Estragon

Estragon

Lizenzhinweis: Cillas, Artemisia dracunculus HRM, CC BY-SA 4.0

Familie: ‎Korbblütler‎ (Asteraceae)
Gattung: Artemisia
Art: „Französischer Estragon“ (Artemisia dracunculus var. sativa)
Art: „Russischer Estragon“ (Artemisia dracunculus var. inodora)
Art: „Deutscher Estragon“: (Artemisia dracunculus cv.)

Wer gerne französische und italienische Gerichte kocht, braucht Estragon. Mit seinem sehr charakteristischen, süßlich-würzigen Aroma sorgt er für eine besondere unverwechselbare Note in Gemüsezubereitungen und Soßen.

In meinem Genussgarten baue ich den „deutschen Estragon“ an, der für meinen Geschmack das beste Aroma hat. Außerdem ist er robuster und nicht ganz so frostempfindlich wie der französische Estragon.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen


Wohlfühlplatz

Estragon bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen, warmen, wettergeschützten Platz.

Bei guten Bedingungen kann die Pflanze recht ausladend werden, und auch andere Nachbarn im Beet verdrängen, so ist Estragon halt. Mit einem Platzbedarf von rund 50cm Durchmesser sollte man mindestens rechnen. Wenn er sich zu weit ausbreitet, kann man den Estragon ausgraben, teilen und einen Teil wieder einsetzen.

Eigentlich würde sich Estragon gut mit Bohnen, Erbsen, Gurken, Liebstöckel und Spinat vertragen. Bei guten Bedingungen kann die Pflanze jedoch recht ausladend werden, und die Nachbarn im Beet verdrängen, so ist Estragon halt. Als Mischkultur- Partner setzt man die mehrjährige Pflanze am besten an den Rand der Gemüsebeete. Für Kopfsalat und Pflücksalat ist Estragon ein schlechter Nachbar.


Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Da Estragon mehrjährig ist und sich gut durch Stecklinge vermehren lässt, kauft man ihn am besten als Jungpflanze im Fachhandel. Bereits im ersten Jahr liefert eine Pflanze in der Regel ausreichend Kraut für den Eigenbedarf.

Ab Mai kann man Estragon ins Freiland pflanzen.  Der Boden sollte locker, wasserdurchlässig, humus- und nährstoffreich sein. Mit der Pflanzung arbeitet man 1 Liter Kompost (pro Pflanzstelle) in die Erde ein.

Vor dem Einpflanzen den Wurzelballen zunächst gut mit Wasser tränken. Am besten man stellt die Pflanze mitsamt dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Nach einigen Minuten aus dem Wasserbad nehmen, den Topf entfernen und den Wurzelballen etwas auflockern.  Dann wird die Pflanze so eingesetzt, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der Boden- Oberkante abschließt. Danach einige Tage feucht halten.

Im Spätsommer lässt sich Estragon durch Stecklinge vermehren.

Als Topfpflanze benötigt Estragon genügend Platz, d.h. eine Topfgröße ab ca. 20 cm Durchmesser.  Als Substrat kann man lockere, humusreiche Gartenerde verwenden. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.


Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Estragon ist ein Mittelzehrer. Estragon im Beet und im Kübel dünge ich von April bis September monatlich mit organischem Flüssigdünger.

Estragon nur mäßig feucht halten und Staunässe vermeiden. Beim Gießen sollte das Blattwerk möglichst trocken bleiben.

Der Rückschnitt erfolgt durch die Ernte und zusätzlich dann, wenn die Pflanze zu üppig wird. Im Spätherbst, vor dem ersten Frost, schneidet man die Pflanze bis auf wenige cm über dem Boden zurück.

Estragon ist sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten oder Schädlinge. Bei nasskaltem Wetter können Rostpilze auftreten. Auch auf Blattläuse sollte man achten. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.


Lebensdauer und Überwintern

Die mehrjährige Pflanze ist nur bedingt winterhart.  Vor dem ersten Frost bis zum nächsten Frühjahr deckt man die zurückgeschnittene Pflanze mit Stroh ab.

Kübelpflanzen überwintern hell, frostfrei und trocken. Gelegentlich gerade so viel gießen, dass der Topfballen nicht komplett austrocknet.


Ernten und haltbar machen

Die Erntezeit ist von Frühjahr bis zum späten Herbst. Zur Ernte schneidet man regelmäßig die Triebe ganz oder teilweise ab. Das lichtet die Pflanze etwas aus und regt sie zum Verzweigen an. Das Aroma ist zu Beginn der Blüte, etwa zwischen Mai und Juli, am intensivsten. Die Blüte ist allerdings oft nur sehr spärlich oder findet gar nicht statt.

Zum Trocknen erntet man das Kraut am besten kurz vor der Blüte an einem sonnigen Tag. Zunächst braust man die gesamte Pflanze ab und lässt sie in der Sonne abtrocknen. Dann erntet man die Zweige, bindet sie zu Sträußen zusammen und hängt sie kopfüber an luftiger, sonnen- und regengeschützter Stelle auf. Ist das Kraut gut durchgetrocknet, streift man die Blätter und ggf. auch Blütenknospen und Blüten ab und zerreibt sie grob mit den Händen. In einem gut verschlossenen Glas, lichtgeschützt aufbewahrt, ist das Würzkraut haltbar bis es im nächsten Jahr wieder frisches gibt.


Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter, falls vorhanden auch die Blüten. Mit seinem intensiven Aroma, sorgfältig dosiert, macht Estragon besonders helle Soßen zu außergewöhnlichen Köstlichkeiten. Sehr gut passt Estragon auch zu Salaten und Gemüsezubereitungen, besonders zu Gerichten mit Tomaten, Zucchini und Auberginen.