Stangensellerie

Stangensellerie

Familie: Doldenblütler‎ (Apiaceae)
Gattung: Sellerie‎ (Apium)
Art: Echter Sellerie, Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce)

Auch Staudensellerie oder Bleichsellerie genannt.

Bei der Sortenauswahl hat man die Wahl zwischen selbstbleichenden und nicht selbstbleichenden Sorten. Selbstbleichende sind meist hellgrün- bis gelbstielig, etwas zarter aber weniger aromatisch. Daraus ergibt sich, dass nicht selbstbleichende Sorten meist kräftiger grün, fester und aromatischer sind.

Wozu bleichen?
Selbstbleichende Sorten sind neuere Züchtungen. Aus einer nicht selbstbleichenden Sorte kann man durch Bleichen hellere und zartere Stangen produzieren. Das ist aber etwas aufwändig und birgt die Gefahr, dass sich Fäulnis bildet. Wer es trotzdem versuchen will umwickelt die Stangen etwa 2 bis 3 Wochen vor der Ernte mit schwarzer Plastikfolie und befestigt diese mit einer Schnur. Die oberen Blätter sollen noch rausschauen. Oder doch lieber gleich eine selbstbleichende Sorte anbauen? 

Kommt auf die Verwendung an. Als Rohkost finde ich die gebleichten, zarten Stangen angenehmer, in gegarten Zubereitungen bevorzuge ich das kräftigere Aroma der ungebleichten Sorten.

Für meinem Genussgarten habe ich mich für „Tall Utah“ entschieden, eine nicht selbstbleichende, sehr aromatische Sorte.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Stangensellerie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Pro Pflanze sollte man einen Platzbedarf von ca. 20-25 cm Durchmesser berücksichtigen.

An Stellen, wo bereits Doldenblütler standen sollte Stangensellerie erst nach einer Pause von 4 Jahren wieder angebaut werden.

Stangensellerie hält den Kohlweißling fern und ist deshalb in einer Mischkultur ein guter Partner für Kohlarten, aber auch für Bohnen, Gurken, Lauch, Spinat und Tomaten.

Nicht in seine Nachbarschaft sollten andere Doldenblütler wie Kerbel, Koriander, Liebstöckel, Petersilie sowie Kopf- und Pflücksalat und Kartoffeln.

Als Vorkultur sind Kohlrabi, Erbsen und Spinat gut geeignet.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Ab Mitte März kann man Stangensellerie aus Saatgut vorziehen, vorausgesetzt es ist schon genügend Licht und Wärme vorhanden. Ansonsten wartet man besser noch ein paar Wochen. Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen…“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Die minimale Keimtemperatur beträgt ca. 16 °C, optimal sind ca. 20-24 °C. Als Substrat für die Anzucht eignet sich Anzuchterde.  Als Anzuchtgefäße kann man einzelne Fasertöpfchen verwenden, Durchmesser ca. 8 cm, in die man jeweils zwei bis drei Samenkörner gibt und nur hauchdünn mit Erde oder etwas Sand bedeckt (Lichtkeimer).

Die Keimzeit beträgt ca. 2 Wochen. Während dieser Zeit und bis die Jungpflanze kräftig genug zur Auspflanzung ist, das Substrat feucht halten, aber nicht nass. Haben die Sämlinge zwei Paare Laubblätter gebildet, entfernt man die schwächeren Pflänzchen und lässt nur den stärksten Sämling stehen.

Die Jungpflanzen sollten bereits im Anzuchtgefäß mit etwas organischen Flüssigdünger versorgt werden, sobald sich einige Laubblattpaare gebildet haben. 

Ab Mai können die Jungpflanzen dann ins Freiland gesetzt werden.

Stangensellerie bevorzugt nährstoffreiche, lehmige und etwas kalkhaltige Erde.

Soll Staudensellerie im Pflanzgefäß wachsen, eignet sich Gemüseerde als Substrat, der man noch etwas Gartenkalk zugibt. Stangensellerie bildet nur wenig Wurzelvolumen. Deshalb ist eine Topfgröße (für eine Pflanze) von 15 cm Durchmesser und 15 cm Höhe ausreichend. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Zusätzlich zu dieser Grunddüngung gibt man bis ca. Anfang September, alle 2 Wochen etwas kaliumreichen, organischen Flüssigdünger. Bei Bedarf, wenn Herz der Pflanze welk aussieht, hilft etwas Gartenkalk, der gut eingeschlämmt werden sollte.

Für Staudensellerie in Pflanzgefäßen eignet sich ebenfalls kaliumreicher, organischer Flüssigdünger, 2- wöchentlich bis September.

Der Boden sollte gut und gleichmäßig feucht gehalten werden. Monatliche Gaben Salzwasser (z.B. abgekühltes Kartoffelkochwasser) helfen der Pflanze zusätzlich.

Werden die Pflanzen zu trocken gehalten oder mit Stickstoff überdüngt, können Risse in den Stangen entstehen.

Stangensellerie kann von unterschiedlichen Schädlingen und Krankheiten befallen werden, z.B. von Minierfliegen/Miniermotten, Blattfleckenkrankheit, Selleriemosaikvirus. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Ernten und haltbarmachen

Je nach Sorte kann Stangensellerie etwa von Juli bis November geerntet werden, bis vor dem ersten Nachtfrost. Für den kleineren Bedarf kann man ein paar der äußeren Stangen abbrechen. Ansonsten wird die Pflanze samt Wurzel aus der Erde gezogen.

Zum Aufbewahren im Kühlschrank schneidet man die Wurzel ab und auch die Stängel unterhalb der ersten Triebverzeigung. Im Gemüsefach hält sich Stangensellerie gut 2 bis 3 Wochen.

Wer die letzte Ernte im Jahr länger einlagern möchte, bis etwa 2 Monate sind möglich, kann die Pflanzen vor dem ersten Frost mitsamt der Wurzel in einem, mit einigen cm feuchtem Sand gefüllten Behälter kühl und dunkel aufbewahren. Dazu werden die Stängel ein paar cm oberhalb der ersten Triebverzweigung abgeschnitten, die Pflanzen mit der Wurzel in den Behälter auf den Sand gestellt, die Wurzeln mit feuchtem Sand bedeckt und der Behälter mit einem Tuch abgedeckt.

Stangensellerie lässt sich auch einfrieren. Dazu waschen, in Stücke schneiden, in Salzwasser 2-3 Minuten blanchieren und in Eiswasser abkühlen. Vor dem Einfüllen in Gefrierbehälter oder Gefrierbeutel gut abtropfen lassen und trockentupfen.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Stangensellerie bereichert roh, gedünstet, gekocht, gebraten oder gegrillt viele Gemüsezubereitungen. Unverzichtbar ist er als Geschmacksgeber für Bratensoßen und vor allem für die sehr beliebte Bolognesesoße.