Petersilie, krause und glatte

Familie: Doldenblütler‎ (Apiaceae)
Gattung: Petersiliengewächse (Petroselinum)
Art: Krause Petersilie (Petroselinum crispum var. crispum))
Art: Glatte Petersilie (Petroselinum crispum var. neopolitanum)

Petersilie, der Felsensellerie, ist ein seit vielen Jahrhunderten verwendetes Würz- und Heilkraut und in der europäischen Küche eines der bekanntesten und beliebtesten. Ob man nun eine glatte oder eine krause Sorte bevorzugt ist Geschmackssache. Glatte Sorten sind würziger, krause dekorativer.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Der beste Standort für Petersilie ist ein vollsonniger Platz, im Hochsommer mit zeitweise etwas Schatten in der Mittagszeit. Halbschattige Standorte toleriert die Pflanze auch, jedoch ist dann ein geringerer Ertrag zu erwarten.

Pro Pflanze (Pflanzengruppe aus 4-5 Einzelpflanzen) sollte man einen Platzbedarf von ca. 20-25 cm Durchmesser berücksichtigen.

Gute Nachbarn für Petersilie sind Erdbeeren, Lauch, Paprika, Schnittlauch, Tomaten, Zwiebeln.

Schlechte Nachbarn für Petersilie sind Liebstöckel, Rote Bete, Kopf- und Pflücksalat und Sellerie. Petersilie neben Kopfsalat kann diesen frühzeitig zum Schießen bringen.

Petersilie ist mit sich selbst unverträglich. An der selben Stelle sollte das Kraut deshalb erst nach 3-4 Jahren wieder angebaut werden.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Ab Mitte März kann man Petersilie aus Saatgut vorziehen. Die minimale Keimtemperatur beträgt ca. 5 °C, optimal sind etwa 18 bis 24 °C.

Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen…“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Für Petersilie verwende ich Kokosfasertöpfe (8cm). Die Jungpflanzen werden später samt Anzuchttopf ins Beet gepflanzt. Dadurch kann sich die Pflanze ungestört weiterentwickeln.

In jeden Anzuchttopf verteile ich gleichmäßig 4 Samenkörner, die ich mit 0,5 bis 1 cm Erde bedecke (Dunkelkeimer).  Die Keimung kann bis zu 5 Wochen dauern. Etwas schneller geht es, wenn man die Samenkörner ein paar Stunden vor der Aussaat in lauwarmes Wasser legt.

Ab Mitte April können die vorgezogenen Pflanzen ins Freiland gesetzt werden.

Eine direkte Aussaat ins Freiland ist ab Mai bis Ende Juli sinnvoll. Dazu eine ca. 5mm tiefe Rille ziehen, Samen im Abstand von einigen cm gleichmäßig einstreuen, mit feingesiebter Erde bedecken und leicht andrücken. Die Erde bis zur Keimung feucht halten.

Der Boden sollte humusreich, leicht feucht, kalkhaltig und gut durchlässig sein.

Soll Petersilie ins Pflanzgefäß, eignet sich Gemüseerde als Substrat, der man noch etwas Gartenkalk zugibt. Das Pflanzgefäß sollte mindestens ca. 20 cm hoch sein. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen…“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Petersilie ist ein Mittelzehrer. Zusätzlich zur Grunddüngung benötigt die Pflanze im Frühsommer, wenn sie schon deutlich gewachsen ist, zusätzliche Nahrung. Es genügen zwei Händevoll reifer Kompost um die Pflanze verteilt und leicht eingearbeitet.

Petersilie hat einen hohen Kalkbedarf. Kalk wird häufig schon mit dem Gießwasser zugeführt, was für Petersilie aber eher nicht ausreichend ist, besonders dann, wenn man Regenwasser zum Gießen verwendet, oder der Kalk durch häufigen Regen ausgespült wird. Deshalb bekommt die Pflanze im 2. Frühjahr Jahr etwas Gartenkalk.

Wächst Petersilie im Kübel, bekommt sie von März bis September alle 2 Wochen etwas organischen Flüssigdünger und im 2. Frühjahr ebenfalls etwas Gartenkalk.

Die Erde immer leicht feucht halten, Staunässe unbedingt vermeiden.

Im 2. Jahr bildet sich ab Juni der Blütenstiel mit Dolden. Schneidet man diese rechtzeitig ab, kann man länger die Blätter ernten.

Petersilie kann von unterschiedlichen Schädlingen und Krankheiten betroffen werden. Beispielsweise von Schädlingen wie Blattläusen, Schnecken, Minierfliegen/Miniermotten. Pilzinfektionen wie Mehltau, Blattfleckenkrankheit, Stängel- und Wurzelfäule werden durch zu feuchte Erde, z.B. nach langen Regenperioden und Staunässe begünstigt. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte. 

Lebensdauer und Überwintern

Petersilie ist 2-jährig. Sie blüht im 2. Jahr, ca. Juni bis August und stirbt danach ab.

Zum Überwintern den Wurzelbereich etwas abdecken. Topfpflanzen überwintern hell und frostfrei.

Ernten und haltbar machen

Ernten kann man ab ca. 10 Wochen nach der Aussaat bis Oktober und im Folgejahr ab März bis kurz vor der Blüte.
Die äußeren Blätter werden samt Stiel abgeschnitten. Dabei darf das nachwachsende junge Blattgrün im Wuchszentrum, nicht beschädigt werden.

Für den Wintervorrat Petersilie waschen, trockenschütteln, auf Küchenpapier abtrocknen. Die Blätter ganz oder kleingehackt einfrieren.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden nur die Blätter und die dünnen, blattnahen Stiele. Bei gegarten Gerichten werden sie zum Ende der Garzeit zugegeben, oder erst vor dem Servieren kleingehackt über das fertige Gericht gestreut.

Petersilie harmoniert mit vielen anderen Kräutern wie Schnittlauch, Dill oder den mediterranen Kräutern bestens, beispielsweise in Kräuterquark, in Kräuterbutter, in frischen Salaten und in Gemüsezubereitungen.

Sehr lecker ist auch eine einfache Marinade aus Olivenöl, gehackter Petersilie, gepresstem Knoblauch, etwas Salz und Pfeffer, die man einfach über ein fertig gebratenes ungewürztes Stück Fleisch oder Fisch gibt.