Rosmarin

Rosmarin

Familie: Lippenblütler
Gattung: Rosmarinus
Art: (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin zählt zu den immergrünen Halbsträuchern. Er ist in unterschiedlichen Sorten erhältlich. Auswahlkriterien sind Wuchsform, Frostbeständigkeit und Blütenfarbe.  

Bei optimalem Klima und Standort können manche Sorten Wuchshöhen bis etwa zwei Meter Höhe erreichen. Solche Prachtexemplare findet man aber eher in mediterranen Gegenden.

Rosmarin ist in meiner Küche der Star unter den mediterranen Kräutern, ein kulinarisches Highlight, das gute Laune macht.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Rosmarin bevorzugt vollsonnige, warme und geschützte Standorte. Der Platzbedarf richtet sich danach, wieviel Platz man der Pflanze geben will. Einen Durchmesser von ca. 50 cm sollte man aber mindestens annehmen.

Pflanzung, geeigneter Boden

Rosmarin ist langjährig und lässt sich auch gut über Stecklinge vermehren. Ein guter Grund die Pflanze nicht aus Saatgut vorzuziehen, sondern eine Jungpflanze im Fachhandel zu kaufen. Diese kann man ab Mitte Mai ins Freie setzen.

Vor dem Einpflanzen den Wurzelballen zunächst gut mit Wasser tränken. Am besten man stellt die Pflanze mitsamt dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Nach einige Minuten aus dem Wasserbad nehmen, den Topf entfernen und den Wurzelballen etwas auflockern.  Dann wird die Pflanze so eingesetzt, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der Boden- Oberkante abschließt. Danach einige Tage feucht halten.

Am besten gedeiht Rosmarin in nährstoffarmer, gut durchlässiger und etwas kalkhaltiger Erde. Für die Pflanzung in einen Kübel eignet sich Kübelpflanzenerde, gemischt mit ca. 1/3 Sand. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

 Zur Vermehrung über Stecklinge ist die beste Zeit von Juni bis August. Dazu schneidet man eine Triebspitze der Mutterpflanze so weit ab, dass sie im unteren Teil schon etwas verholzt ist und entfernt die unteren Blätter. Etwa 5 cm tief in ein kleines Pflanzgefäß mit Sand oder Anzuchterde gesteckt, bilden sich bald Wurzeln und die Pflanze beginnt auszutreiben. Während der ganzen Zeit soll die Pflanze in milder Umgebung stehen und die Erde leicht feucht gehalten werden. Treibt die junge Pflanze schon kräftig aus, kann sie ins Beet oder in einen Kübel umgepflanzt werden.

Kübelpflanzen sollten von Zeit zu Zeit in frische Erde umgetopft werden. Jungpflanzen schon im nächsten Frühjahr. Je größer die Pflanze ist, desto größer darf der Zeitabstand bis zum nächsten Umtopfen sein. 

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Der Schwachzehrer benötigt im Freiland darüber hinaus, ein wenig Kalk, der häufig schon mit dem Gießwasser zugeführt wird. Verwendet man Regenwasser zum Gießen, oder der Kalk wird durch häufigen Regen ausgespült, gibt man ab dem 2. Frühjahr jährlich etwas Gartenkalk.

Kübelpflanzen bekommen von April bis Oktober alle 2 Monate ein wenig organischen Flüssigdünger und, falls man mit kalkarmem Wasser gießt, ab dem 2. Frühjahr jährlich Gartenkalk.

Pflanzen im Beet nur bei längerer Trockenheit ab und zu ein wenig Wasser geben. Bei Kübelpflanzen darauf achten, dass sie nicht komplett austrocknen. Staunässe unbedingt vermeiden.

Damit der Rosmarinstrauch nicht zu stark verholzt, sollte er regelmäßig zurückgeschnitten werden. Manchmal reicht dazu die regelmäßige Ernte schon aus. Ansonsten ab ca. Mitte April, sobald er beginnt neu auszutreiben, die grünen Zweige bis wenige Zentimeter über dem verholzten Teil abschneiden. Im verholzten Teil darf nicht geschnitten werden, weil sich daraus kaum neue Triebe bilden. Komplett verholzte und abgestorbene Zweige ganz abschneiden.

Kübelpflanzen sollten von Zeit zu Zeit in frische Erde umgetopft werden. Jungpflanzen schon im nächsten Frühjahr. Je größer die Pflanze ist, desto größer darf der Zeitabstand bis zum nächsten Umtopfen sein. 

Gegen Krankheiten ist Rosmarin recht robust. Bei langen Nässeperioden können echter Mehltau und Wurzelfäule auftreten. Ein Befall durch Wollläuse ist bei sehr geschützt stehenden Pflanzen möglich. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Lebensdauer und Überwintern

Rosmarin ist eine langjährige Pflanze und bedingt winterhart, je nach Sorte bis ca. minus zehn Grad. Pflanzen im Freiland benötigen Winterschutz. Dazu wird der Wurzelbereich beispielsweise mit Laub gut abgedeckt. Den oberirdischen Teil packt man am besten mit einem Pflanzenschutzvlies ein. 

Kübelpflanzen überwintern hell und kalt, die frostbeständigeren Sorten überwintern am besten im Freien. Ideal wäre ein geschützter Platz in Hausnähe. Auf jeden Fall sollte es ein schattiger Platz sein. Den Kübel packt man mehrlagig in Jute oder in eine Kokosmatte ein und bedeckt den Wurzelballen mit Laub oder Reisig. Den Kübel stellt man auf eine isolierende Unterlage, z.B. ein dickes Holzbrett.

Auch ein kalter, dunkler Raum eignet sich als Winterquartier. Hier verliert die Pflanze ihre Blätter und treibt nach der Winterruhe wieder aus.  Ab ca. Anfang April darf die Pflanze wieder ins Freie.

Ab und zu, etwa alle 2-3 Wochen, an frostfreien Tagen ein wenig Wasser geben, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Rosmarin kann ganzjährig geerntet werden. Dazu einzelne Triebspitzen bis kurz über den verholzten Teil abschneiden. Bei noch kleineren Pflanzen höchstens ein Fünftel der Pflanze auf einmal beernten.

Rosmarin zum Trocknen erntet man am besten kurz vor der Blüte an einem sonnigen Tag, je nach Sorte von März bis August. Zunächst braust man die gesamte Pflanze ab und lässt sie in der Sonne abtrocknen. Dann erntet man die Zweige, bindet sie zu Sträußen zusammen und hängt sie kopfüber an luftiger, trockener und sonnengeschützter Stelle auf. Sind die Zweige gut durchgetrocknet, streift man Blätter und ggf. auch Blütenknospen und Blüten ab.

In einem gut verschlossenen Glas, lichtgeschützt aufbewahrt, ist Rosmarin einige Monate haltbar.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Rosmarin ist ein wahres Multitalent. Beim frischen Rosmarin verwendet man die Blätter und die grünen Triebspitzen. Ganz, oder feingehackt belebt Rosmarin Gemüse- Kartoffel- und Pilzgerichte, sowie Soßen und Marinaden zu Fisch- Fleisch- und Pastagerichten, um nur einige Beispiele zu nennen.  

Noch würziger als frischer, ist getrockneter Rosmarin.  Je nach Zubereitung wird er gehackt, gemahlen oder im Mörser zerstoßen.

In gegarte Gerichte wird Rosmarin in den letzten Minuten der Garzeit zugegeben.