Tomaten

Familie: Nachtschattengewächse‎ (‎Solanaceae)
Gattung: Nachtschatten (Solanum)
Art: Tomate (Solanum lycopersicon esculentum)

Wer Tomaten mag steht schnell vor der Herausforderung, unter einer riesigen Auswahl die passende(n) Sorte(n) herauszufinden. Entscheidend sind dabei nicht nur Geschmack, Form und Farbe, sondern auch die Überlegung, ob man den Ansprüchen des Objekts der Begierde gerecht werden kann. Schon beim Wärme-, Licht-, und Nährstoffbedarf ist die Toleranzbereitschaft je nach Sorte sehr unterschiedlich.

Einige Sorten eignen sich gut für den Anbau im Freiland, andere sind im Gewächshaus besser aufgehoben, oder im Kübel an einem geschützten Platz. Mitentscheidend für die Sortenauswahl ist auch die gewünschte Verwendung. Manche Sorten eignen sich am besten als dekorative Zutat zu frischen Sommersalaten, andere zum Trocknen und Einlegen, wieder andere eher als Zutat zu Suppen und Soßen.

In meinem Genussgarten baue ich mehrere Sorten an:

  • „San Marzano“, eine robuste Sorte mit länglichen roten Früchten für Salate und Soßen
  • „Zuckertraube“, sehr aromatische rote Cocktailtomate
  • „Johannisbeertomate“ mit sehr vielen und kleinen, roten, süßlichen Früchten
  • „Gelbe Clementine“, eine sehr fruchtige, gelbe Cocktailtomate

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Tomaten sind empfindlich gegen Regen und Kälte. Sie bevorzugen vollsonnige und sonnige, trockenwarme und geschützte Standorte. Werden Tomaten im Gewächshaus angebaut, ist auf gute Durchlüftung zu achten, da die Pflanzen keine hohe Luftfeuchtigkeit mögen.

Pro Pflanze sollte man einen Platzbedarf von ca. 60 bis 70 cm Durchmesser berücksichtigen.

Tomaten können mehrere Jahre hintereinander am selben Platz angebaut werden. Bis etwa 3 Jahre, solange sich die „tomatenspezifischen“ Schädlinge und Krankheiten nicht häufen.

Tomaten sind gute Nachbarn für Basilikum, Möhren, Knoblauch, Kohlarten, Lauch, Petersilie, Radieschen, Rettich, Ringelblumen, Salat, Schnittlauch, Sellerie, Spinat und Zwiebeln. 

Schlechte Nachbarn für Tomaten sind Aubergine, Kartoffeln, Paprika, Erbsen, Fenchel und Rote Bete.

Als Vorkultur sind Salat, Kohlrabi, Radieschen und Spinat gut geeignet. Als Nachkultur eignen sich Feldsalat, Knoblauch und Winterlauch.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Ab Mitte März (für die Pflanzung ins unbeheizte Gewächshaus) bzw. ab Mitte April (für die Auspflanzung ins Freie) kann man Tomaten aus Saatgut vorziehen. Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen…“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Die minimale Keimtemperatur beträgt ca. 16 °C, optimal sind ca. 22-26 °C.

Als Substrat für die Anzucht eignet sich Anzuchterde.  Als Anzuchtgefäße eignen sich einzelne Fasertöpfchen, Durchmesser ca. 8 cm, in die man jeweils zwei Samenkörner gibt und mit 0,5 cm Erde bedeckt (Dunkelkeimer). Die Keimzeit beträgt ca. 2 Wochen. Während dieser Zeit und bis die Jungpflanze kräftig genug zur Auspflanzung ist, das Substrat feucht halten, aber nicht nass.

Haben die Sämlinge zwei Paare Laubblätter gebildet, entfernt man das schwächere Pflänzchen und lässt nur den stärkeren Sämling stehen.

Wenn die Jungpflanzen 2-3 Seitentriebe gebildet haben, dürfen sie, einige Tage vor der Pflanzung, zum Abhärten tagsüber ins Freie.

Bei der Pflanzung arbeitet man pro Pflanze 2 Liter Kompost ein. Die Pflanzen werden so eingesetzt, dass die untersten Blätter knapp über der Erde sind und sich dadurch zusätzliche Wurzeln am Stängel bilden können. Die Keimblätter (unterste Blätter am Haupttrieb), entfernt man dann am besten gleich, damit sie keine Angriffsfläche für Pilzbefall bieten.

Einen Stützstab, an dem man die Pflanze später befestigt, baut man am besten direkt bei der Pflanzung mit ein. Bei nachträglichem Einbau besteht sonst die Gefahr, dass man die Wurzeln verletzt. Im Vorjahr bereits benutzte Stützen sollte man vorher desinfizieren, beispielsweise mit Spiritus.

Ins (unbeheizte) Gewächshaus kann man Tomaten ab Mitte April pflanzen, muss jedoch die Nachttemperaturen im Auge behalten. Unter ca. 5 °C ist Vorsicht geboten, dann sicherheitshalber nachts mit einem Vlies schützen. Damit Pilzbefall nicht durch hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt wird, muss das Gewächshaus tagsüber durchlüftet werden.

Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, können die Setzlinge ins Freiland gepflanzt werden. Zumindest in den ersten Wochen nach der Auspflanzung benötigen sie noch Schutz gegen Kälte, und die empfindlichen Sorten über die gesamte Vegetationszeit gegen Nässe. Als Nässeschutz können beispielsweise Tomatenhauben, ein kleines Foliengewächshaus, oder auch eine selbst gebaute Überdachung dienen.

Tomaten bevorzugen tiefgründig gelockerte, nährstoff- und humusreiche, Erde.

Sollen Tomaten im Pflanzgefäß wachsen, eignet sich Gemüseerde oder Tomatenerde als Substrat. Das Pflanzgefäß für eine einzelne Pflanze sollte mindestens ca. 12 Liter fassen und mindestens 25 cm hoch sein. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen…“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Tomaten sind Starkzehrer. Zusätzlich zu dieser Grunddüngung und dem Kompost, der bei der Pflanzung eingearbeitet wurde, benötigen sie weitere Nährstoffe. Ab Beginn der Blütenbildung bis ca. Ende August bekommen Tomaten alle 2 Wochen eine kaliumreichen organischen Flüssigdünger.  

Kübelpflanzen kann man, ab etwa 4 Wochen nach der Pflanzung in frische Gemüse- oder Tomatenerde, wöchentlich mit kaliumreichen organischem Flüssigdünger versorgen.

Der Boden sollte gleichmäßig feucht sein, sonst besteht die Gefahr, dass die Früchte aufplatzen. Tomaten also regelmäßig gießen, nur in Bodennähe, damit die Blätter trocken bleiben.

Sobald die Pflanze schon kräftig Triebe entwickelt, kann man die unteren Triebe entfernen. Dadurch ist es einfacher, beim Gießen das Laub trocken zu halten.
Damit die Pflanze nicht zu dicht wächst und sich dadurch selbst Licht und Luft nimmt, bricht man frühzeitig und regelmäßig die in den Blattachseln entstehenden Seitentriebe aus (Ausgeizen). Die Pflanze dankt es mit größeren, gut ausreifenden Früchten.  Jedoch nicht übertreiben, schließlich sind es die Blätter, die den Stoffwechsel der gesamten Pflanze ermöglichen.

Durch Entspitzen verhindert man bei hochwachsenden Tomaten die Bildung weiterer Seitentriebe, wodurch die Pflanze mehr Kraft in die verbleibenden Früchte und deren rechtzeitige Reife stecken kann. Dazu wird der Haupttrieb oberhalb der oberen Blätter abgeschnitten, sobald die Pflanze 4 bis 5 Blütentriebe (Seitentriebe) gebildet hat. Bei Gewächshaustomaten dürfen es 6- 7 Blütentriebe sein, da diesen in der geschützten Umgebung etwas mehr Zeit zum Reifen bleibt.

Bestäubungshilfe im Gewächshaus: Wenn gelegentlich etwas Wind durch das Gewächshaus weht ist dadurch die Bestäubung der Tomaten schon ganz gut gewährleistet. Dennoch kann man etwas nachhelfen, indem man in den Mittagsstunden leicht an den Stützstäben rüttelt wodurch sich die Blütenpollen lösen und ihrem Ziel entgegenschweben.

Tomaten liefern ständig neue Blüten und Früchte nach. Ab September sollte man allerdings neue Blüten abschneiden. So bleibt der Pflanze mehr Kraft bis in den Oktober hinein reife Früchte zu liefern. Tomaten im Freien benötigen etwa ab September, bei Nachttemperaturen unter etwa 8 °C bereits Kälteschutz, z.B. einen Vlies-Überzug.

Bei manchen Sorten reifen die Früchte um den Stilansatz am oberen Ende der Pflanze schlecht (Grünkragen). Die Ursache kann Kaliummangel sein, oder zu starke Sonneneinstrahlung.

Tomaten können von unterschiedlichen Schädlingen wie Minierfliege, Miniermotte, Erdraupen, Weißer Fliege, Blattwanzen, Spinnmilben (besonders im Gewächshaus), oder Krankheiten z.B. Tomaten- Mosaikvirus, Kraut- und Braunfäule, Grauschimmel, Blattfleckenkrankheit, Verticillium-Welke, Fusarium Welke oder Wurzelfäule befallen werden. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Ernten und haltbar machen

Ernten kann man von etwa Juli bis Oktober, wenn die Früchte ihre sortenspezifische Farbe haben und reif sind. Vorsicht bei noch grünen Tomaten. Sie enthalten das giftige Solanin, das bereits beim Verzehr von wenigen Früchten Magenbeschwerden, Durchfall und Schwindel verursachen kann.

Wenn einzelne Früchte zum Ende der Saison noch nicht voll ausgereift sind, kann man diese zum Nachreifen an einem warmen Platz im Haus lagern.

Haltbar machen kann man Tomaten sehr gut, z.B. durch Trocknen, Einlegen oder durch Verarbeiten zu einem leckeren Sugo, in unterschiedlichen Varianten.

Die Zutaten für mein Sugo- Basisrezept sind viele Tomaten, Zwiebeln, Stangensellerie, Karotten, Knoblauch, viele mediterrane Kräuter, Salz und Pfeffer. Direkt nach dem Kochen in Gläser gefüllt und luftdicht verschlossen ist es mehrere Monate haltbar.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Verzehrt werden nur die reifen Früchte. Alle grünen Pflanzenteile sind giftig!

Die Fülle der Zubereitungsmöglichkeiten ist enorm, Rezepte gibt es unzählige. Etwas ganz Besonderes, weil einfach und gut, ist das Pan con Tomate. Dazu braucht man nur ein helles Landbrot, Knoblauch, Salz, Olivenöl und natürlich Tomaten – in diesem Fall eine fleischige Sorte.

Und so geht es: Brotscheiben toasten, eine halbe, ungeschälte Knoblauchzehe über die raue Brotoberfläche reiben, dann eine halbierte Tomate auf dem Brot zerreiben – übrig bleibt nur die Schale. Schließlich salzen, Olivenöl drüberträufeln und direkt reinbeisen. Macht sofort gute Laune.