Kürbis

Kürbis

Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Kürbis (Cucurbita)
Art: Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata) hierzu gehört der Butternusskürbis
Art: Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima) hierzu gehört der Hokkaido

Obwohl ich in meinem Genussgarten gut mit dem verfügbaren Platz haushalten muss, habe ich das Experiment „Kürbisanbau“ gewagt – mit gutem Erfolg. Pro Jahr baue ich nur eine Pflanze Butternuss (Sorte Nutterbutter) oder eine Pflanze Hokkaido (Sorte Solor) an.

Lässt man Kürbis unbeeinflusst wachsen breitet er sich sehr stark aus, und ein Platzbedarf von einigen Quadratmetern pro Pflanze ist durchaus nicht selten. Gut, dass für den Eigenbedarf eine oder zwei Pflanzen oft ausreichend sind. Diese kann man etwas zurechtstutzen und erhält somit zwar weniger, aber schöne und kräftige Früchte.

Eine Pflanze ist auch deshalb ausreichend, weil sich auf derselben Pflanze die männlichen und die weiblichen Blüten befinden. Die weiblichen Blüten erkennt man leicht am Fruchtansatz, den die männlichen Blüten nicht haben. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass sich die männlichen Blüten einige Tage vor den weiblichen zeigen und lange Staubgefäße haben, auf denen die Blütenpollen sitzen.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Kürbis bevorzugt sonnige bis halbschattige, warme und geschützte Standorte. Wenn wenig Platz zur Verfügung steht, kann man die Pflanze, wie weiter unten beschrieben etwas im Zaun halten. Dann reicht etwa ein Quadratmeter Gartenfläche pro Pflanze aus.

Kürbisgewächse, auch Gurken und Zucchini gehören dazu, sollte man erst nach einer 4-jährigen Anbaupause an Stellen anbauen, wo vorher bereits Kürbisgewächse standen.  

Schlechte Nachbarn für Kürbis sind Gurken und Zucchini. 

Als Vorkultur eignen sich Feldsalat und Kopfsalat und Pflücksalat.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Die Saatgutherstellung aus eigenen Kürbispflanzen kann man Hobbygärtnern nicht empfehlen. Wird der Kürbis von einer benachbarten anderen Kürbisart bestäubt, etwa vom Zierkürbis aus dem Nachbarsgarten, können die Nachkommen die giftigen Bitterstoffe (Cucurbitacine) enthalten.  Deshalb besser Saatgut oder eine Jungpflanze im Fachhandel kaufen.

Je nach Sorte kann man Kürbis ab Mitte April bis Mitte Mai aus Saatgut vorziehen. Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen…“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Die minimale Keimtemperatur beträgt je nach Sorte ca. 10 °C, optimal sind ca. 20 bis 24 °C. 

Als Anzuchtgefäße verwende ich einzelne Töpfe, Durchmesser ca. 10 cm, gefüllt mit Aussaaterde. In jeden Anzuchtstopf lege ich nur einen Samenkern, den ich mit 3 cm Erde bedecke.

Zur Keimung sind nun Wärme und ein gleichmäßig feuchtes Substrat erforderlich. Nach etwa einer Woche kommen die Keimblätter zum Vorschein. Dann sollen die Pflänzchen bei maximal ca. 20 Grad C weiterwachsen, bis sich drei richtige Blätter gebildet haben. Ab Anfang Mai kann man die Jungpflanzen schon etwas an das richtige Leben gewöhnen, indem man sie an milden Tagen tagsüber ins Freie stellt.

Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen bis Mitte Juni, kann man die Jungpflanzen ins Beet setzen.

Bereits einige Wochen vorher bereitet man die Pflanzstelle vor. Dazu ein Pflanzloch in Spatentiefe ausheben, die ausgehobene Erde mit ca. 5 L Kompost, und 50g Hornmehl vermischen und wieder einfüllen. Alternativ zu Kompost und Hornmehl kann man auch mit einem universellen, organischen Streudünger arbeiten, ca. 100 Gramm pro Pflanze.

Nach einer Ruhezeit von etwa2-3 Wochen kann man die Kürbispflanze einsetzen. Die Oberkante des Wurzelballens soll ca. 3 cm unter der Bodenoberkante liegen. Sinnvoll ist ein Gießring damit das Gießwasser besser zur durstigen Pflanze geleitet wird. Jetzt noch gut angießen – fertig.

Kürbis bevorzugt lockeren, humusreichen Boden.

Als Substrat für Kübelpflanzen eignet sich Gemüseerde. Der Kübel sollte recht groß sein, mindestens ca. 35 Liter, sonst kommt man mit Gießen und Düngen nicht nach. Eine 3 cm hohe Drainage hilft gegen Staunässe. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen…“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Kürbis ist ein Starkzehrer. Zusätzlich zu dieser Grunddüngung und dem Kompost, der bereits vor der Pflanzung verabreicht wurde, benötigt das Gemüse ab ca. 4 Wochen nach der Pflanzung, bis ca. Ende September, 2- wöchentlich weitere Düngergaben. Geeignet hierfür ist ein kaliumreicher, organischer Flüssigdünger.

Kübelpflanzen düngt man, ab 4 Wochen nach der Pflanzung, wöchentlich mit einem kaliumreichen, organischen Flüssigdünger.

Auch der Wasserbedarf ist bei Kürbis recht hoch. Der Boden sollte möglichst gleichmäßig feucht gehalten werden. Besonders im Juni und Juli, wenn die Pflanze kräftig wächst und Blüten bildet braucht sie viel Wasser. Der Boden darf aber nicht zu nass sein, Staunässe unbedingt vermeiden.

Bei der Pflanzenpflege stellt sich auch die Frage wieviel Platz man der Pflanze geben muss, will oder kann.  Will man mit relativ wenig Platz auskommen (etwa mit einem Quadratmeter pro Pflanze), kann man den Kürbis an einer Rankhilfe wachsen lassen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, mit etwas Kreativität schafft man ein dekoratives Element im Garten, auf der Terrassse oder auf dem Balkon.

Die Kürbistriebe benötigen dann etwas menschliche Führung, damit sie dahin wachsen wohin sie sollen. Triebe kann man bis auf ca. 60 cm kürzen, jedoch sollte man mindestens 5 Blätter/Blattknoten pro Trieb stehen lassen, damit der Pflanze ausreichend Blattwerk zur Photosynthese bleibt. Damit erhält man zwar weniger, dafür aber größere Früchte. Zu dichtes Blattwerk auslichten.

Bewährt hat sich auch ein erster Rückschnitt im Juni, bei dem man alle Triebe auf 2 Blätter kürzt. Bei dem zweiten Rückschnitt im Juli kürzt man dann alle Triebe auf 5-6 Blätter.  Ist die Pflanze dennoch zu üppig, kann man auch den ein oder anderen Haupttrieb bis auf 3 Blätter einkürzen. Sind immer noch mehr Früchte an der Pflanze als man haben möchte, kann man auch einzelne weibliche Blüten mit dem Fruchtansatz entfernen. Weniger Früchte tragen auch zu einer rechtzeitigen Reifung vor dem ersten Frost bei.

Werfen die Pflanzen weibliche Blüten nach kurzer Zeit wieder ab, und die Fruchtansätze verkümmern, wurden sie nicht oder nicht ausreichend befruchtet. Je nach Wetterlage oder auch bei Pflanzen im Gewächshaus kommt das vor, weil unsere natürlich Bestäubungsbeauftragten manchmal etwas sensibel sind.  Falls also die natürlichen Bestäuber z.B. bei kühlem und regnerischem Wetter in Streik treten, kann man selbst deren Job übernehmen. Das Vorgehen ist dann allerding ein anderes.

Es geht z.B. so:

Mit einem feinen, weichen Malpinsel Pollen von einer männlichen Blüte abtupfen und auf weibliche Blüte übertragen. Mit einer männlichen Blüte kann man etwa drei weibliche Blüten bestäuben.

Kürbis Bestäubung
Kürbis Bestäubung

Welke Blüten und verkümmerte Früchte am besten gleich entfernen.

Um Fäulnis zu verhindern sollen die Früchte nicht der Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt sein. Dazu legt man die noch kleinen Kürbisse auf eine trockene Unterlage, z.B. eine Holzplatte.

Kürbis kann von unterschiedlichen Schädlingen und Krankheiten befallen werden, z.B. von Blattläusen, Schnecken, Mehltau, Gummistängelkrankheit, Blattfleckenkrankheit, Wurzel- und Stängelfäule bei zu nassem Boden. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Ernten und haltbar machen

Ab Oktober bis kurz vor den ersten Frost kann man ernten. Reife Früchte erkennt man daran, dass ihre Stiele schon weitgehend verholzt sind. Kann man mit einem Messer den Stiel noch leicht einschneiden, ist es für die Ernte zu früh.

Ist die Frucht und damit auch das Kerngehäuse reif, hat sich ein Hohlraum im Kürbisinnern gebildet. Leichtes Klopfen auf die Frucht erzeugt dann ein dumpfes Geräusch. Grüne Stellen müssen weitestgehend verschwunden sein. Zum Ernten schneidet man mit einer sauberen, scharfen Gartenschere so, dass noch einige cm Stiel an der Frucht bleiben.

Vor dem Einlagern lässt man die Früchte gut abtrocknen, am besten an einem warmen, luftigen und trockenen Platz, wo sie noch 2 Wochen nachreifen sollten.

Zum Lagern sind trockene Räume mit einigermaßen konstanter Temperatur von ca. 15 °C geeignet. Eingelagert werden nur unbeschädigte Kürbisse. Beim Lagern sollen sich die Früchte nicht berühren und keine Druckstellen oder Verletzungen bekommen.

Alles richtig gemacht? Dann sollten die Kürbisse einige Monate haltbar sein – wenn sie nicht schon vorher aufgegessen sind.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

An dieser Stelle zunächst noch die eindringliche Warnung: Essen Sie keine Kürbisse, die bitter schmecken, auch dann nicht, wenn Sie es erst bemerken, nachdem Ihr auserlesenes Kürbisgericht bereits serviert ist. Die Bitterstoffe (Cucurbitacine) sind giftig und können in sehr hohen Dosen sogar tödlich sein.

Nun aber wieder zurück zur Normalität. Bisher hatte ich noch kein einziges Mal, weder bei gekauften noch bei selbst gezogen Kürbissen noch bei geschenkten Kürbissen aus Nachbars Garten, ein bitteres Exemplar.

Falls noch grüne Stellen vorhanden sind, kann man diese vor der Zubereitung wegschneiden, ist aber eher eine kosmetische Sache.

Butternuss Kürbis bereite ich als gedünstetes, oder gebratenes Gemüse in unterschiedlichen Variationen zu.

Für die sehr beliebte Kürbissuppe eignet sich am besten der Hokkaido. Seine Schale wird beim Kochen weich und trägt mit ihrem hohen Anteil an Betacarotin zur kräftigen Farbe der Suppe bei. Meine Lieblingszutaten sind Ingwer, Knoblauch, Curry, Koriander und Kreuzkümmel. Wenn die Suppe bereits auf dem Teller ist kann man noch einen Löffel Sauerrahm einrühren und etwas fein gehackte Petersilie drüberstreuen. Sehr lecker!

Kürbiskerne in einer Pfanne angeröstet und leicht gesalzen, sind ein gesunder Snack, dessen Verzehr allerdings etwas Geschick und Geduld voraussetzt.