Minze

Familie: ‎Lippenblütler‎ (Lamiaceae)
Gattung: Minze (Mentha)

Die Vielfalt der Minzenarten und -Sorten ist riesig. Neben den bekanntesten Arten wie Pfefferminze und Marokkanische Minze, die beide zu den Nana-Minzen zählen, gibt es zahlreiche Minzen-Kreuzungen mit besonderen Geschmacksnoten wie Orange, Zitrone, Ananas, Schokolade und einiges mehr.

Für meinen Kräutergarten habe ich mich, nach Geschmacksvergleich und Anwendungsmöglichkeiten in der Küche, für die Marokkanische Minze entschieden. Mit ihrem intensiven Duft und Geschmack bringt die marokkanische Minze ein erfrischendes Aroma sowohl in süß-fruchtige Mixgetränke und Desserts als auch in viele Gerichte der nordafrikanischen und orientalischen Küche wie Linsenzubereitungen, Couscous-, Hirse- und Gemüsegerichte.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Minze wächst üppig an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. Am sonnigen Platz wird ihr Aroma intensiver. 

Der Platzbedarf richtet sich danach, wie sehr man die Pflanze sich selbst überlässt.  Minze wuchert sehr stark und breitet sich durch unterirdische Wurzelausläufer (Rhizome) aus. Zur Eindämmung kann man um die Minze eine Wurzelsperre angelegen, mindestens 30 cm tief.

Minze ein ist guter Begleiter für Kernobst, Steinobst, Erdbeeren und Kartoffeln.

Minze ist mit sich selbst unverträglich. Deshalb sollte man sie nach einigen Jahren an einen anderen Standort pflanzen, an dem in den letzten 4 Jahren keine Minze und kein anderer Lippenblütler stand.

Kübelpflanzen alle 3-4 Jahre in neue Erde umtopfen.

Pflanzung, geeigneter Boden

Minze kann man von März bis Oktober ins Freie pflanzen. Vor dem Einpflanzen den Wurzelballen zunächst gut mit Wasser tränken. Am besten man stellt die Pflanze mitsamt dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Nach einige Minuten aus dem Wasserbad nehmen, den Topf entfernen und den Wurzelballen etwas auflockern.  Dann wird die Pflanze so eingesetzt, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der Boden- Oberkante abschließt. Danach einige Tage feucht halten.

Auch als Kübelpflanze wächst Minze sehr üppig. Der Behälter sollte mindestens etwa 24 cm Durchmesser haben. Als Substrat eignet sich Kübelpflanzenerde (keine Kräutererde verwenden).  Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Minze benötigt nährstoffreichen, wasserdurchlässigen Boden

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Minze ist ein Mittelzehrer. Zusätzlich zur Grunddüngung versorge ich die Pflanze im Frühsommer mit etwas Kompost (1-2L pro m2) und etwas organischen Flüssigdünger.

Kübelpflanzen bekommen von Juni bis August alle 2 Wochen etwas organischem Flüssigdünger.

Die Pflanze möglichst gleichmäßig leicht feucht halten und Staunässe vermeiden.

Wird die Pflanze zu üppig, kann sie jederzeit zurückgeschnitten werden. Durch kappen der Spitzen wird die Verzweigung gefördert. Damit die Minzeblätter durch die Blüte (Juli bis September) nicht an Aroma verlieren, kann man die Pflanze kurz vor der Blüte bis auf ca. 10 cm zurückschneiden. Nach dem ersten Frost schneidet man die Pflanze bodennah zurück.

Minze kann von unterschiedlichen Krankheiten betroffen werden. Beispielsweise von Minzrost oder Mehltau. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Lebensdauer und Überwintern

Die Minze ist mehrjährig und bedingt winterhart. Zum Winterschutz den Wurzelbereich etwas abdecken.

Bei Kübelpflanzen im Freien das Pflanzgefäß gut mit Jute oder Kokosmatte einpacken und auf eine isolierende Unterlage stellen. In sehr kalten Gegenden ist es sicherer die Pflanze ins Haus zu holen. Dafür eignet sich ein kalter (maximal 8 GRD C), frostfreier Platz.

Kübelpflanzen an frostfreien Tagen gelegentlich etwas gießen, gerade soviel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Ernten und haltbar machen

Solange die Pflanze grün und das Wetter mild ist kann geerntet werden. Das beste Aroma erhält man allerdings vor der Blüte. Das ist auch der Zeitpunkt, um für den Wintervorrat zu ernten.

Dazu  braust man, an einem sonnigen Tag die gesamte Pflanze ab und lässt sie in der Sonne abtrocknen. Dann erntet man die Zweige, bindet sie zu Sträußen zusammen und hängt sie kopfüber an luftiger, sonnen- und regengeschützter Stelle auf. Ist das Kraut gut durchgetrocknet, streift man die Blätter ab und zerreibt sie grob mit den Händen. In einem gut verschlossenen Glas, lichtgeschützt aufbewahrt, ist das Würzkraut haltbar bis es im nächsten Jahr wieder frisches gibt.

Die frischen Blätter lassen sich auch gut einfrieren.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden die frischen, oder die getrockneten Blätter, die ihr erfrischendes Aroma kaum verlieren. Die Anwendungsmöglichkeiten sind wahrlich vielfältig, experimentieren lohnt sich.

Ob frisch oder getrocknet, kleingeschnitten oder als ganze Blätter zaubert Minze geheimnisvolle Frische in vielerlei Speisen und Getränke. Einige Beispiele sind Linsenzubereitungen, Couscous, Soßen zu Fleischgerichten, Salate, und Joghurt-Quarkzubereitungen, unterschiedlichste fruchtige Desserts und Mixgetränke.