Koriander, echter

Familie: Doldenblütler
Gattung: Coriandrum
Art: Koriander (Coriandrum sativum)
Auch Gewürzkoriander oder Blattkoriander genannt

Koriander trifft nicht jedermanns Geschmack. Oft wird er, etwas abfällig auch Wanzenkraut genannt, was seinem intensiv herben Aroma geschuldet ist. Wer aber die fernöstliche oder die arabische Küche mag, wird auf Koriander nicht verzichten wollen – es ist nur eine Frage der individuellen Dosierung. Koriander wächst kräftig in die Höhe. Je nach Sorte und Standortbedingungen kann er bis ca. 90 cm hoch werden.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen


Wohlfühlplatz

Koriander bevorzugt sonnige, warme und geschützte Standorte. Der Platzbedarf pro Pflanze sind ca. 30 cm im Durchmesser.

Man sollte ihn aber nicht dahin säen oder pflanzen wo in den letzten 4 Jahren bereits Koriander oder andere Doldenblütler standen oder noch stehen. Schlechte Nachbarn für Koriander sind also Doldenblütler wie Fenchel, Dill, Möhre, Pastinake, Kerbel, Liebstöckel, Petersilie und Sellerie.

Schädlinge wie der Kohlweißling und Blattläuse meiden die Nähe von Koriander. Deshalb ist er für Kohlgemüse ein nützlicher Begleiter.


Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Ab Mitte März kann man Koriander aus Saatgut vorziehen. Die minimale Keimtemperatur beträgt ca. 8 °C, optimal sind etwa 15 bis 20 °C.

Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge. Für Koriander verwende ich Anzuchttöpfe mit 6 cm Durchmesser. In jeden Anzuchttopf gebe ich nur 1 Samenkorn, das ich mit ca. 1 cm Erde bedecke (Dunkelkeimer), leicht andrücke und gut angieße.  Die Keimzeit beträgt ca. 2 Wochen.

Ab ca. Mitte April bis Mitte Mai kann Koriander direkt ins Freiland ausgesät oder gepflanzt werden. Bei späterer Aussaat bzw. Pflanzung und damit wärmeren Temperaturen neigt Koriander frühzeitig zum Schießen.

Die Samenkörner werden etwa einen Zentimeter tief in die Erde gesteckt, wieder mit Erde bedeckt und gut angegossen. In frostigen Nächten muss die Pflanze während der Keimzeit geschützt werden.

Damit man möglichst lange Koriander ernten kann sät man, mehrmals im Abstand von einigen Wochen bis Ende Mai, weitere Pflanzen nach.  Eine spätere Aussaat kann man als Topfkultur geschützt aufstellen.

Geeignet ist ein lockerer, wasserdurchlässiger und nährstoffarmer Boden.

Soll Koriander im Pflanzgefäß aufgezogen werden, eignet sich Kräutererde, der man noch etwas Gartenkalk zugibt.  Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.


Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Koriander ist ein Schwachzehrer und benötigt im Beet keine weitere Düngung.
Topfpflanzen versorgt man alle 6-8 Wochen mit etwas organischen Flüssigdünger.

Die Pflanze kommt mit wenig Wasser aus. Beim Gießen sollte man das Blattwerk möglichst trocken halten. Ein ausreichender Abstand zwischen den Pflanzen begünstigt ein schnelleres Abtrocknen nach Regenfällen.

Koriander kann von unterschiedlichen Schädlingen und Krankheiten wie Minierfliegen/Miniermotten, dem echten Mehltau oder Doldenbrand befallen werden. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.


Lebensdauer und Überwintern

Koriander ist einjährig


Ernten und haltbar machen

Ist das Kraut nach 4- 6 Wochen schon kräftig genug, kann man bereits das erste Koriandergrün ernten. Es können einzelne Blätter abgezupft oder komplette Triebe abgeschnitten werden.  Um die Blüte hinauszuzögern kann man alle Triebspitzen, die schon Blütenknospen haben, abschneiden. Will man Koriandersamen ernten, schneidet man ab Anfang Juli die Pflanze nicht mehr.

Mit der Blüte, ca. Ende Juli, wird das Kraut bitter.  Im Laufe des Augusts reifen die Samen heran. Sind die Samen hellbraun können sie geerntet werden, am besten kurz bevor sie sich selbst aussähen würden.

Die Samen eignen sich sehr gut zum Trocknen. Dazu die Samenkörner an einem luftigen, sonnengeschützten und trockenen Platz ausbreiten, wo sie noch etwas nachreifen und dunkler werden.  Gut getrocknet, in einem gut verschlossenen Glas und lichtgeschützt aufbewahrt, sind Koriandersamen haltbar bis zur Ernte im nächsten Jahr. Korianderblätter kann man kleinhacken und einfrieren.


Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden die frisch geernteten Blätter und die getrockneten Samen. Blätter sollen möglichst nicht erhitzt und erst kurz vor dem Servieren zugegeben werden. Im Gegensatz dazu entfaltet sich das Aroma der ganzen oder im Mörser zerstoßen Koriandersamen durch Erhitzen am besten. Besonders aromatisch werden die Samenkörner, wenn man sie vor dem Mörsern leicht in einer Pfanne röstet.

Korianderblätter eignen sich sehr gut als Topping für Linsengerichte, Gemüsezubereitungen und Salate. Getrocknete und gemörserte Koriandersamen geben Gerichten mit Hülsenfrüchten, Fleischgerichten und Gemüsezubereitungen eine orientalische oder fernöstliche Note.