Zucchini

Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Kürbis (Cucurbita)
Art: Garten-Kürbis (Cucurbita pepo)
          hierzu gehört die Zucchinipflanze (Cucurbita pepo var. giromontiina)

Sorten gibt es viele, z.B. runde, platte, länglich-gerade oder gekrümmte, mit glatter oder genarbter Oberfläche, grüne, gelbe bis gelb-orange, einfarbige oder mehrfarbig gefleckte oder gestreifte. In Deutschland sind die länglichen, grünen Zucchini am weitesten verbreitet.

In meinem Genussgarten baue ich die Sorte „Cocozelle von Tripolis“ an. eine Relativ anspruchslose Sorte mit kräftigem Wuchs und mit ihren langen, grün-gestreiften Früchten auch sehr dekorativ.

Die Pflanze entwickelt aus dem Haupttrieb kräftige Blattstiele sowie die Blütentriebe. Auf ein und derselben Pflanze befinden sich männliche Blüten auf längeren Blütenstielen, und weibliche Blüten auf dem bereits gut erkennbaren Fruchtansatz . Beginn der Blütezeit ist ca. Ende Mai.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Zucchini bevorzugen sonnige bis halbschattige, warme und geschützte Standorte. Für längere Regenperioden empfiehlt es sich die Pflanze durch ein Regendach zu Schützen. Wichtig ist in jedem Fall ein luftiger Anbau, damit das Blattwerk nach Regen schnell abtrocknen kann. Der Platzbedarf für eine Pflanze beträgt ca. 1 Quadratmeter.

An Stellen wo bereits Zucchini standen, sollte man eine 4-jährige Anbaupause für Kürbisgewächse einhalten.

Gute Nachbarn für Zucchini sind Basilikum, Majoran und Zwiebeln.

Kürbis und Gurken sollte man besser nicht in der Nachbarschaft zu Zucchini anbauen, auch Radieschen und Rettiche sind schlechte Nachbarn.

Als Vorkultur sind frühe Erbsen gut geeignet.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Die Saatgutherstellung aus eigenen Pflanzen kann man Hobbygärtnern nicht empfehlen. Wird die Zucchinipflanze von einer benachbarten anderen Kürbisart bestäubt, etwa vom Zierkürbis aus dem Nachbarsgarten, können die Nachkommen die giftigen Bitterstoffe (Cucurbitacine) enthalten.  Deshalb besser Saatgut oder eine Jungpflanze im Fachhandel kaufen.

Je nach Sorte kann man Zucchini ab Mitte April bis Mitte Mai aus Saatgut vorziehen. Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen…“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Die minimale Keimtemperatur beträgt je nach Sorte ca. 10 °C, optimal sind ca. 20 bis 24 °C. 

Als Anzuchtgefäße verwende ich einzelne Töpfe, Durchmesser ca. 10 cm, gefüllt mit Aussaaterde. In jeden Anzuchtstopf lege ich nur einen Samenkern, den ich mit 3 cm Erde bedecke.

Zur Keimung sind nun Wärme und ein gleichmäßig feuchtes Substrat erforderlich. Nach etwa einer Woche zeigen sich die Keimblätter. Dann sollen die Pflänzchen bei etwa16 bis 20 Grad C weiterwachsen, bis sich drei richtige Blätter gebildet haben.

Ab Anfang Mai kann man die Jungpflanzen schon etwas an das richtige Leben gewöhnen, indem man sie an milden Tagen tagsüber ins Freie stellt.

Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen bis Mitte Juni, kann man die Jungpflanzen ins Beet setzen. Bereits einige Wochen vorher bereitet man die Pflanzstelle vor. Dazu ein Pflanzloch in Spatentiefe ausheben, die ausgehobene Erde mit ca. 5 L Kompost und 50g Hornmehl vermischen und wieder einfüllen.  Alternativ zu Kompost und Hornmehl kann man auch mit einem universellen organischen Streudünger arbeiten, ca. 100 Gramm pro Pflanze.

Nach einer Ruhezeit von etwa 2-3 Wochen kann man die Zucchinipflanze einsetzen. Die Oberkante des Wurzelballens soll ca. 3 cm unter die Bodenoberkante liegen. Sinnvoll ist ein Gießring damit das Gießwasser besser zur durstigen Pflanze geleitet wird. Jetzt noch gut angießen – fertig.

Zucchini bevorzugen lockeren, wasserdurchlässigen, humusreichen Boden.

Als Substrat für Kübelpflanzen eignet sich Gemüseerde. Der Kübel sollte recht groß sein, mindestens ca. 35 Liter, sonst kommt man mit Gießen und Düngen nicht nach. Gegen Staunässe hilft eine 3cm hohe Drainage. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Zucchini sind Starkzehrer. Zusätzlich zu dieser Grunddüngung und dem Kompost, der bereits vor der Pflanzung verabreicht wurde, benötigt das Gemüse ab ca. 4 Wochen nach der Pflanzung, bis ca. Ende August, 2- wöchentlich weitere Düngergaben. Geeignet hierfür ist ein kaliumreicher, organischer Flüssigdünger.

Kübelpflanzen düngt man wöchentlich mit einem kaliumreichen, organischem Flüssigdünger.

Der Boden sollte möglichst gleichmäßig feucht gehalten werden, aber nicht zu nass sein. Im Juni und Juli, wenn die Pflanze kräftig wächst und Blüten und Früchte bildet ist der Wasserbedarf höher. Das Blattwerk und vor allem die Blüten sollten möglichst trocken bleiben.

Hat sich bereits eine Frucht gebildet entfernt man die evtl. noch daran haftende Blüte und vermindert so die Angriffsfläche für Fäulnis.

Werfen die Pflanzen weibliche Blüten nach kurzer Zeit wieder ab, und die Fruchtansätze verkümmern, wurden sie nicht oder nicht ausreichend befruchtet. Je nach Wetterlage oder auch bei Pflanzen im Gewächshaus kommt das vor, weil unsere natürlich Bestäubungsbeauftragten manchmal etwas sensibel sind.  Falls also die natürlichen Bestäuber z.B. bei kühlem und regnerischem Wetter in Streik treten, kann man selbst deren Job übernehmen. Das Vorgehen ist dann allerding ein anderes.

Es geht z.B. so:

Mit einem feinen, weichen Malpinsel Pollen von einer reifen, männlichen Blüte abtupfen und auf weibliche übertragen. Mit einer männlichen Blüte kann man etwa drei weibliche Blüten bestäuben.

Zucchini Bestäubung
Zucchini Bestäubung

Welke Blüten und verkümmerte Früchte am besten gleich entfernen.

Manche Zucchinipflanzen sind in ihrem Wachstum kaum zu bremsen. Wenn es zu heftig wird kann man die störenden Triebe mit einem scharfen Messer abschneiden, aber nicht zu viele auf einmal.

Zucchini können von unterschiedlichen Schädlingen wie Schnecken, Blattläusen, Spinnmilben, Weiße Fliege und Tripsen befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Echtem Mehltau, Grauschimmel, Zucchini-Gelbmosaikvirus, Weichfäule, Blattfleckenkrankheit oder der Fusarium Welke. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Ernten und haltbar machen

Etwa 6-8 Wochen nach der Pflanzung kann man bereits die ersten Früchte ernten, je nach Sorte bis Oktober. Wenn sie maximal ca. 15 cm lang sind (längliche Sorten), schneidet man sie mit einem scharfen Küchenmesser ab, nicht abbrechen. In dieser Größe schmecken sie am besten und haben auch im Kern noch festes Fruchtfleisch.

Im Kühlschrank bleiben sie maximal eine Woche frisch. Zum haltbar machen kann man sie sauer einlegen, oder in Scheiben schneiden, blanchieren und einfrieren oder zu einem fruchtigen Brotaufstrich verarbeitet in luftdicht verschlossene Gläser abfüllt für wenige Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

An dieser Stelle zunächst noch die eindringliche Warnung: Essen Sie keine Zucchini, die bitter schmecken, auch dann nicht, wenn Sie es erst bemerken, nachdem Ihr auserlesenes Zucchinigericht bereits serviert ist. Die Bitterstoffe (Cucurbitacine) sind giftig und können in hohen Dosen sogar tödlich sein.

Nun aber wieder zurück zur Normalität. Bisher hatte ich noch kein einziges Mal, weder bei gekauften, noch bei selbst gezogen Zucchini, noch bei geschenkten Zucchini aus Nachbars Garten, ein bitteres Exemplar.

Interessante Zucchini-Rezepte gibt es so viele, dass man gar nicht recht weiß, welches man als nächstes ausprobieren soll. Für mich ist eine Zubereitung dann gut, wenn sie die Leichtigkeit und die Frische des Sommers auf den Teller bringt, und das gelingt fast immer mit wenig Aufwand. Also immer wieder neues ausprobieren, die Begeisterung wird mit jeder gelungenen Zubereitung wachsen.

Vielleicht noch ein Wort zur Verwendung der Blüten. Diese können roh in Salaten verwendet werden, oder in Crepe-Teig getaucht und frittiert, oder unterschiedlich gefüllt und leicht angebraten werden. Ich verwende vorzugsweise männliche Blüten, da man zur Bestäubung auf einige verzichten kann und die weiblichen ja noch zur Fruchtbildung benötigt werden.