Gurke

Gurke

Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Gurken (Cucumis)
Art: Gartengurke (Cucumis sativus)

Frischgeerntete Gurken sind sommerfrischer Genuss in Reinform. Die große Sortenvielfalt ist auf den ersten Blick etwas unübersichtlich. Für die Auswahl ist es wichtig zu wissen, dass einige Sorten nur zum Anbau im Gewächshaus geeignet sind, andere Sorten eignen sich auch zum Anbau im Freiland.

Grundsätzlich unterschieden wird auch zwischen Salatgurken (auch Schlangengurken genannt), Schälgurken (auch Senfgurken genannt) und Einlegegurken. Von allen gibt es buschige und rankende Sorten.

In meinem Genussgarten baue ich die: Salatgurke „La Diva“ an, die für den Anbau im Freiland geeignet ist.

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

  • Wohlfühlplatz
  • Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden
  • Düngen, gießen, pflegen und schützen
  • Ernten und haltbarmachen
  • Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Wohlfühlplatz

Gurken bevorzugen vollsonnige, feuchtwarme und windgeschützte Standorte.
Vor der Entscheidung für eine bestimmte Gurkensorte sollte man sich über den Platzbedarf klar sein, da dieser je nach gewählter Sorte sehr unterschiedlich sein kann. Grundsätzlich können Gurken an Kletterhilfen hochwachsen, was den Platzbedarf sehr reduziert. Bei Führung an einer Rankhilfe kommt man mit ca. ¼ Quadratmeter Anbaufläche pro Pflanze aus, bodendeckende Sorten benötigen ca. 1 Quadratmeter. 

An Stellen wo bereits Gurken oder andere Kürbisgewächse standen, sollte man erst nach 4 Jahren wieder Gurken anbauen.  

Gute Partner für Gurken in Mischkulturen sind Basilikum, Dill, Estragon, Fenchel, Kerbel, Knoblauch, Majoran, Ringelblumen, Salat, Sellerie, Spinat Stangenbohnen und Zwiebeln.

Schlechte Nachbarn für Gurken sind Kürbis, Zucchini, Radieschen und Rettich. 

Als Vorkultur sind Pflücksalat und Fenchel gut geeignet. Als Nachkultur eignet sich Spinat.

Aussaat, Pflanzung, geeigneter Boden

Gurken für‘s Gewächshaus kann man ab ca. Ende März aus Saatgut vorziehen. Bei Gurken für‘s Freiland wartet man besser bis Mitte April. Die grundsätzliche Vorgehensweise ist unter dem Thema „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen…“ beschrieben. Dort finden Sie wichtige Hinweise und Informationen zur Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge.

Die minimale Keimtemperatur beträgt je nach Sorte ca. 10 °C, optimal sind ca. 20 bis 28 °C. Als Substrat für die Anzucht eignet sich Anzuchterde.  Als Aussaatgefäße verwende ich einzelne Töpfchen, Durmesser ca. 8 cm, in die ich jeweils ein Samenkorn lege und mit 2 cm Erde bedecke. Nach der Keimung sollte die Umgebungstemperatur nicht unter 10 °C sinken. Sind kalte Nachttemperaturen zu erwarten, sollten die kälteempfindlichen Pflanzen durch ein Vlies oder eine Folie geschützt werden.

Ab ca. Ende April kann man die Jungpflanzen ins Gewächshaus auspflanzen, im Mai, nach den Eisheiligen, auch direkt ins Freiland.  Pflanzen so einsetzen, dass die untersten Blätter knapp über der Erde sind und sich dadurch zusätzliche Wurzeln bilden können.

Gurken bevorzugen lockerere, humusreiche und gut wasserdurchlässige Erde. Der Boden sollte mit reichlich Kompost versorgt sein. Bei der Pflanzung arbeitet man dazu 2 L reifen Kompost in jedes Pflanzloch ein. 

Für Gurken im Kübel sollte man ein größeres Gefäß von mindestens 20-25cm Durchmesser wählen, mit Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Als Substrat eignet sich Gemüseerde. Weitere wichtige Hinweise siehe Thema „Kübelpflanzen“.

Düngen, gießen, pflegen und schützen

Pflege des Gartenbodens und Düngung sind im naturnah geführten Garten untrennbar miteinander verbunden. Mit der im Kapitel „Mulchen und Düngen kombiniert…“ beschriebenen Methode, ist für alle Pflanzen bereits für eine gute Grunddüngung gesorgt.

Gurken sind Starkzehrer. Zusätzlich zu dieser Grunddüngung und zum Kompost, der bereits bei der Pflanzung eingearbeitet wurde, gibt man ab der 1. Blüte bis zum Ende der Haupterntezeit 2-wöchentlich einen kaliumreichen organischen Flüssigdünger, der einfach mit dem Gießwasser ausgebracht werden kann. Durch die laufende Ernte und der dadurch angeregten Bildung neuer Früchte, hat die Pflanze in dieser Zeit einen hohen Nährstoffbedarf. Zu hohe Stickstoffgaben sollten jedoch vermieden werden.

Kübelpflanzen werden, ab ca. 4 Wochen nach der Pflanzung, alle 2 Wochen mit einem kaliumreichen organischen Flüssigdünger versorgt.

Gurken benötigen regelmäßig Wasser, sonst besteht die Gefahr, dass die Früchte bitter werden und Deformationen entstehen. Beim Gießen sollte das Blattwerk möglichst trocken bleiben.

Die Haupttriebe kann man an einem gut befestigten Rankgitter hochleiten. Dadurch sind die Früchte besser vor Verschmutzung geschützt und das Blattwerk kann schneller abtrocknen.  Die bodennahen Blätter entfernt man am besten, Seitentriebe sollten hinter dem ersten Blattansatz abgeschnitten werden.

Lässt man Gurken bodennah wachsen, hilft eine Mulchschicht aus Stroh die Früchte sauber zu halten. Triebe kann man nach dem fünften Blatt kappen, damit die Pflanze besser verzweigt und mehr Früchte trägt.

Vor langanhaltender Nässe sollte man Gurken schützen, z.B. durch ein einfaches Gurkenhaus aus Folie.

Gurken können von unterschiedlichen Schädlingen wie Erdraupen, Drahtwürmern, Schnecken, Miniermotte, und besonders im Gewächshaus von Spinnmilben und weißer Fliege befallen werden, oder von Krankheiten z.B. von Echtem Mehltau, Falschem Mehltau, Grauschimmel, der Fusarium Welke, Blattfleckenkrankheit, oder dem Gurkenmosaikvirus. Vorbeugung und Abwehrmaßnahmen sind im Kapitel „Pflanzenschutz, am besten natürlich“ beschrieben. Sie gelten prinzipiell für alle Pflanzen und berücksichtigen besonders den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Garten und unseren Anspruch auf eine pestizidfreie Ernte.

Ernten und haltbar machen

Alles richtig gemacht?  Dann kann ca. 2 Monate nach der Aussaat die Ernte beginnen. Ab jetzt kann man im Abstand von wenigen Tagen, bis in den Herbst hinein, die immer wieder nachwachsenden Früchte pflücken. Regelmäßiges Ernten fördert die Produktion neuer Früchte. Reife Gurken nicht hängen lassen.

Gurken halten sich höchsten eine Woche im Kühlschrank. Einlegegurken können im Glas konserviert werden. Ein Chutney aus Gurken hält sich im luftdicht verschlossenen Glas einige Tage im Kühlschrank.

Vom Garten auf den Teller, Frische genießen

Gurken am besten frisch verzehren oder verarbeiten, solange sie noch fest sind. Ob einfach als Brotbelag auf Butter, Frischkäse oder Gemüseaufstrich, in Quarkzubereitungen mit frischen Kräutern oder im Salat, Gurken sind in ihrer knackigen Frische kaum zu überbieten und stehen für den leichten Genuss. Besonders gut passen Schnittlauch und Dill zur Gurke.

Geschmorte Gurke mit Senf, Sahne, Zitrone Salz, Pfeffer und Petersilie oder Dill passen sehr gut zu hellem Fisch, der einige Minuten mitgedünstet wird.

Ein Chutney aus Gurken, z.B. mit Ingwer, Chili, Zwiebeln, Dill und weißem Balsamico, ist sehr lecker als Brotaufstrich oder als würzige Beilage hellem zu Fisch.