Schnittlauch

Familie: Amaryllisgewächse
Gattung: Allium (Lauch)
Art: Allium schoenoprasum

Schnittlauch bringt nicht nur würzig-scharfe Frische auf den Teller, sondern ist auch, besonders während der Blüte, sehr dekorativ im Kräuterbeet.

Die Schnittlauchblüte beginnt im Juni und ist sehr beliebt bei Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen nützlichen Insekten, sowie bei weiteren Lebewesen, z.B. bei Köchen sommerlicher Gerichte.

Schnittlauchsorten unterscheiden sich in der Stärke der Röhrenblätter (fein, mittel, grob), in der Wuchshöhe und in der Blütenfarbe. Ich bevorzuge die rosarot bis lila blühende, mittelgrobblättrige Sorte „Schmitt“. 

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Schnittlauch bevorzugt einen sonnigen oder halbschattigen Platz.

In der Nähe von Möhren hilft Schnittlauch die Möhrenfliege fern zu halten, Möhren wiederum helfen die Zwiebelfliege vom Schnittlauch fern zu halten. Gute Nachbarn für Schnittlauch sind Möhren, Pastinaken, Petersilie, Tomaten sowie Kern- und Steinobst.   

Ungünstige Nachbarn für Schnittlauch sind Bohnen, Erbsen, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln.

An Stellen, wo in den letzten 3-4 Jahren bereits Schnittlauch oder andere Lauchgewächse standen, sollte man ihn nicht aussäen oder anpflanzen.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Bereits ab Mitte Februar kann man Schnittlauch aus Saatgut vorziehen. Ich warte lieber bis Mitte März, damit die Keimlinge genügend Tageslicht bekommen. Die minimale Keimtemperatur beträgt ca. 6 °C, optimal sind etwa 18 bis 22 °C.

Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen… beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Für Schnittlauch verwende ich Anzuchttöpfe mit 10 cm Durchmesser. In jeden Anzuchttopf verteile ich, möglichst gleichmäßig, ca. 30 Samenkörner, die ich mit 1-2 cm Erde bedecke (Dunkelkeimer).  Die ersten Keimlinge zeigen sich nach etwa 7 bis 10 Tagen. Nach der Keimung kühler stellen, z.B. ins kalte, frostfreie Gewächshaus

Ab April kann Schnittlauch direkt ins Freiland ausgesät oder gepflanzt werden. Zum Aussäen eine ca. 1-2 cm tiefe Rille ziehen und die Samenkörner im Abstand von 1-2 cm, möglichst gleichmäßig darin gleichmäßig verteilen. Saat und Jungpflanzen bei Frost abdecken.

Schnittlauch benötigt lockeren, durchlässigen, humusreichen und etwas kalkhaltigen Boden.

Für eine Topfkultur eignet sich Gemüseerde. Ein Topf von ca. 15 cm Durchmesser ist ausreichend. Gegen nasse Füße hilft eine Drainage. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Schnittlauch lässt sich auch einfach dadurch vermehren, dass man einen Teil einer kräftigen Pflanze mit einem scharfen Messer, inklusive Wurzeln abtrennt und an anderer Stelle einpflanzt. Danach die Röhrenblätter auf etwa 5 cm zurückschneiden.

Lässt man die Blüten (ganz oder teilweise) stehen und die Samen ausreifen, sähen sich diese selbst aus und die Pflanze breitet sich aus.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Schnittlauch ist ein Mittelzehrer. Zusätzlich zur Grunddüngung bekommt er von Mai bis August monatlich organischen Flüssigdünger.

Topfpflanzen werden von April bis September monatlich mit organischem Flüssigdünger versorgt.

Außerdem benötigt Schnittlauch etwas Kalk, der häufig schon mit dem Gießwasser zugeführt wird. Verwendet man Regenwasser zum Gießen, oder der Kalk wird durch häufigen Regen ausgespült, gibt man ab dem 2. Frühjahr jährlich etwas Gartenkalk.

Der Boden soll gleichmäßig leicht feucht gehalten werden. Besonders im Sommer und bei Topfpflanzen auf regelmäßiges Bewässern achten. Einmal komplett ausgetrocknet ist die Pflanze nicht mehr zu retten.

Schneidet man die Blüten rechtzeitig ab entwickeln sich die Röhrenblätter umso besser.

Alle 2-3 Jahre sollte die Pflanze geteilt, und beide Teile an neuer Stelle wieder einpflanzt werden. Dadurch bleiben die Röhrenblätter kräftig. Nach dem Wiedereinpflanzen sollte das Grün auf etwa 5 cm zurückgeschnitten werden.

Schnittlauch kann von unterschiedlichen Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Beispielsweise von Schädlingen wie Blattläusen, Zwiebelfliege, oder Pilzinfektionen wie falscher Mehltau oder Rostpilzen. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte. 

Lebensdauer und Überwintern

Schnittlauch ist mehrjährig und winterhart

Ernten und haltbar machen

Sobald die Röhrenblätter etwa 15cm und länger sind kann geerntet werden. Die Röhrenblätter werden etwa 3-4 cm über der Erde abgeschnitten und wachsen nach. Maximal die Hälfte einer Pflanze abernten. Die Blätter sollten nicht zu lang werden, es sei denn man will die Pflanze blühen lassen. Geerntet werden kann bis Oktober.

Schnittlauch blüht ab Juni. Die Blüten, vom harten Stiel entfernt, sind essbar, sehr aromatisch und in Speisen dekorativ.

Für den Wintervorrat schneidet man die Röhrenblätter in kleine Stücke und friert sie ein.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden die Röhrenblätter vor der Blüte, die Blüten und die Samen. Nichts darf erhitzt werden, sonst ist das Aroma weg.

Die Blätter in kurze Röllchen schneiden und über Salate, Brotaufstriche, Rührei, über Gemüsezubereitungen und Eintöpfe, über helle Soßen zu Fisch- und Fleischgerichten streuen. Nicht zu vergessen ist der Sommerklassiker Kräuterquark, der ohne Schnittlauch nicht komplett ist.
Blüten und Samen sind sehr aromatisch und machen frische Sommersalate besonders lecker.