Knoblauch

Knoblauch

Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Gattung: Lauch (Allium)
Art: Knoblauch (Allium sativum)

Knoblauchduft ist bei uns traditionell etwas anrüchig. Die meisten Menschen haben sich jedoch, nach einer kleinen Übergangsphase von wenigen Jahrzehnten, auch bei uns mit Knoblauch angefreundet, lieben ihn sogar, oder akzeptieren ihn zumindest wegen seiner intensiven Würzkraft und seiner gesundheitsfördernden Wirkung. Saugende Insekten meiden ihn allerdings immer noch, wodurch er im Nutzgarten zur Schädlingsabwehr beiträgt.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Überwintern
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Knoblauch bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. An windiger Stelle angebaut, ist er vor der Zwiebelfliege zwar nicht sicher, aber dennoch etwas besser geschützt als in einer windstillen Ecke.

Pro Pflanze sollte man einen Platzbedarf von ca. 15 cm Durchmesser berücksichtigen.

Zu beachten ist, dass da wo bereits Laucharten standen, erst nach 4 Jahren wieder Knoblauch angebaut werden darf.

Knoblauch ist ein guter Nachbar für viele Pflanzen, da er viele Blattlaus-Arten sowie Spinnmilben, Maden, Raupen, die Möhrenfliege und andere Störenfriede fernhält. Erdbeeren und Himbeeren hilft er gegen Grauschimmel. Ein guter Begleiter ist Knoblauch auch für Kern- und Steinobst.

Schlechte Partner für Knoblauch in der Mischkultur sind Bohnen, Erbsen, Kohlarten und Lauch.

Als Vorkultur sind Erbsen oder Bohnen gut geeignet. Als Nachkultur eignet sich Feldsalat.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Es gibt mehrere Möglichkeiten Knoblauch zu vermehren. Die einfachste ist das Einsetzen von Knoblauchzehen direkt ins Beet. Dazu werden aus einer Knolle die mittleren und großen Knoblauchzehen verwendet. Nach dem Abziehen der äußeren, trockenen Haut werden diese mit der Spitze nach oben, ca. 6 Zentimeter tief im Abstand von 15 cm in die Erde gesteckt und wieder mit Erde abgedeckt. Den Boden nun feucht halten, aber zu große Nässe vermeiden.

Knoblauchzehen können im September und Oktober (Herbstpflanzen) oder im März und April (Frühjahrspflanzen) eingesetzt werden. Bei den Herbstpflanzen werden die Knollen kräftiger als bei den Frühjahrspflanzen, da sie bis zur Ernte mehr Zeit im Beet verbringen.

Bei den Herbstpflanzen ist es wichtig, dass die gewählte Knoblauchsorte für unser Klima geeignet ist. Deshalb empfiehlt es sich zunächst „Herbstsaat-Knoblauch“ aus dem Fachhandel zu verwenden. Ein Teil der Ernte kann dann zur weiteren Knoblauchvermehrung genutzt werden.

Knoblauch bevorzugt humusreiche, lockere Erde.

Für den Anbau von Knoblauch im Pflanzgefäß verwendet man am besten Gemüseerde, der man zur Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit noch ca. 10% Sand beimischt. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Darüber hinaus reicht dem Mittelzehrer etwas organischer Flüssigdünger, alle 2-3 Wochen von April bis Juni.

Knoblauch in Pflanzgefäßen gibt man ebenfalls von April bis Juni, alle 2-3 Wochen etwas organischen Flüssigdünger.

Der Boden soll gleichmäßig leicht feucht gehalten werden, Trockenheit und Staunässe unbedingt vermeiden. Bei zu nassem Boden können besonders die frisch gesetzten Zehen faulen. Bei langen Regenperioden für Regenschutz sorgen. Beim Gießen sollen die Blätter möglichst nicht nass werden.

Ungefähr ab Mitte Juni beginnen die Blätter zu welken. Ab dann darf nicht mehr gegossen werden, sonst besteht die Gefahr von Pilzbefall. Auch dann für Regenschutz sorgen.

Damit die Knollen kräftiger werden sollte man schon früh die Blüten abschneiden (falls er überhaupt blüht).

Knoblauch kann von unterschiedlichen Schädlingen und Krankheiten befallen werden, z.B. der Zwiebelfliege, der Lauchminierfliege, von Mehltau, der Blattfleckenkrankheit, von Knoblauchrost oder dem Knoblauchvirus. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Überwintern

Wird eine frostharte Sorte gewählt (Herbstaussaat), ist üblicherweise kein Winterschutz nötig. In sehr kalten Wintern können die Pflanzen mit etwas Stroh oder Vlies geschützt werden.

Ernten und haltbar machen

Knoblauch kann nach ca. 8-9 Monaten geerntet werden. Sind die Blätter zu etwa zwei Drittel verwelkt, lockert man die Erde um die Knolle etwas auf und zieht die Knolle am Stiel heraus.

Bei der ersten geernteten Knolle kann man noch einen Reifetest durchführen. Lassen sich die einzelnen Zehen leicht teilen hat man den richtigen Erntezeitpunkt erwischt, wenn nicht wartet man noch ein paar Wochen bis zur Ernte der weiteren Knollen.

Um Knoblauch bis zu einigen Monaten lagern zu können werden die kompletten Pflanzen in trockener, luftiger und schattiger Umgebung für ca. 1 Woche getrocknet. Zur Lagerung ist ein kühler und trockener Raum geeignet, in dem die Knollen, gebündelt oder als Einzelknollen (Blätter auf wenige cm gekürzt), luftig aufbewahrt werden.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Knoblauchzehen pressen, quetschen, hacken, in Stifte, Würfel oder Scheiben schneiden? Jeder wie er mag, es kommt auch auf das Gericht an.

Für einen Knoblauch- / Kräuterdipp presse ich die Knoblauchzehen, für eine gleichmäßigere und feinere Verteilung. Als Zutat zu gegarten Gemüsegerichten oder zu einer Pastasoße quetsche ich die Zehen an und schneide sie dann in grobe Stücke, die ich erst am Ende der Garzeit zugebe. So bleibt der Knoblauchgeschmack präsent und selektiv. Für gedünsteten Fisch schneide ich dünne Knoblauchscheiben, mit denen ich den Fisch belege, darüber z.B. ein paar Salbeiblätter, dann alles dünsten – sehr einfach – sehr gut.