Liebstöckel

Liebstöckel

Lizenzhinweis: User:Londenp, Levisticum officinale, CC BY-SA 3.0

Familie: Doldenblütler‎ (Apiaceae)
Gattung: Gattung‎: ‎Levisticum
Art: Levisticum officinale

Liebstöckel, auch bekannt als Maggikraut ist ein weit verbreitetes und häufig verwendetes Gewürz- und Heilkraut. Sein intensiver Duft und Geschmack bereichert besonders Eintöpfe, Zubereitungen mit Wurzelgemüse, Soßen zu Fleischgerichten und kann darüber hinaus noch einiges mehr.  Liebstöckel wächst unter guten Bedingungen sehr buschig und kann bis zu 2m hoch werden.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen


Wohlfühlplatz

Liebstöckel bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Beim Pflanzabstand sollte man einen Platzbedarf pro Pflanze von ca. 50 cm Durchmesser berücksichtigen.

Liebstöckel sollte man nicht dahin säen oder pflanzen wo in den letzten 4 Jahren bereits Liebstöckel oder andere Doldenblütler standen oder noch stehen.

Für andere Doldenblütler wie Fenchel, Dill, Möhre, Koriander, Pastinake, Kerbel, Petersilie und Sellerie ist Liebstöckel ein schlechter Begleiter.

Gut vertragen sich Liebstöckel und Estragon.


Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Für den Eigenbedarf ist eine Liebstöckelpflanze in der Regel ausreichend. 

Ab ca. Mitte April kann man Liebstöckel direkt ins Freie pflanzen. Vor dem Einpflanzen den Wurzelballen zunächst gut mit Wasser tränken. Am besten man stellt die Pflanze mitsamt dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Nach einige Minuten aus dem Wasserbad nehmen, den Topf entfernen und den Wurzelballen etwas auflockern.  Dann wird die Pflanze so eingesetzt, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der Boden- Oberkante abschließt. Danach einige Tage feucht halten.

Wer lieber sät: Zum Säen direkt ins Freie verteile ich ca. 16 Samenkörner auf eine Fläche ca.20x20cm. Liebstöckel ist ein Dunkelkeimer, die Samen werden mit etwa 2 cm Erde bedeckt und leicht angedrückt.  Die minimale Keimtemperatur beträgt ca. 8 °C, optimal sind ca. 18 bis 24 °C. Die Keimlinge zeigen sich nach wenigen Tagen.

Vermehren kann man Liebstöckel auch dadurch, dass man die Pflanze im September teilt. Dazu die gesamte Pflanze ausgraben, mit einem scharfen Messer etwa die halbe Pflanze abtrennen und beide Teile an einem anderen Platz wieder einpflanzen.

Liebstöckel bevorzugt nährstoffreichen, eher lehmigen und feuchten Boden.  

Für Topfpflanzung sollte das Pflanzgefäß einen Durchmesser von mindestens 20 cm haben und ebenso hoch sein. Als Substrat eignet sich Gemüseerde (keine Kräutererde verwenden).  Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.


Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Liebstöckel ist ein Mittelzehrer. Zusätzlich zur Grunddüngung versorge ich Beet- und Kübelpflanzen bis zur Blüte, monatlich mit etwas organischen Flüssigdünger.

Der Boden sollte immer mäßig feucht gehalten werden, Staunässe unbedingt vermeiden.

Liebstöckel kann sehr hoch werden, und muss dann etwas abgestützt werden. Zum Ende der Vegetationsperiode verwelkt die Pflanze. Verwelkte Pflanzenteile werden bodennah abgeschnitten.

Gegen Krankheiten ist Liebstöckel sehr robust. Manchmal treten Minierfliegen/Miniermotten,  Thripse und Blattläuse auf.  Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.  


Lebensdauer und Überwintern

Liebstöckel ist eine winterfeste, mehrjährige Pflanze. Auch Topfpflanzen können draußen überwintern.


Ernten und haltbar machen

Liebstöckel blüht im Juli und August. Bis dahin können die Blätter, vorzugsweise die jüngeren, zum Verzehr geerntet werden. Will man möglichst lange die frischen Blätter ernten sollte man die Blütenknospen möglichst früh abschneiden.

Zum Trocknen erntet man das Kraut am besten an einem sonnigen Tag. Zunächst braust man die gesamte Pflanze ab und lässt sie in der Sonne abtrocknen. Dann erntet man die Zweige, bindet sie zu Sträußen zusammen und hängt sie kopfüber an luftiger, sonnen- und regengeschützter Stelle auf. Ist das Kraut gut durchgetrocknet, streift man die Blätter ab und zerreibt sie grob mit den Händen. In einem gut verschlossenen Glas, lichtgeschützt aufbewahrt, ist das Würzkraut haltbar bis es im nächsten Jahr wieder frisches gibt.


Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden die jüngeren Liebstöckelblätter, frisch oder getrocknet. Wegen des intensiven Aromas sollte man sogfältig dosieren. Die Blätter geben Salaten, Suppen, Eintöpfen, Zubereitungen mit Wurzelgemüse, Soße zu Fleischgerichten ein besonders würziges Aroma. Frische Blätter werden grob gehackt und erst gegen Ende des Garens zugegeben.

Auch als Zutat für Kräuterbutter, Kräuterquark und frischen Pesto eignet sich Liebstöckel bestens. Liebstöckelsamen kann man als Brotgewürz oder in selbst kreierten Gewürzmischungen verwenden.