, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der Boden- Oberkante abschließt. Danach einige Tage feucht halten.

Für eine Topfkultur sollte das Pflanzgefäß etwa 15-20 cm Durchmesser haben. Als Substrat eignet sich Kräutererde, der man noch 20% Sand beimischt. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Am einfachsten kann man Thymian durch Stecklinge vermehren, die beste Zeit dafür ist April und Mai. Dazu schneidet man einen unverholzten Trieb der Mutterpflanze ab und entfernt die unteren Blätter. Etwa 5 cm tief in ein kleines Pflanzgefäß mit Sand oder Kräutererde gesteckt, bilden sich bald Wurzeln und die Pflanze beginnt auszutreiben. Während der ganzen Zeit soll die Pflanze in milder Umgebung stehen und die Erde leicht feucht gehalten werden. Treibt die junge Pflanze schon kräftig aus, kann sie ins Beet oder in einen Kübel umgepflanzt werden.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Thymian ist ein Schwachzehrer. Zusätzlich zur Grunddüngung benötigt er lediglich etwas Kalk, der häufig schon mit dem Gießwasser zugeführt wird. Verwendet man Regenwasser zum Gießen, oder der Kalk wird durch häufigen Regen ausgespült, gibt man ab dem 2. Frühjahr jährlich etwas Gartenkalk.

Für Topfpflanzen genügt etwas organischer Flüssigdünger, alle 2 Monate von März bis September und, falls man mit kalkarmem Wasser gießt, ab dem 2. Frühjahr jährlich ebenfalls etwas Gartenkalk.

Thymian benötigt nur wenig Wasser. Der Boden sollte leicht feucht bis fast trocken sein. Staunässe unbedingt vermeiden.

Bevor die Pflanze neu austreibt, ca. März bis Anfang April, sollte die Pflanze kräftig zurückgeschnitten werden, wodurch die Bildung von neuen Verzweigungen angeregt wird. Es sollten nur ca. 2cm vom grünen Teil der Triebe stehen bleiben, sonst wird es schwierig für die neuen Triebe. Ist nach dem Schnitt noch Frost zu erwarten, muss die Pflanze geschützt werden. Nach der Blüte kann man noch einen leichten Pflegeschnitt durchführen.

Nach einigen Jahren kann die Pflanze stark verholzt sein und auch ihr intensives Aroma mehr und mehr verlieren.

Thymian wird nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Bei ungünstigen Standorten oder Witterungsverhältnissen können Spinnmilben oder Rostpilze auftreten. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlichbeschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte. 

Lebensdauer und Überwintern

Thymian ist mehrjährig und winterhart. Topfpflanzen hell und kühl aber frostfrei überwintern. Gelegentlich leicht gießen, damit der Wurzelballen nicht komplett austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Thymian kann fast ganzjährig geerntet werden. Vor der Blüte ist das Aroma am intensivsten. Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Thymianzweige abschneiden, auch bodennah falls die Pflanze zu dicht ist. Sonst schneidet man die Triebe so, dass noch 2 cm Grün stehen bleibt.

Thymian zum Trocknen erntet man am besten kurz vor der Blüte an einem sonnigen Tag. Zunächst braust man die gesamte Pflanze ab und lässt sie in der Sonne abtrocknen. Dann erntet man die Zweige, bindet sie zu Sträußen zusammen und hängt sie kopfüber an luftiger, schattiger und trockener Stelle auf. Ist das Kraut gut durchgetrocknet, streift man Blätter, Blütenknospen und Blüten ab. In einem gut verschlossenen Glas, lichtgeschützt aufbewahrt, ist das Würzkraut einige Monate haltbar.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden die frischen oder die getrockneten Blätter und Blüten. In gegarten Gerichten wird frischer Thymian erst zum Ende der Garzeit zugegeben. Getrockneter Thymian ist aromatischer als frischer Thymian. Er entfaltet sein Aroma besser, wenn er mitgegart wird. Je nach Gericht kann man getrockneten Thymian in der Gewürzmühle mahlen oder mörsern, dann ist er nicht mehr so strohig.

Frischer Thymian passt auserlesen gut zu frischen Sommersalaten, Tomatensalat und Bohnensalat. Frisch und getrocknet verfeinert er mit seinem typischen Aroma Pilzgerichte, Gerichte mit Schafs- oder Ziegenkäse, Soßen und Marinaden zu Fleisch- und Fischgerichten und einiges mehr.