Saatgut für Gemüse, wie lange ist es keimfähig, was ist beim Kauf zu beachten ?

jungpflanzen aus Saatgut vorgezogen
Gesunde Jungpflanzen aus Saatgut selbst vorziehen.

Die meisten Gemüsepflanzen dürfen frühestens ab Mitte März direkt ins Freie gesät werden. Viele erst im April oder Mai. Besonders wärme- und lichtbedürftige Pflanzen wie Tomaten, Paprika, Zucchini dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freie. Schon Ende Februar und in den kommenden Wochen, kann man einige Sorten aus Saatgut vorziehen, höchste Zeit zu einer Bestandsaufnahme.

Wie lange ist mein Saatgut keimfähig ?

Die Zeit zur Jungpflanzenanzucht aus Saatgut rückt näher. Erst mal in den Keller und nachsehen, was an Saatgut noch vorhanden ist. Zunächst gilt es herauszufinden, wie lange das Saatgut schon lagert. Nicht auf allen Samentüten ist eine erkennbare Angabe aufgedruckt wann das Saatgut erzeugt wurde und wie lange das Saatgut keimfähig ist. Manchmal hat man die Angabe auch beim Öffnen des Samentütchens abgeschnitten. Hilfreich, wenn man selbst das Kaufjahr auf das Tütchen geschrieben hat.

Als praktischen Ansatz kann man dann davon ausgehen, dass die meisten Gemüsesamen und auch Kräutersamen bis 4 Jahre keimfähig bleiben. Viele auch länger. Ganz entscheidend dabei ist die Lagerung. Pflanzensamen sollten am besten im Samentütchen (auch angebrochene), bei möglichst gleichblenden Umgebungsbedingungen, dunkel, kühl und trocken, in einem möglichst luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahrt werden.

Bei guten Lagerbedingungen können manche Gemüsesorten auch mehr als 4 Jahre keimfähig bleiben.  Bei Tomatensamen kann man beispielsweise von ca. 8 Jahren ausgehen. Aber im Allgemeinen verliert diese Betrachtung nach 3-4 Jahren sowieso ihren praktischen Wert.

Damit rechnen muss man allerdings, dass die Keimfähigkeit mit jedem Jahr sinkt, d.h., dass immer weniger der gesäten Samenkörner keimen. Eine verlässliche Aussage hierzu kann ein einfacher Keimtest bringen, den man einige Wochen vor der eigentlich geplanten Aussaat selbst durchführen kann. Ist das Ergebnis gut, d.h. es haben ausreichend Samenkörner gekeimt, verwendet man die restlichen Samen noch. Wenn nicht kauft man frische.

Was muss ist beim Kauf von Saatgut zu beachten?

Kauf- Quellen gibt es unzählige und die Sortenvielfalt bei Gemüsesaatgut ist riesig. Also ist es ratsam sich vor dem Kauf zu informieren, um die geeignete Sorte für die gegeben Umstände im Garten herauszufinden. Zu beachten sind vor allem Lichtbedarf, Bodenbeschaffenheit, Witterungsverhältnisse (rauere oder mildere Lagen), Schutzmöglichkeiten für empfindlichere Arten und Sorten (z.B. Gewächshaus oder Überdachungsmöglichkeit). Eine Überlegung ist es wert, ob man samenfestes Kultursaatgut oder F1-Saatgut (Hybrid-Saatgut) verwenden will. In meinem Genussgarten verwende ich ausschließlich samenfestes Kultursaatgut.

In Jedem Fall empfiehlt es sich beim Kauf von Saatgut, wie auch beim Kauf einer Jungpflanze, für typische Krankheiten resistente oder weniger anfällige Sorten zu bevorzugen. Damit hat man schon viel für den Schutz der Pflanzen gegen Krankheiten in der kommende Vegetationsperiode getan.

Um die Qualität des Saatgutes beurteilen zu können, würde ich mir als Hobbygärtner noch wünschen, dass auf jeder Samentüte die Keimfähigkeit zum Zeitpunkt der Abfüllung (Angabe in %) aufgedruckt ist und eine Angabe, dass das Produkt frei von Schad-Mikroorganismen ist. Leider fehlen diese Angabe häufig. Saatgutkauf ist halt auch Vertrauenssache.

Im Kapitel „Jungpflanzen aus Saatgut vorziehen“ können sie nachlesen, wie es weitergeht.