Bohnenkraut

Bohnenkraut

Familie: ‎ Lippenblütler‎ (Lamiaceae)
Gattung: Bohnenkräuter‎ (Satureja)
Art: Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis)
Art: Winterbohnenkraut (Satureja montano)

Bohnenkraut passt gut zu …  – ja zu Bohnen, als Begleiter im Garten zur Abwehr von Bohnenläusen und als Begleiter in der Küche in unterschiedlichsten Bohnengerichten. Aber nicht nur das. In der Küche erweist es sich als echtes Multitalent in vielerlei Gemüsegerichten, in Eintöpfen, zu Fleischgerichten und in Soßen.

Wegen seines pfeffrigen Geschmacks wird es auch Pfefferkraut genannt. Das Winterbohnenkraut ist etwas würziger als die Sommervariante. In meinem Genussgarten baue ich das mehrjährige, aromaintensive Winterbohnenkraut (Satureja montana) an.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Lebensdauer und Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen


Wohlfühlplatz

Bohnenkraut liebt sonnige, warme und windgeschützt Plätze. Wird Bohnenkraut ins Beet gepflanzt, sollte man einen Platzbedarf von ca. 25 cm Durchmesser pro Pflanze berücksichtigen.

Zur Abwehr von Bohnenläusen ist es eine gute Begleitpflanze für Bohnen. Weitere dankbare Nachbarn sind Mangold, Rote Bete und Salat. Darüber hinaus verträgt sich Bohnenkraut mit allen Nutzpflanzen recht gut. Als Mischkultur- Partner setzt man die mehrjährigen Pflanzen am besten an den Rand der Gemüsebeete. 


Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Beim mehrjährigen Bohnenkraut, das sich auch durch Stecklinge leicht vermehren lässt, lohnt sich die Anzucht aus Saatgut eher nicht. In Samentütchen ist meist viel mehr Samen enthalten als man für eine Gartensaison braucht, und die Keimfähigkeit lässt von Jahr zu Jahr nach.

Also auf zum Gartencenter, Bohnenkraut kaufen. Einschränkend muss man sagen, dass gerade mehrjähriges Bohnenkraut als Jungpflanze im Handel oft nicht so leicht erhältlich ist.

Will man das Winterbohnenkraut durch Stecklinge vermehren, schneidet man im Mai einen Trieb kurz über der Verholzung ab, entfernt die unteren Blätter und stellt ihn in ein Gefäß mit Wasser. Wenn sich nach einigen Tagen die ersten Wurzeln gebildet haben und das Kraut austreibt, kann man den Steckling in einen Topf oder direkt ins Beet pflanzen.

Ins Freie pflanzen kann man ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen. Vor dem Einpflanzen den Wurzelballen zunächst gut mit Wasser tränken. Am besten man stellt die Pflanze mitsamt dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Nach einige Minuten aus dem Wasserbad nehmen, den Topf entfernen und den Wurzelballen etwas lockern.  Dann wird die Pflanze so eingesetzt, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der Boden- Oberkante abschließt. Danach einige Tage feucht halten.

Bohnenkraut bevorzugt lockeren und wasserdurchlässigen Boden, der nährstoffarm und leicht kalkhaltig ist.

Als Topfpflanze setzt man das Kraut am besten in Kräutererde, in einen Topf mit ca. 15 bis 20 cm Durchmesser. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.


Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Bohnenkraut ist ein Schwachzehrer. Zusätzlich zu dieser Grunddüngung tut der Pflanze etwas Kalk gut, der häufig schon mit dem Gießwasser zugeführt wird. Verwendet man Regenwasser zum Gießen, oder der Kalk wird durch häufigen Regen ausgespült, gibt man ab dem 2. Frühjahr jährlich etwas Gartenkalk.

Topfpflanzen bekommen im Frühjahr und im Frühsommer je 1 mal mit ein wenig organischem Flüssigdünger und, falls man mit kalkarmem Wasser gießt, ebenfalls ab dem 2. Frühjahr jährlich ein wenig Gartenkalk.

Bohnenkraut liebt es trocken. Deshalb nur sehr wenig gießen und Staunässe vermeiden.

Um die Triebbildung anzuregen und gleichzeitig den Verholzungsprozess der Pflanze zu verzögern, sollten die Triebe regelmäßig, bis kurz über die Verholzung gekürzt werden. Dies passiert teilweise auch schon durch die laufende Ernte. Im Frühjahr, ca. Anfang April, kann man das mehrjährige Kraut knapp über dem Boden abschneiden, damit sich die neuen Triebe gut entwickeln können.

Bohnenkraut ist recht robust gegen Schädlinge und Krankheiten. Möglicherweise treten Blattwanzen, Mehltau, Rostpilze oder Grauschimmel auf. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.


Lebensdauer und Überwintern

Sommerbohnenkraut ist einjährig.
Winterbohnenkraut ist mehrjährig und winterhart. Auch Topfpflanzen können draußen überwintern.


Ernten und haltbarmachen

Der beste Zeitraum zum Ernten von besonders geschmacksintensivem Bohnenkraut ist unmittelbar vor und während der Blüte.

Bei der laufenden Ernte schneidet man die Triebe knapp über der Verholzung ab.  Zur Ernte für den Wintervorrat braust man zunächst die gesamte Pflanze ab und lässt sie in der Sonne wieder abtrocknen. Dann werden alle Triebe, auch blühende, knapp über der Verholzung abgeschnitten, zu Sträußen zusammengebunden, und kopfüber an luftiger, schattiger und regengeschützter Stelle aufgehängt. Ist das Kraut gut durchgetrocknet, streift man Blätter, Blütenknospen und Blüten ab.

In einem gut verschlossenen Glas, lichtgeschützt aufbewahrt, ist das Würzkraut lange haltbar.


Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verwendet werden Blätter, Blüten und Blütenknospen. Bohnenkraut passt zu vielen Gemüsegerichten, Fleischgerichten und Soßen  –  und zu Bohnen.

Getrocknetes Bohnenkraut sollte immer mitgekocht werden, damit es sein intensives Aroma bestmöglich entfalten kann. Frische Blätter kann man z.B. als Zutat für Kräuterbutter und Kräuterquark verwenden.