Paprika

Paprika

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae).
Gattung: Paprika (Capsicum)
Art: Paprika (Capsicum annuum L.)

Zur Gattung Paprika gehören neben dem Gemüsepaprika auch Peperoni und Chili. Die Vielfalt an Formen, Farben und Schärfegraden ist riesig. Die Ansprüche der unterschiedlichen Sorten an Licht, Wärme, Nährstoff- und Wasserbedarf und Bodenbeschaffenheit sind weitgehend gleich.

Sorte(n) in meinem Genussgarten: Gemüsepaprika „Liebesapfel“

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Paprika bevorzugt vollsonnige, warme und windgeschützte Standorte. Wegen der Wetterkapriolen in unseren Breiten, gedeiht die Pflanze in einem Gewächshaus oder im Kübel an einem hellen und geschützten (überdachten) Platz auf Balkon oder Terrasse am sichersten.

Für Gemüsepaprika kann man pro Pflanze mit einem Platzbedarf von ca. 40 cm Durchmesser rechnen.

Gute Nachbarn für Paprika in Mischkulturen sind Kohlarten und Petersilie.

Schlechte Nachbarn sind Auberginen, Kartoffeln und Tomaten.

Als Vorkultur eignen sich Radieschen und Salat

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Paprika braucht viel Zeit zum Wachsen und für die Fruchtbildung. Deshalb sollte man mit der Anzucht aus Saatgut möglichst früh beginnen, ca. Mitte Februar. Das funktioniert aber nur dann gut, wenn genügend Wärme und Licht vorhanden ist. Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen…“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Die minimale Keimtemperatur beträgt ca. 16 °C, optimal sind 20-24 °C. Als Substrat für die Anzucht eignet sich Anzuchterde.  Als Anzuchtgefäße verwende ich Fasertöpfchen, Durchmesser ca. 8 cm, in die ich jeweils ein Samenkorn gebe und mit 0,5 cm Erde bedecke.

Die Keimzeit beträgt ca. 2 Wochen. Während dieser Zeit und bis die Jungpflanze kräftig genug zur Auspflanzung ist, das Substrat feucht halten, aber nicht nass.

Neben ausreichender Wärme benötigt Paprika, wie alle Gemüsepflanzen, nach der Keimung viel Licht, was im Februar, bei Anzucht auf der Fensterbank meist nur ungenügend gegeben ist. Nach der Keimung, ca. ab Mitte März, wäre der Umzug in einen Anzuchtkasten im Freien oder ein Gewächshaus eine mögliche Lösung.

Bei Nachttemperaturen unter 10 °C sollten die Jungpflanzen jedoch besser im Haus übernachten. Das ist natürlich etwas Aufwand, einen Versuch ist es dennoch wert, da die Sortenauswahl bei Saatgut größer ist als bei Jungpflanzen aus dem Handel. Wenn‘s nicht klappen sollte, kann man sich später immer noch Jungpflanzen im Fachhandel kaufen.

Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, können die Jungpflanzen dann ins Beet gesetzt werden. Bei der Pflanzung arbeitet man 1-2 L reifen Kompost in jedes Pflanzloch ein. Paprika so einpflanzen, dass die untersten Blätter knapp über der Erde sind und sich dadurch zusätzliche Wurzeln am Stängel bilden können.

Paprika bevorzugt lockere, nährstoffreiche Erde.

Soll Paprika im Pflanzgefäß wachsen, eignet sich Gemüseerde als Substrat. Das Pflanzgefäß für eine einzelne Pflanze sollte mindestens 25 cm Durchmesser haben und ebenso hoch sein. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Paprika ist ein Starkzehrer. Zusätzlich zu dieser Grunddüngung und dem Kompost, der mit der Pflanzung bereits in den Boden eingearbeitet wurde, benötigt Paprika, ab Beginn der Blütenbildung bis ca. Ende August, alle 2 Wochen weitere Düngungen. Dazu eignet sich ein kaliumreicher, organischen Flüssigdünger.

Kübelpflanzen kann man wöchentlich mit etwas kaliumreichem, organischem Flüssigdünger versorgen.

Paprika benötigt regelmäßig Wasser. Die Erde soll gleichmäßig feucht gehalten werden, was im Sommer tägliches Gießen erforderlich machen kann.  Etwa 2 Wochen vor der Ernte den Boden nur noch leicht feucht halten. Das verbessert das Aroma der Früchte.

An der Spitze der Haupttriebe, in der obersten Trieb-Verzweigung, bildet sich die so genannte Terminalknospe (Endknospe) aus der die Königsblühte entsteht. Wird die Terminalknospe entfernt, bildet die Pflanze mehr Triebe, Blätter und Früchte. Um zwar weniger aber dafür kräftigere Früchte zu erhalten, lässt man maximal 4 kräftige Haupttriebe und ca. 12 Blüten pro Pflanze stehen. Benetzt man die gesamte Pflanze während der Blüte täglich mit etwas Wasser wird die Fruchtbildung zusätzlich gefördert.

Damit die nicht sehr stabilen Pflanzentriebe durch Windlast oder dem Gewicht der Früchte nicht abbrechen, ist es sinnvoll die Pflanze etwas abzustützen.

Paprika im Freien benötigen etwa ab September bei Nachttemperaturen unter ca. 15 °C einen Kälteschutz, damit unreife Früchte noch ausreifen können.

Paprika kann von unterschiedlichen Schädlingen wie Blattläusen, Schnecken, und besonders im Gewächshaus von Spinnmilben und Weißer Fliege befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Echtem Mehltau, Falschem Mehltau, Grauschimmel, der Fusarium Welke, oder der Verticillum-Welke. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Ernten und haltbar machen

Von August bis vor dem ersten Frost kann der Gemüsepaprika, je nach gewünschtem Reifegrad, grün (unreif) gelb oder rot, geerntet werden. Bei manchen Paprikasorten bleiben die Früchte grün oder gelb. Zum Ernten werden die Früchte vorsichtig von den zerbrechlichen Trieben, etwa in der Mitte des Stils abgeschnitten. Reife Früchte nicht hängen lassen.

Um Paprika haltbar zu machen kann man ihn einfrieren, trocknen, sauer Einlegen oder als Chutney verarbeiten.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Je nach Vorliebe oder Rezept können die grünen, gelben oder roten Früchte roh oder gegart verzehrt werden. Das Kerngehäuse entfernt man am besten, indem man den Paprika rund um den Stiel einschneidet und diesen mitsamt dem Kerngehäuse rauszieht. Wen die manchmal recht zähe Haut stört, kann man diese mit einem scharfen Gemüseschäler leicht entfernen.

Neben der Verwendung in klassischen Gerichten wie gefülltem Paprika, ungarischem Goulasch oder als Salatzutat, lohnt sich auch ein Ausflug in die internationale Küche zu Ratatouille, Paprika-Avocado-Creme oder Paprika gegrillt und mit Knoblauch-Kräuteröl mariniert – um nur einige aufzuzählen.